Landesärztekammer BW: Verschlimmbesserung konkret (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 03.10.2014, 15:44 (vor 1813 Tagen) @ H. Lamarr

Die erste Version der Stellungnahme gab es bereits 2005.

Forderung 2005:
Mobilfunktelefone möglichst wenig und nur kurz benutzen, d.h. das Handy öfters mal abschalten! Die größere Belastung geht nämlich von den Mobilfunktelefonen am Kopf und nicht von den Sendemasten „auf dem Dach“ aus.

Forderung 2009:
Mobilfunktelefone möglichst wenig und nur kurz benutzen, d.h. das Handy öfters mal abschalten! Die größere Belastung geht nämlich von den Mobilfunktelefonen am Kopf und nicht von den Sendemasten „auf dem Dach“ aus.

Forderung 2014:
Mobilfunktelefone und Laptops möglichst wenig und möglichst kurz benutzen. Die Geräte immer wieder mal abschalten!

Kommentar: Irgendjemand im zuständigen Ausschuss der Landesärztekammer muss es 2014 gelungen sein, den wichtigen, für gewisse Leute jedoch geschäftsschädigenden Hinweis auf Sendemasten auf dem Dach, ersatzlos zu löschen!

Bekanntlich ist mit der (unbegründeten) Angst der Leute vor Sendemasten auf dem Dach das mit Abstand beste Geschäft zu machen (Messungen, Behandlungen und Schirmungen aller Art), denn gegen Sendemasten lassen sich Bürger mobilisieren, gegen Handys (die sie alle haben) nicht. Die WHO erklärte Ende 2013 klipp und klar, gegen EMF von Sendemasten bestünde kein Verdacht. Organisierte Mobilfunkgegner mit kommerziellen Interessen ignorieren diese Entwarnung konsequent und versuchen weiterhin ganz ungeniert und mit Kraft, Sendemasten als Risiko ins Bewusstsein der Bevölkerung zu hämmern (Beispiel). Ein ebenso beliebtes wie simples Mittel der gezielte Irreführung ist der verschwommene Bezug auf schädliche "Mobilfunkstrahlung". Mit dieser absichtlichen Ungenauigkeit werden Laien Alarmstudien zu Handys so missverständlich untergeschoben, dass die Leute den Alarm irrtümlich auf Sendemasten beziehen - und einige so zu Kunden/Patienten werden.

Dass dem Gros der Ärzte der gravierende Unterschied zwischen der Immission von Handys und Sendemasten wirklich klar ist, daran habe ich erhebliche Zweifel, Studien attestierten Allgemeinärzten nur bescheide Kenntnisse über EMF.

Eine Analogie mag den Trick mit der "Mobilfunkstrahlung" daher verdeutlichen: Unter den Oberbegriff Kraftfahrzeug (wie Mobilfunkstrahlung) fallen Kraftwagen, Krafträder und Zugmaschinen. Für jeden ersichtlich ist nun ein Sportauto (Kraftwagen) nicht mit einem Traktor (Zugmaschine) gleichzusetzen und da kein kommerzielles Interesse besteht, versucht auch niemand einem einen Traktor als Sportwagen anzudrehen, indem er den Traktor als Kraftfahtzeug verschleiert. Lebenserfahrung schützte gegen solche Versuche, gäbe es sie. Ebensowenig wie Traktor und Sportwagen vergleichbar sind, sind es die EMF-Immissionen von Handy und Sendemast. Doch hier versagt die Lebenserfahrung, nur wer sich in dieser Wissensfrage mit seriösen Quellen schlau gemacht hat, lässt sich nicht für dumm verkaufen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Sendemast, Baden-Württemberg, Mediziner, Aerztekammer, Laptop


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