Selektive Sensibilität des "Reflex"-Studienkoordinators (Forschung)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.08.2014, 23:46 (vor 1912 Tagen) @ KlaKla

... Zum einen gibt es zu viele Hinweise, die überzeugend belegen, dass der negative Ausgang des Forschungsvorhabens der fachlichen Überforderung der Forscher geschuldet ist, und zum andern sind die REFLEX-Ergebnisse längst bestätigt (6). Kein Zweifel besteht, dass das Forschungsvorhaben fehlerhaft geplant und unzulänglich durchgeführt wurde.

Wird der Leser getäuscht? Trophoblasten HTR-8 sind doch keine Fibroblasten oder ist das egal?

Ja, klar, das ist völlig egal!

Aber nur dann, wenn ein Herr Franzellitti mit Trophoblasten hantiert, und mit diesen die "Reflex"-Ergebnisse bestätigt, die in Wien jedoch mit Fibroblasten erlangt wurden, in Berlin mit Promyelozyten (HL60-Zellen). Herr Adlkofer feiert dennoch seit Jahren die Studie des Herrn Franzellitti als erfolgreiche "Reflex"-Replikation.

Hantiert hingegen ein Herr Speit mit HL60-Zellen, und kann er mit diesen die Berliner "Reflex"-Ergebnisse, die ebenfalls mit HL60-Zellen erlangt wurden, nicht bestätigen, dann reagiert Herr Adlkofer eigenartigerweise ganz anders, nämlich ungnädig.

So geschehen in dieser seiner Studienkritik an der gescheiterten Berliner Reflex-Replikation. Darin schreibt Herr Adlkofer:

Trotz berechtigter Zweifel gibt es auch Gründe, die der von Speit vertretenen Vorstellung widersprechen, dass die REFLEX-Ergebnisse an der Freien Universität Berlin Produkte des Zufalls und nicht der wissenschaftlichen Forschung sind. Speit könnte nämlich ihre Reproduktion – wie von ihm selbst erwähnt, aber sofort wieder verworfen (1) – deshalb misslungen sein, weil er bei seinen Experimenten HL-60-Zellen und Zellkulturmedien verwendete, die im Vergleich zu denen in Berlin aus anderen Quellen stammten.

Wir, nein ich halte(n) fest: Kommt das "richtige" Ergebnis heraus, stört sich Herr Adlkofer in keiner Weise daran, dass eine angeblich erfolgreiche "Reflex"-Replikation nicht mit einer der Original-Zelllinien, sondern mit einer ganz anderen erzielt wurde.

Kommt dagegen das "falsche" Ergebnis heraus, kann Herr Adlkofer höchst spitzfindig sein, und das Missglücken einer "Reflex"-Replikation darin vermuten, dass die Replikateure zwar die richtigen Zellen (HL60) verwendet haben, diese jedoch nicht von ATTC, USA, bezogen, wie beim Original-Experiment, sondern von DSMZ, Deutschland.

Diese offenkundig stark ergebnisorientierte Wendigkeit in der Bewertung macht Herrn Adlkofer für mich unglaubwürdig. Oder anders gesagt: Will er die Leute für dumm verkaufen?

Wie dem auch sei, ich sehe bislang nicht, dass Herr Adlkofer den Präsidenten des BfS in irgendwelche Erklärungsnöte bringen könnte, dazu ist das, was ich von Adlkofer bislang gelesen habe a) zu polemisch und b) fachlich nicht überzeugend.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Reflex-Koordinator, Replikation, Comet-Assay, Fibroblasten, HL60-Zellen, Speit, Selektiv, Franzellitti, Trophoblasten


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