Keine Brennspur durch Baumwipfel zu erkennen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 12.05.2014, 01:05 (vor 3191 Tagen) @ Christopher

Ursache für das Waldsterben soll also die Richtfunkstrecke sein - ich vermute, die ist in der Standortbescheinigung als "Sonstige Funkanlage" aufgeführt (passt auch aufgrund des Sicherheitsabstandes "0m" - siehe Post von Kuddel) und zeigt mit einer Hauptstrahlrichtung von 352° nach Nordnordwest (eher noch ein bißchen mehr "Nord" und weniger "West"). Und die soll das Wäldchen ziemlich genau in der entgegengesetzten Richtung (irgendwas zwischen 160° und 180°) schädigen? Das kollidiert ein bißchen mit der Vorstellung, die ich bisher von Richtfunk hatte...

In Google-Earth ist der Sendemast gut zu finden. Die folgende Grafik zeigt das, was Sie mit Worten beschreiben. Die eingeblendete IZgMF-Winkelscheibe gibt es hier. Der Sendemast steht im Mittelpunkt der Winkelscheibe (Kreuz). Die halbtransparente Scheibe sieht ein bisschen verbogen aus, das liegt daran, dass sie sich wie ein weiches Tuch der Geländestruktur anpasst.

[image]
Foto: Google Earth

Der (einzige) Richtfunkstrahler mit mindestens 10 Watt EIRP ist an dem Masten der auf 352 Grad ausgerichtete (gelbe Linie in der Grafik). Das Wäldchen von "Rutengeher" ist in dieser Grafik nicht zu sehen, es liegt außerhalb der Bildränder unten. Da es, wenn überhaupt, nur eine der schwachen Richtfunktrassen < 10 W EIRP "abbekommt" (siehe Mast-Foto von "Rutengeher"), habe ich mich auf den einzigen großen "Brenner" konzentriert.

Schaut man sich jetzt den Wald im Norden an, dort wo die gelbe Linie verläuft, so wird man feststellen: Entlang der Linie ist keine Schneise oder sonstwie eine Auffälligkeit im Wald zu erkennen. Die dünnen dunklen Linien, die dort schemenhaft zu sehen sind, verlaufen a) anderswo, b) nicht geradlinig und c) sind es wahrscheinlich Pfade oder Forstwege. Sicherheitshalber: Auch unter der gelben Linie ist keine Schneise versteckt.

Eine wie immer auch geartete geradlinig vom Sendemasten aus wegführende "Brennschneise" ist anhand dieser Google-Earth-Aufnahme vom 1. Januar 2010 nicht zu erkennen. Leider zeigt die EMF-Datenbank immer nur das Datum der jüngsten Standortbescheinigung (hier derzeit 13.3.2014), damit bleibt offen, seit wann genau der Mast dort mit welcher Bestückung steht. Theoretisch könnte "Rutengeher" jetzt etwas sehen, was die Aufnahme von 2010 noch nicht zeigt. Doch wenn es so sein sollte, muss er erklären, wieso der starke Strahler nach Norden keine Schneise gebrannt hat, ein schwacher nach Süden dagegen schon. Hinzu kommt, das Gelände fällt nach Süden leicht ab, dort wo "Rutengehers" Wäldchen liegt, ist der Boden ungefähr vier Meter tiefer als am Senderstandort. Der Abstand Waldrand-Sendemast beträgt rd. 800 Meter.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Richtfunkstrecke, Wald, Waldsterben


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