Entwicklung der Krebs-Todes-Raten seit 1975 in Europa (Allgemein)

Ex-Mobilfunker, Donnerstag, 03.12.2009, 09:59 (vor 3698 Tagen) @ H. Lamarr

Es geht noch weiter:

Naila liegt in einem ehemaligen Erzbergbaugebiet, wo heute z.T. sogar mit Radon-Mineralquellen Werbung für Kurkliniken gemacht wird.

Aber es ist eben nicht nur Radon.

Auf http://www.simmformation.de/html/body_strahlung.html hab ich folgenden, gut zusammengefassten Text gefunden:

"Zwar sind die Ärzte sich einig, daß der Nutzen von Röntgenaufnahmen die Risiken bei weitem überwiegt. Zu denken gibt aber eine Studie englischer Forscher, wonach in Großbritannien etwa 0,9 Prozent aller Krebsfälle auf Röntgenuntersuchungen zurückzuführen sind, in Japan sogar drei Prozent. Die Weltmeister im Röntgen aber sind die Deutschen mit jährlich über 135 Millionen Untersuchungen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Dosis von durchschnittlich zwei Millisievert. Je nach Gerät und durchleuchtetem Organ schwankt dieser Wert aber erheblich. So schlägt eine Aufnahme beim Zahnarzt mit weniger als 0,01 Millisievert zu Buche, eine Vorsorgeuntersuchung der weiblichen Brust (Mammographie) mit 0,2 bis 0,6 Millisievert. Wenn Ärzte – etwa bei Verdacht auf Herzinfarkt – die Schlagadern sichtbar machen, kann dies bis zu 20 Millisievert brauchen. Ebenso groß ist die Strahlenbelastung für ein Ganzkörper-CT, jene dreidimensionalen Darstellungen, die im Rechner aus einer Vielzahl einzelner Röntgenbilder zusammengesetzt werden.

Diese Belastung wiederum entspricht ziemlich genau jener Strahlendosis, die Angestellte in Kernkraftwerken (KKW) während ihres gesamten Arbeitslebens in Atommeilern zusätzlich abbekommen (19,4 Millisievert). Erst Ende Juni veröffentlichten Mediziner die bislang größte Untersuchung zu diesem Thema in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“. Vermutlich seien ein bis zwei Prozent aller Krebsfälle unter den KKW-Arbeitern Folge der Strahlung am Arbeitsplatz, errechneten die Wissenschaftler. „Dies legt nahe, daß es ein kleines zusätzliches Krebsrisiko gibt“, schreiben sie.

Dabei liegt die Strahlenbelastung in unmittelbarer Nähe eines KKW noch deutlich unter der, die aus natürlichen Quellen kommt. Letztere beträgt etwa 2,5 Millisievert pro Jahr; im Lauf eines Menschenlebens addiert sich dies zu 150 bis 200 Millisievert.

Rund 40 Prozent dieser natürlichen Strahlenbelastung geht auf das Konto von Radon, einem farb-, geruch- und geschmacklosen Edelgas. Es entsteht beim Zerfall der Elemente Uran und Radium. Dort wo diese Elemente in der Erdkruste gehäuft vorkommen, besteht die Gefahr, daß Radon auch in Gebäude gelangt und dort quasi gefangen wird. Radon selbst zerfällt wiederum in die Elemente Polonium, Wismut und Blei. Bei dieser Zerfallsreihe wird energiereiche Alpha-Strahlung freigesetzt, das sind rasend schnelle Atomteile, die Lungenkrebs hervorrufen können, wenn sie auf die Schleimhäute unseres Atmungsorgans treffen. Schätzungen für die USA besagen, daß Radon dort nach dem Zigarettenrauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist.

Eine andere natürliche Strahlenquelle, der der Mensch schon immer ausgesetzt war, ist die kosmische Strahlung aus den Tiefen des Weltalls. Sie wird von der Lufthülle der Erde teilweise abgeschirmt und ist deshalb auf der Zugspitze vier mal stärker als an der Nordseeküste. Im Durchschnitt erhalten wir so eine Strahlendosis von 0,3 Millisievert pro Jahr. Über den Wolken ist die kosmische Strahlung immerhin so hoch, daß zwei Trips von Frankfurt nach San Francisco genügen, um ebenfalls 0,3 Millisievert abzubekommen.

Vervollständigt wird die Strahlenbilanz durch die Auswirkungen radioaktiver Elemente, die durch den Verzehr von Pflanzen und Tieren in den menschlichen Körper gelangen. Vorwiegend durch Kalium-40, das im natürlichen Kalium enthalten ist, kommen so jährlich im Mittel 0,3 Millisievert zusammen, denen wir nicht entrinnen können.

Anders dagegen sieht es bei den radioaktiven Rückständen aus, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 vorwiegend auf den Süden Deutschlands niedergingen. Dort wirkt der nährstoffreiche Humus der Waldböden noch immer wie ein Verteiler, der strahlendes Cäsium-137 für Pilze, Bodenorganismen und Pflanzen bereitstellt, die dann wiederum von Hirschen, Rehen und Wildschweinen gefressen werden. Gelangen diese Leckereien schließlich auf den Teller sei die Belastung dadurch etwa so gering wie durch ein Röntgenbild beim Zahnarzt, rechneten die Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz bereits 2001 vor und empfahlen: „Wer für sich persönlich die Strahlenbelastung so minimal wie möglich halten möchte, sollte auf den Verzehr von vergleichsweise hoch kontaminierten Pilzen und Wildbret, insbesondere Wildschweinen, verzichten.“

Tags:
Tabak, Lungenkrebs, Naila, Großbritannien, Radon, Röntgenstrahlung


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