Stumme Zeugen für den Untergang von Sendemastengegnern (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 05.06.2009, 16:03 (vor 4923 Tagen)

Es gibt ja einige Sendemastengegner, die mit allerlei Tricks den Eindruck erwecken möchten, es gäbe eine "erdrückende Beweislast" für die Schädlichkeit schwacher Funkfelder und deshalb schwelle der Protest im Volk vom lauen Lüftchen demnächst zum Orkan an.

Solche Parolen kenne ich seit meinen frühen Tagen als Sendemastengegner und der Orkan tritt auch häufig auf, allerdings stets nur als Sturm im Wasserglas, nämlich dann, wenn irgenwo sich jemand daran stört, dass ihm ein Sendemast vor die Nase gesetzt werden soll.

Die Karriere eines Sendemastengegners hat in etwa den Verlauf einer gezündeten Feuerwerksrakete:

Nein, ich will mich hier keineswegs über Sendemastengegner lustig machen, sondern nur zeigen, wie so eine Karriere im allgemeinen verläuft. Und weil dies alles als pure Behauptung abgetan werden kann, verweise ich als Beweis auf unsere Linkliste, die inzwischen in einem erbärmlichen Zustand ist: Etliche mobilfunkkritische Websites haben seit Anlegen der Linkliste (im Jahr 2003) sang und klanglos das Handtuch geworfen und sich stillschweigend aus dem Staub gemacht. Lassen Sie sich von den blauen Links nicht täuschen, auch dahinter muss keineswegs mehr eine intakte Seite stehen, es kann ebenso gut eine Karteileiche sein.

Nehmen wir z.B. www.dresden-ungepulst.de, die einstmals sehr schön gemachte Seite existiert nicht mehr, sie ist irgendwann 2007 ganz still und ohne Requiem verloschen (die Domain wird noch für Werbung genutzt). Irgendwie seltsam dieser stille Abgang, wenn man sich den alarmierenden Slogan der archivierten Leitseite einmal auf der Zunge zergehen lässt:

Immer mehr Wissenschaftler und Ärzte weisen auf die gesundheitlichen Gefahren von E-Smog/ Mobilfunk hin

War wohl nicht ganz ernst gemeint, der Alarm, der dort bis zum letzten Tag vor dem Untergang stand! Papier ist geduldig, Webseiten noch viel mehr.

Die Macher von dresden-ungepulst haben tapfer gekämpft, sich aber still und heimlich vom Acker gemacht, als sie (nach immerhin 5 Jahren) merkten, dass die Mobilfunkdebatte, wie sie Sendemastengegner führen, nur substanzlose Panikmache ist. Dies ist der eine Weg, mit einem Irrtum fertig zu werden. Wir haben den anderen gewählt, den vor uns kein andere Kritikerseite gegangen ist: Wir machen unsere Website nicht dicht, sondern betreiben sie mit dem aktuellen Kenntnisstand (nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys) weiter, sozusagen als ständiger störender Missklang im Spiel des "Panikorchesters" der Sendemastengegner.

Der rückstandslose Untergang von Seiten wie dresden-ungepulst ist auf jeden Fall die bessere Alternative im Vergleich zu Seiten, die längst leichenstarr sind, aber noch immer im Netz herumhängen. Eine solche Seite ist www.funkenflug1998.de. Als Webmaster Andreas Flaig seine Site 2004 dicht machen wollte (Flaig: Ich glaube das alles nicht mehr ...) war ich noch 150-prozentiger Sendemastengegner und bequatsche ihn (und hese), nicht dieses verheerende Signal zu setzen, sondern die Site im Netz zu lassen, es wäre doch schade um die vielen Informationen. War ich damals ein bisschen stolz über den vermeintlichen Erfolg, könnte ich mich heute dafür in den - na Sie wissen schon - beißen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Abschied, Sendemastgegner, Instrumentalisierung, Bürgerinitiative, Untergang, Querulant, Panikmache, Gleichschaltungsmanipulation, Ausgeschieden


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