Es lebe die Manipulation auf Teufel komm raus (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 30.01.2008, 00:12 (vor 4825 Tagen) @ Doris

Diesem Beitrag bin ich nun schon auf drei verschiedenen Seiten begegnet....

Ja, leider! Dabei wäre mMn schon eine Seite zuviel gewesen.

Prof. Dr. V. Odafone

Nett, mal was Kreatives, das ist allerdings schon das Beste am ganzen Beitrag.

Eine zentrale Behauptung der Mobilfunkindustrie: es gäbe keinen Wirkungsmechanismus (Wechselwirkung, Kausalität) zwischen der Mikrowellenstrahlung und Schädigungen in der menschlichen Zelle.

Na toll! Der erste Satz und schon die erste Panne. Es ist absoluter Quatsch, zu behaupten, das Fehlen eines Wirkungsmodells wäre eine zentrale Behauptung der Mobilfunkindustrie. Das ist frei erfunden und ohne jede Substanz. Oder zählt Lebrecht von Klitzing etwa zu den Betreibern? Immerhin war er es, das Paradepferd der Kritiker, der auf die Frage "In welcher Form wirken Sendeanlagen und Handys denn auf den Menschen?" antwortete: "Grundsätzlich existiert hier kein Wirkungsmodell"! Und dies ist längst nicht alles, in dieser Tonlage lässt sich bei Google tonnenweise Material bei mobilfunkkritischen Seiten finden - von wegen zentrale Behauptung der Mobilfunkindustrie. Sowas ärgert mich, wer immer den Text verzapft hat, er will offenbar nur eines: manipulieren.

Im folgenden stehen Dokumente von Forschungen zum Download, die Schädigungsmodelle aufzeigen.

Sodalla, da kommt dann also eine hübsch eindrucksvolle Liste mit Wirkungsmodellen aller Schattierungen. Komplett ist die Liste freilich nicht, denn z. B. die Wirkungsmodelle von Dr. Carlo und Dr. Ruzicka werden unterschlagen. Schlimm ist dies dennoch nicht, denn kaum jemand aus der adressierten Laien-Leserschaft dürfte die Beschreibung der Wirkungsmodelle lesen geschweige denn verstehen. Oder was ist davon zu halten, wenn einen die Links den Blick auf Böhmische Dörfer wie dieses lenken: Eine Stunde nichtthermischer Exposition der Zellen ändert den Phosphorylierungs-Zustand einer Anzahl, zum größten Teil nicht identifizierter Proteine. Eins dieser Proteine war das Hitzeschock-Protein 27 (Hsp27). Eine Mobilfunk-Exposition verursachte einen vorübergehenden Anstieg der Phosphorylierung von Hsp27. Dies wurde unterbunden durch einen spezifischen Inhibitor von p38MAPK (p38 mitogen-aktivierte Proteinkinase). Wetten, dass auch der Linksetzer da nur Bahnhof versteht?!

Verständnis für komplexe Zusammenhänge zu wecken scheint indes nicht die Absicht des Linksetzers gewesen zu sein. Nein, das Wissenschaftskauderwelsch ist nichts für Otto Normalverbraucher, zum Transportieren der folgenden Botschaft eignet es sich aber prächtig: Es gibt Wirkungsmodelle, Klügere mögen diese verstehen, doch die Mobilfunkindustrie streitet wieder einmal alles ab. Das ist die eigentliche Botschaft, die ankommen soll, egal ob sie zutreffend ist oder Hirngespinst. Aber: Ehrlich ist die Botschaft nicht. Denn es ist ja überhaupt keine Kunst, irgendwelche Wirkungsmodelle auszuschwitzen und ins Internet zu stellen. Entscheidend ist nicht, dass es welche gibt, sondern ob sie von kompetenter Seite wahrgenommen, diskutiert und anerkannt werden! Und da ist Schluss beim Linksetzer: Denn keinem einzigen seiner Wirkungsmodelle ist Anerkennung beschieden worden, sie alle sind Hypothesen, nicht mehr und nicht weniger. Diese Hypothesen den Leuten unterschwellig als gefundene gültige Wirkungsmodelle für die Schädigende Wirkung von Mobilfunk am Menschen anzudrehen halte ich lediglich für eine neue Variante der Blendung und Panikmache. Das hat nichts mehr mit Mobilfunkkritik zu tun, das ist ärgerlicher Pfusch am Bau. Versöhnlich stimmt bestenfalls noch der Umstand, dass sich der Linksetzer die Mühe gemacht hat, einige Wirkungsmodelle zusammen zu tragen, um einem die Suche danach zu verkürzen.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=18499

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Manipulation, Wirkmechanismus


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