Grenzwertausschöpfung (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 22.07.2006, 18:10 (vor 5239 Tagen) @ Gerold
bearbeitet von KlaKla, Sonntag, 23.07.2006, 09:00

Das Münchner Vorsorgemodell ist eine Alibipolitik, mit einer Grenzwertsenkung auf 10% wird nichts erreicht, genau sowenig wie bei 1%. Erst bei 0,1% sind überhaupt erste technische Änderungen an den Antennen notwendig.

Das mit den 10% finde ich persönlich auch nicht gut. Anfangs hatte ich das Ganze aber total falsch verstanden. Ich dachte die Antennen die auf städtischen Gebäuden der Stadt München stehen dürfen nur 10 % des Grenzwertes abstrahlten. Aber das war eine Fehlinterpretation.

[image]Das Vorsorgemodell 2003 sagt aus, wir schließen mit dem Betreiber einen Standortvertrag ab, wenn da wo sich Menschen dauerhaft aufhalten 10 % des Grenzwertes nicht überschritten wird ohne Zustimmung des Stadtrates. Wenn mal eine Standortvermietung zur Folge hat, dass an einem Ort wo sich Menschen dauerhaft aufhalten mehr als die 10 % des Grenzwertes erreicht wird, müssten die Stadtratsmitglieder ihr Zustimmung erteilen.

Erst wenn man die 10 % vom Grenzwert in Leistungsflussdichte anzeigt, und man mal Messberichte von Betreiber finanzierten Messkampagne anschaut, wird einem klar, welche Augenwischerei die Stadt München mit diesem Vorsogemodell betreibt.

10 % v. Grenzwert GSM-900 = 450 mW/m2 Leistungsflussdichte.
10 % vom Grenzwert GSM-1800 = 900 mW/m2 Leistungsflussdichte.
10 % vom Grenzwert UMTS = 1000 mW/m2 Leistungsflussdichte.

Ich denke nirgendwo in München wo sich dauerhaft Menschen aufhalten werden sie heute 10 % Ausschöpfung des Grenzwertes erreichen.

Aufschlussreich sind Messungen, die Auskunft über die Grenzwertausschöpfung geben, wo sich Menschen dauerhaft aufhalten. Top 10 Liste der Mobilfunkbelastung.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Grenzwertausschöpfung in Prozentangaben aus der EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur.

Nun sieht man, dass so ein Abkommen (10 % Grenzwertausschöpfung) wirklich keine Verbesserung für die Bürger bedeuten kann. Anders würde es aussehen wenn man sagt, 10 % vom Grenzwert dürfen nicht im Sicherheitsbereich überschritten werden. Denn das wäre eine echte Grenzwertsenkung mit positiven Auswirkungen auf die Immissionsbelastung für die Bürger.

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Nachtrag 08.02.2008

Ich muss die Werte korrigieren, mir ist ein Fehler unterlaufen.
10 % v. Grenzwert GSM-900 4,5 V/m = 54 mW/m² Leistungsflussdichte.
10 % vom Grenzwert GSM-1800 5,8 V/m = 89 mW/m² Leistungsflussdichte.
10 % vom Grenzwert UMTS 6,1 V/m = 99 mW/m² Leistungsflussdichte.

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