Wie die Spinne im Netz: An Adlkofer führte kein Weg vorbei (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 06.04.2021, 20:59 (vor 547 Tagen) @ Alexander Lerchl

Rüdiger berichtete mir auf dem EBEA-Treffen im November 2003 in Budapest, dass seine HF-Publikation [siehe Diem et al., 2005] nicht zur Veröffentlichung angenommen worden war, und er bat mich um Rat, wie er das Papier verbessern könne, um es zu veröffentlichen. Ich schlug vor, dass Vijayalaxmi, eine Expertin auf diesem Gebiet, über Fachwissen verfügen würde, um bei der Bewertung ihrer Probleme zu helfen. Auf Rüdigers Bitte hin stellte ich Vijayalaxmi dann Rüdiger und Adlkofer vor; und Adlkofer führte Vijayalaxmi, Rüdiger und mich zu einem Abendessen in Budapest aus, wo wir im Frühjahr 2004 einen gemeinsamen Besuch in Rüdigers und Taubers Laboratorien planten, um zu versuchen, ihnen bei der Lösung der Schwierigkeiten mit ihrer Forschung zu helfen.

Kann das stimmen? Ja, es kann. Denn Vijayalaxmi, Rüdiger und Adlkofer waren 2003 tatsächlich (als Referenten) in Budapest. Zu entnehmen ist das dem Abstract-Book des Treffens. Johnston referierte nicht und bleibt deshalb unsichtbar. Rüdiger et al. berichteten über die Wiener NF-Teilstudie des "Reflex"-Projekts, Adlkofer et al. (u.a. R. Tauber) über die Berliner HF-Teilstudie (deren wissenschaftliche Publikation dann bekanntlich ausblieb). Interessant: Adlkofer erwähnte 2003 die EMF-Wirkung auf Ionenkanäle von Zellen (die seinerzeit, Stichwort "Kalzium", auf dem absteigenden Ast war) und triggerte damit möglicherweise Martin Pall, der sich ab 2013 ebenso intensiv wie alarmierend mit diesem Thema beschäftigte (Gruppe der spannungsgesteuerten Ionenkanäle) und zuletzt ordentlich Prügel dafür einstecken musste. Pall war allerdings keiner der vielen szenebekannten Referenten in Budapest. Auch Molla-Djafari (Auva-Versicherung) trat dort auf (u.a. mit Elisabeth Diem) und und berichtete bereits damals über das Wiener Athem-Projekt, in das u.a. die "Reflex"-Nachfolgestudie (UMTS-Befeldung) eingebunden war. Dieses Timing war mir bislang unbekannt, denn öffentlich präsentiert wurden die Ergebnisse des Athem-I-Projekts erst sechs Jahre später im September 2009. Gut ein Jahr zuvor wurde die "Reflex"-Nachfolgestudie präsentiert und löste den bis heute andauernden "Reflex"-Streit aus, der längst nicht mehr auf wissenschaftlichem Parkett stattfindet, sondern nur noch in Gerichtssälen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Rüdiger, ATHEM-Projekt, Mosgöller, Tauber, Diem, Budapest, EBEA, Molla-Djafari


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