3. Versuch: Gigaherz-Jakob will von 5G-Brandstiftern ablenken (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 20.03.2021, 17:27 (vor 1182 Tagen) @ H. Lamarr

Jakobs Lüge, im Fall Thun handle es sich höchstwahrscheinlich nicht um Brandstiftung, wird von einer anderen Szene in dem Tele-Bärn-Video ziemlich zweifelsfrei ins Gegenteil verkehrt. Denn Hochspannungsüberschläge und vagabundierende Streuströme von Bahnanlagen hinterlassen am Tatort gewöhnlich keine Bekennerbotschaft ...

Gigaherz-Jakob will uns weiter glauben machen, Mobilfunkgegner seinen friedlicher als Schafe. Am 19. März empört er sich aufs Neue, weil nun auch das Schweizer Fernsehen SRF einen Bericht über den Brandanschlag im Strättligwald bei Thun brachte. Auf einem Foto entdeckte Jakob ein herabhängendes Erdungsseil und bastelt sich eine neue wirre Erklärung zurecht, nicht militante Mobilfunkgegner hätten die Kabelage des Masten in Brand gesteckt, sondern ein technischer Defekt:

[...] Sie müssen nicht vom schlimmsten aller Anschläge im Strättligwald bei Thun reden und uns gleichzeitig die schönsten Bilder der Brandursache, nämlich ein heruntergefallenes Erdseil der 132’000Volt-16.6Hz Hochspannungsleitung präsentieren, welches höchstwahrscheinlich mit einem 132’000Volt-Stromleiter kurzzeitig Kontakt hatte und die Anlage explosionsartig in Flammen aufgehen liess. Was auch sehr schön auf den Brandherd schliessen lässt.

Das durch das hohe Magnetfeld, verursacht durch den hohen Kurzschluss- resp. Erdschlussstrom, aus den Halterungen gerissene, und nun frei in der Luft hängende Erdseil, ist auf den Aufnahmen von srf gut erkennbar. Bei Anlagen mit Bahnstrom sind die Erdungsverhältnisse überaus komplex. Da gibt es eine Bahn-Erde (16.6Hz), eine Netz-Erde (50Hz), eine Erde für die Elektronik (Kabel-Schirme) und erst noch eine Blitzschutz-Erde. Zwischen all diesen Erdungen kann es zu markanten Spannungsdifferenzen, mit ebenso markanten Ausgleichströmen kommen. Diese allein könnten zu einem Kabelbrand führen. [...]

Doch warum ein Erdungsseil ausgerechnet bei einem mit Mobilfunk bestückten Hochspannungsmast ohne Fremdeinwirkung auf einen Stromleiter herunter gefallen sein soll, dort einen Kurzschluss verursachte und von seinem eigenen Magnetfeld (nachträglich) aus der Halterung gerissen wurde, darüber gibt der Ex-Elektriker keine Auskunft. Ob an der Vermutung technisch überhaupt etwas dran ist (brennen etwa senkrecht verlegte Kabel tatsächlich von oben nach unten komplett ab?), müsste ein Sachverständiger klären. Notwendig ist dies jedoch nicht, denn wieder missachtet Jakob die erwiesene Tatsache, dass am Betriebscontainer der Mobilfunkbasisstation aggressive Kritzeleien vorgefunden wurden (siehe Post oben), die auf militante Mobilfunkgegner hinweisen.

Und Jakob kann es einfach nicht lassen, mit seiner Styroporkeule zu drohen: Obwohl das SFR korrekt von "mutmaßlicher" Brandstiftung spricht, glaubt der 82-Jährige Druck machen zu müssen:

[...] Wir überlegen uns zur Zeit, gegen die Redaktion Schweiz Aktuell Strafantrag wegen Verleumdung und übler Nachrede zu stellen, denn der ganze Beitrag war so perfid ausgelegt, als seinen tatsächlich Mobilfunkgegner am Werk gewesen.
Wir erwarten eine sofortige und radikale Korrektur Ihrer Falschmeldungen anlässlich einer zeitnahen Sendung. [...]

Jede Wette: Die "Überlegung" von Gigaherz wird endlos dauern und leise versickern und das SRF wird von einer "sofortigen und radikalen Korrektur" selbstverständlich Abstand nehmen. Bestätigt Jakob mit seiner radikalen Forderung doch den Verdacht, dass es unter Mobilfunkgegnern nicht wenige gibt, die nicht mehr alle Latten am Zaun haben und zu verbaler Gewalt neigen. Da ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Sachbeschädigung.

Als Inhaber eines virtuellen "Jagdscheins", der ihn von der Haftung für seine Äußerungen befreit, leistet sich der Gigaherz-Präsident nebenbei noch eine dreiste Unterstellung, die er nicht einmal mit Scheinfakten zu belegen sucht, sondern einfach nur behauptet:

Sie [das SRF, Anm. Postingautor] sind offensichtlich einer Rufmordkampagne gegen organisierte Mobilfunkgegner, inszeniert von den Schweizer Mobilfunkbetreibern (Verband ASUT) aufgesessen.

Warum sich Asut auch diese Unterstellung schulterzuckend gefallen lassen wird, das hängt mit der Schmackhaftigkeit eines alten zähen Querulanten zusammen :-).

Vor dem Gigaherz-Präsidenten muss niemand Angst haben. Der beißt niemanden. Der will nur spielen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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