Millionenspiel: Selbst Einstein im Irrtum (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.02.2020, 12:19 (vor 515 Tagen) @ H. Lamarr

Ergo müssen seine Leser sich mit der Ansage zufrieden geben, Martin Röösli würde öffentlich behaupten, die Strahlung von Mobilfunkantennen auf dem Nachbardach sei eine Million mal schwächer als das Handy am eigenen Ohr.

Für kommenden Donnerstag, 27. Februar 2020, kündigt das Schweizer Fernsehen SRF1 in der Sendereihe "Einstein" die Sendung 5G - Chancen und Nebenwirkungen an (22:25 Uhr).

In der Ankündigung der Sendung hieß es bis vor kurzem noch:

Fakt ist, wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Risiken hinken massiv hinterher. Es brauche aussagekräftige Studien, die beweisen, dass auch diese Strahlen nicht gefährlich sind, sagt Martin Röösli, Umweltepidemiologe des Schweizerischen Tropeninstituts in Basel. Doch für den Experten ist klar: Ob 5G oder nicht - das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis zu 100'000 Mal mehr als dies durch Antennen geschieht.

Hoppla! Hat Jakob mit seiner Behauptung also doch recht und der notorische Dyskalkuliker hat sich nur um eine Null vertan?

Nein, der Fehler lag in der Programmankündigung. Wer dieselbe Ankündigung heute noch einmal aufruft (und nicht wie oben aus dem Webcache), bekommt einen anderen, diesmal richtigen Text zu sehen:

Fakt ist, wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Risiken hinken massiv hinterher. Es brauche aussagekräftige Studien, die beweisen, dass auch diese Strahlen nicht gefährlich sind, sagt Martin Röösli, Umweltepidemiologe des Swiss TPH, des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts in Basel. Doch für den Experten ist klar - ob 5G oder nicht - das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis zu 1‘000‘000 Mal mehr als bei optimaler Verbindungsqualität.

Verschwunden ist jetzt auch der bizarre Bezug auf "Antennen" (gemeint waren damit Mobilfunksendemasten), der den falschen Eindruck erweckte, Mobiltelefone hätten keine Antennen. Mit solchen hanebüchenen Verzerrungen degradiert sich Einstein mMn selbst zum Gallenstein :no:.

Mutmaßlich hat SRF1 den fehlerhaften Text verfasst und infolge einer Intervention von extern nachträglich berichtigt. Und wahrscheinlich greifen die Online-Programmzeitungen alle auf denselben Datensatz zu, gespeichert bei SRF1, denn wie durch ein Wunder zeigen heute alle Programmzeitungen kollektiv den richtigen Text. Unschön nur, dass die Berichtigung klammheimlich vollzogen wurde, nichts weist in der aktuellen Ankündigung darauf hin, dass ein inhaltlicher Fehler berichtigt wurde.

Für Verschwörungsphantasien anfällige Mobilfunkgegner könnten nun vermuten, Martin Röösli hätte eben doch das gesagt, was Jakob ihm unterstellt. Und als dies ruchbar wurde, habe das Imperium sofort reagiert und Rööslis Aussage schnellstens überall zurechtgebogen. Wäre es so, hätte auch Jakob von Faktor 100'000 sprechen müssen. Tut er aber nicht, sondern er redet von 1'000'000. Das muss er, denn Jakob bezieht sich nicht auf das, was noch vor zwei Tagen in der Einsteinschen Programmankündigung fehlerhaft stand, sondern auf das, was Röösli schon im Januar 2020 im Bayerischen Rundfunk vor laufender Kamera richtig sagte (siehe Startposting).

Wie resistent der Gigaherz-Präsident gegen jede Art von Belehrung ist, kann man sich hier ansehen. Gigaherz-Vorständin Elisabeth Buchs hat dort am 21. Februar die fehlerhafte Programmankündigung eingestellt. An gleicher Stelle wirbt Jakob gestern für seinen verunfallten Widerlegungsversuch, ohne auch nur im geringsten auf die Diskrepanz zwischen den Faktoren 100'000 und 1'000'000 einzugehen. Jedem verständigen Menschen müsste diese Diskrepanz sofort auffallen. Jakob ignoriert sie, er ist allein daran interessiert, seine Desinformation unters Volk zu bringen.

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[Admin: Text am 01.03.2020 geringfügig sprachlich editiert]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Medien, Wissenschaftler, Schweiz, Röösli, SRF, Dilettanten, 5G-Tea-Party, Meier


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