Stiftung Warentest reagiert auf Kritik (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.09.2019, 19:59 (vor 94 Tagen) @ H. Lamarr

Was dort zu lesen ist dürfte nicht nur die Redaktion von Stiftung Warentest an den Rand der Bewusstlosigkeit bringen. Wenn die maulenden Kommentatoren dort repräsentativ für die Szene der deutschen Mobilfunkgegner sind, erklärt dies schlüssig, warum es seit 20 Jahren im Unterholz der öffentlichen Mobilfunkmeinung beständig raschelt und knackt, doch zu keiner Zeit ein Wildschein hervorbricht, sondern nur Mäuslein, Maulwürfe oder höchstens einmal ein Perlhuhn zu sehen ist.

Die Stiftung hat auf die Kritik einiger Kommentatoren reagiert und ihren Text auf der Website um folgenden Eintrag ergänzt:

[Update: 05.09.2019]: Zur Kritik an unserem Bericht

Unser Artikel hat für Diskussionen unter unseren Lesern gesorgt. Die Haupt­vorwürfe von Kritikern lauten, wir seien industrie­nah, selektiv bei der Auswahl von Studien und intrans­parent. Hier unsere Stellung­nahme dazu:

Vorwurf Industrienähe: Die Stiftung Warentest arbeitet unabhängig von Herstel­ler­interessen, neutral, objektiv und ergebnis­offen. Unsere Einschät­zungen und Fragen zu Studien­ergeb­nissen erörterten wir mit einer Experten­runde aus Behörden­vertretern, Forschern und Ärzten, darunter auch kritischen. Unser im Artikel gegebenes Fazit ist Ergebnis dieses Prozesses.

Vorwurf Selektive Auswahl von Studien: Zu Gesund­heits­aspekten rund um Mobil­funk gibt es Tausende von Studien mit höchst unterschiedlichen Ergeb­nissen. Um daraus gebündelt Bilanz zu ziehen, nutzten wir für den Faktencheck möglichst aktuelle „Meta-Analysen“. Für eine Meta-Analyse werten Forscher die vorliegenden Unter­suchungen zu bestimmten Themen­gebieten systematisch aus und veröffent­lichen das Ergebnis in interna­tionalen Fachjournalen. Meta-Analysen haben damit eine weit­aus höhere Aussagekraft als Einzel­studien. Wenn wir Einzel­studien nutzen und benennen, dann wegen ihrer hohen Relevanz. Das gilt vor allem für die großen neuen Tier­studien (NTP, Ramazzini). Diese ließen wir gesondert von unabhängigen Toxikologen begut­achten:
Übersicht der zitierten Quellen (inklusive Studien­typ).

Vorwurf Intrans­parenz: Der Bitte unserer Leser, das Gutachten zu den Tier­studien sowie die Teilnehmer unserer Experten­runde publik zu machen, können wir leider nicht nach­kommen. Den Experten haben wir im Vorfeld Vertraulich­keit zugesagt, ähnlich wie wir es auch bei unseren Expertengremien zu Produkt- und Dienst­leistungs­tests halten. Auch Gutachten geben wir aus Gründen der Vertraulich­keit und zum Schutz unserer Prüf­institute nicht heraus. [Ende Update]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Unterstellung, Medien, Intransparenz, Stiftung Warentest, Industrienähe


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