Wie manche Medien ein Zerrbild von 5G zeichnen (Medien)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 28.02.2019, 13:09 (vor 207 Tagen)

Only bad news are good news, – das Credo der Medien macht auch vor 5G nicht Halt. Zur klammheimlichen Freude organisierter Mobilfunkgegner und von Verlagsleitern, die auf möglichst viele Klicks schielen. Klicks bedeuten in der Medienbranche bares Geld, hohe Klickraten treiben Anzeigenpreise in die Höhe. Richtig übel wird es, kommt zur Meinungsmache der Medien die Meinungsmanipulation der Gegner hinzu. Dann scheint die Lage hoffnungslos zu sein, der Widerstand gegen 5G die Oberhand zu gewinnen. Wirklich? Nein, die kritischen Kommentare unter tendenziösen Medienartikeln machen deutlich, die Bevölkerung ist keineswegs so dumm, wie manche glauben.

Die Gilde der materiellen und immateriellen Geschäftemacher mit der Angst vor Funkwellen hat sich längst auf 5G eingeschossen. Ebenso Medien aus der zweiten und dritten Reihe. Doch auch seriöse Medien sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen und heizen den Kessel genüsslich auf, etwa der Tagesspiegel oder Zeit-Online.

Aus meiner Sicht bilden die Medien nicht etwa die öffentliche Meinung zu 5G ab, sondern sie sind es, die die Ängste in die Bevölkerung injizieren. Wäre an den Bedenken etwas dran, könnte man dies noch tolerieren, doch die mahnenden Artikel sind wenig fachkundig, sie zitieren lediglich ein paar nachdenkliche Stimmen, die in einem seichten und tendenziösen Kontext verpackt zu Alarmen anschwellen. Die verzerrte Berichterstattung dieser Medien hat für mich mit Pluralismus und Meinungsfreiheit wenig zu tun. Ich finde es beschämend verantwortungslos und irreführend, wenn Außenseitermeinungen nicht als solche gekennzeichnet und wie Mehrheitsmeinungen präsentiert werden. Niemand käme z.B. auf die Idee, in die TV-"Elefantenrunde" nach Bundestagswahlen den Vorsitzenden einer Partei einzuladen, die mit zwei Prozent Stimmenanteil unter "Sonstige" gelandet ist. Wenn es um 5G geht, sind die Medien weniger anspruchsvoll und greifen wahllos zu, Kompetenz ist Nebensache.

Anlass für dieses Posting sind die gegenwärtig 318 Kommentare unter dem Zeit-Artikel. Diese werte ich zwar nicht als repräsentatives jedoch als brauchbares Meinungsabbild aus der Bevölkerung, das augenscheinlich nicht mit dem übereinstimmt, was manche Medien und Journalisten gerne hätten. Die kritische Distanz der Kommentatoren ist bemerkenswert, sie decken deutlich die Versäumnisse oberflächlich recherchierender Verlautbarungsjournalisten auf. Das lässt hoffen, dass die Meinungsmache doch nicht so reibungslos funktioniert wie es auf dem ersten Blick aussieht.

Die Steigerung von Meinungsmache ist Meinungsmanipulation. Diese wird momentan in der Schweiz vorbereitet. Dort soll am 1. März im Nachtprogramm von SRF1 eine 5G-Disussionsrunde zusammentreten. Bekannte Mobilfunkgegner sind unter den derzeit genannten Diskussionsteilnehmern nicht vertreten, die wenigen organisierten Gegner, schweizweit sind es vielleicht 200, versuchen daher auf andere Weise den Fuß in die Tür zu bekommen. Um sich überproportional Gehör zu verschaffen und als "Stimme des Volkes" wahrgenommen zu werden, formiert sich bei gigaherz.ch bereits die Manipulation der öffentlichen Meinung, indem dort Zuschaueranfragen an die Redaktion der Sendung organisiert werden (Quelle 1 und Quelle 2). Es ist in Glücksfall, dass dies wenig geschickt (noch) öffentlich dokumentiert wird und die Manipulation nicht ausschließlich in den internen Netzwerken der Gegner vorbereitet wird. Das Ziel ist klar: Die mangelhafte Qualifikation der bekannten Außenseiterstandpunkte soll durch Masse kompensiert werden, damit die Redaktion gar nicht anders kann, als die eine oder andere Zuschaueranfrage aus diesen Kreisen in die Diskussionsrunde einzustreuen und der fachliche Stuss, mit dem organisierte Mobilfunkgegner seit Jahren die Öffentlichkeit terrorisieren, auf diese Weise vermeintlich salonfähig wird.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Zerrbild, Medien, SRF, Meinungsmanipulation, Glättli


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