Best of Barrie Trower (III) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 22.12.2018, 16:03 (vor 559 Tagen) @ H. Lamarr

In diesem Dokument erklärt Barrie Trower:

Both WI-FI and microwave ovens operate at 2.4 GHz. An average WI-FI transmitter operates at 0.2 J/s [0.2 Watts]. Therefore, if using only 20 computer/laptop transmitters in a classroom, there is a combined 4 J/s [4 Watts]. A typical microwave oven (output) is 800 J/s [800 Watts] (magnetron input equals 1,200 J/s [1,200 Watts]). Therefore, a classroom equals 4 J/s [4 Watts]; a microwave oven 800 J/s [800 Watts]. A ratio of 1:200. Therefore, if WI-FI is used in morning and afternoon sessions, 200 seconds in a classroom (at 4 J/s [4 Watts]) equals 1 second inside a microwave oven (at 800 J/s [800 Watts]); over a school day the equivalent of 2 minutes in a microwave oven; 10 minutes per week [Fußnote 1].

[Fußnote 1] It should be noted these calculations will vary according to the following factors:
i. There can be approximately 13 mathematical variations to wave formulae;
ii. The 1/d2 rule will apply to distance;
iii. The wall transmitter and main transmitter are not included/calculated;
iv. Constructive interference patterns are not calculated;
v. WI-FI sets and transmitters in nearby classrooms are not included/calculated; and
vi. Reflective materials are unknown: i.e. wall insulation.

Trower rechnet vor, in einem Klassenzimmer mit 20 funkvernetzten W-Lan-Laptops würden 20 x 0,2 W = 4 W Sendeleistung freigesetzt. In einem Mikrowellenofen wären es bei gleicher Frequenz 800 W Leistung. Das Leistungsverhältnis sei 1:200. Dies bedeute: Wirkt W-Lan im Vormittags- und Nachmittagsunterricht für 200 Sekunden mit 4 W auf einen Schüler ein, ist dies gleichbedeutend mit der Einwirkung, säße ein Schüler 1 Sekunde in einem Mikrowellenofen von 800 W Leistung. Auf einen ganzen Schultag bezogen entspreche die W-Lan-Immission 2 Minuten Aufenthaltsdauer in einem Mikrowellenofen, auf eine 5-Tage-Woche bezogen 10 Minuten. In einer Fußnote listet Trower noch diverse Einschränkungen seines Rechenkunststücks auf.

Mit seinem billigen Trick ängstigt Trower Eltern, jede Woche Unterricht in einem W-Lan-"verseuchten" Klassenzimmer wäre einem 10-Minuten-Aufenhalt ihres Kindes in einem Mikrowellenofen gleichzusetzen. Es lässt sich leicht ausmalen, wie verstört technisch unqualifizierte Eltern auf so eine Alarmbotschaft reagieren.

Trowers Denkfehler: Er ignoriert das Vorhandensein von Wirkschwellen, unterhalb derer eine einwirkende physikalische Größe biologisch unbedeutend ist. Mit anderen Worten: Wir fühlen uns ein Leben lang bei 20 °C pudelwohl, selbst wenn ein Milchmädchen uns vorrechnen würde, dass wir auf der Oberfläche der 6000 °C heißen Plasmakugel, die wir Sonne nennen, umgerechnet nur relativ wenig Zeit fürs gepflegte Golfspiel hätten. Oder nochmal anders gesagt: Ein Hühnerei wird dauerhaft bei 20 °C gelagert auch dann nicht hart, wenn Barrie 100 Jahre darauf wartet.

Starke elektromagnetische Felder (nicht-ionisierende Strahlung, EMF) zeigen nur während ihrer Einwirkdauer biologische Wirkung. Entfällt die Einwirkung, ist die Wirkung entweder schlagartig vorüber oder klingt in Minuten/Stunden auf Null ab. Bei ionisierender (radioaktiver) Strahlung ist dies ganz anders: Wer z.B. tagsüber radioaktiv belastete Luft einatmet (Partikel in der Lunge), bei dem klingt die Belastung nachts nicht (oder nur wenig) ab, sie wird von Tag zu Tag mit der Menge der eingeatmeten radioaktiven Partikel sogar stärker. Wiederholte Befeldung mit EMF wirkt nicht kumulierend (anhäufend) schädlich, deshalb ist auch das Bedrohungsszenario, ein Mobilfunksendemast wirke im Vergleich zu einem Mobiltelefon zwar nur schwach ein, dafür aber ununterbrochen 24 Stunden jeden Tag, eine angstschürende Behauptung ohne Substanz.

Wie wenig Trower von den Grundlagen der Dosimetrie weiß zeigt seine Fußnote. Er listet dort neben dem wichtigen "Abstandsgesetz" ein paar mehr oder weniger belanglose Einschränkungen seines Rechenkunststücks auf, ohne jedoch eine weitere wichtige Einschränkung zu nennen: Trower geht fälschlich von einem leeren Klassenzimmer aus, er ignoriert den Lehrer sowie die 20 Schüler im Raum. Nur auf diese Weise gelingt ihm näherungsweise seine Milchmädchenrechnung 20 x 0,2 W = 4 W. Menschen bestehen aber nicht aus Luft, sondern aus Fleisch und Blut und das heißt: Sie absorbieren einen beträchtlichen Teil der von den W-Lan-Laptops abgestrahlen Funkleistung und setzen diese Energie in Wärme um. Schlichtes Aufaddieren abgestrahlter Funkleistungen ist daher grundfalsch und führt zu einer groben Überbewertung der tatsächlich auf die Schüler einwirkenden Immission. Die Absorption erklärt auch, warum in einem voll besetzten Bus mit z.B. 60 Personen, die alle gleichzeitig ihr Mobiltelefon benutzen, die zulässigen Ganzkörper- und Teilkörper-Immissionen (SAR) trotzdem nicht überschritten werden. Dazu gibt es quantitative wissenschaftlich fundierte Betrachtungen.

In Anbetracht von Trowers Defiziten stellt sich mir die Frage: Was zum Teufel hat dieser Mann seinen Schülern im Physikunterricht für einen Blödsinn (über EMF) aufgeschwatzt?

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum