Neuer Anlauf: Berkeley will Warnhinweise auf Handys erzwingen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 24.07.2014, 15:23 (vor 2281 Tagen)

Berkeley ist eine US-amerikanische Stadt im Alameda County in der nordkalifornischen San-Francisco-Bay-Area. Sie grenzt im Süden an die Stadt Oakland, im Osten an die Berkeley Hills und im Norden an die Stadt Albany. Berkeley hat 112'578 Einwohner.

Die Stadtverwaltung von Berkeley weiß sehr wohl, dass erst vor ein paar Jahren im benachbarten San Franzisko der Versuch gescheitert ist, Warnhinweise auf Handys und in den Schaufenstern von Handy-Shops zu erzwingen. Dennoch will die Stadt jetzt einen neuen Versuch in diese Richtung unternehmen, sozusagen als Probelauf auf Kleinstadtniveau. Wie die Website SFGate weiter berichtet, beabsichtigt die Stadt, den Text auf den geplanten Warnaufklebern mit einem Rechtsgutachten der Harvard-Universität abzusichern.

Warum ausgerechnet Berkeley? Die Nähe zu San Franzisko dürfte eine entscheidende Rolle gespielt haben. Wer aber hat die Stadtverwaltung aufgestachelt? Einiges deutet darauf hin, es war der Mobilfunkgegner Dr. Moskowitz, der vor Ort an der UC Berkeley School of Public Health wirkt und - was für ein Zufall - auch im Bericht auf SFGate zu Wort kommt.

Da es wenig sinnvoll ist, innerhalb der Grenzen eines Städtchens wie Berkeley Warnaufkleber für Handys beim Verkauf zur Pflicht zu machen, muss es noch einen anderen Grund geben, warum der neue Anlauf gewagt wird. Aus meiner Sicht ist dies die Signalwirkung, die sich Mobilfunkgegner weltweit von einem Erfolg in Kalifornien erhoffen. Und Berkeley wurde als Präzenzfall ausgewählt, weil die Bedingungen dort besonders günstig sind. Wer in den USA die Drahtzieher in der Anti-Mobilfunk-Szene sind, die ein solches Projekt schultern können, ist nicht ersichtlich, könnte sich bei den kommenden Auseinandersetzungen jedoch herauskristallisieren. Devra Davis jedenfalls hatte bereits in San Franzisko die Finger mit im Spiel.

Da sich seit der Pleite der Mobilfunkgegner in San Franzisko am Wissensstand über mögliche biologische Nebenwirkungen des Mobilfunks jedoch nichts Westliches geändert hat, gehe ich davon aus, auch Berkeley wird im juristischen Ringen baden gehen. Der Schaden durch einen solchen angstschürenden Warnaufkleber wäre aller Voraussicht nach wesentlich größer als der Nutzen. Da man sich vor Gericht allerdings so wie auf hoher See in Gottes Hand befindet, bleibt abzuwarten ob es nicht doch noch in ein oder zwei Jahren eine Siegesmeldung aus Kalifornien gibt.

Hintergrund
SAR-Kennzeichnung: Streit in San Franzisko

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Davis, Handy, Lobby, Berkeley, Warnaufkleber, Moskowitz


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