Kleine Chronik der Warnhinweise-auf-Handy-Vorstöße (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 27.07.2014, 00:42 (vor 2284 Tagen) @ H. Lamarr

Berkeley ist eine US-amerikanische Stadt im Alameda County in der nordkalifornischen San-Francisco-Bay-Area. Sie grenzt im Süden an die Stadt Oakland, im Osten an die Berkeley Hills und im Norden an die Stadt Albany. Berkeley hat 112'578 Einwohner.

Die Stadtverwaltung von Berkeley weiß sehr wohl, dass erst vor ein paar Jahren im benachbarten San Franzisko der Versuch gescheitert ist, Warnhinweise auf Handys und in den Schaufenstern von Handy-Shops zu erzwingen.

Bislang gibt es fünf regionale politische Anläufe, Warnaufkleber auf Handys durchzusetzen. Gelistet sind hier keine bloßen Willensbekundungen von Politikern, sondern Vorstöße, die auf parlamentarischer Ebene stattfanden:

Januar 2010, Maine, USA: Ein Gesetzesentwurf der Abgeordneten Andrea Boland (federführende Initiatorin) wird an den Gesundheitsausschuss des Parlaments von Maine zur Bearbeitung weitergeleitet. Der Entwurf sieht nicht entfernbare Warnhinweise auf der Vorder- und Rückseite von Handy-Verkaufsverpackungen sowie auf der Rückseite von Handys vor. Dort sollen sie mindestens 30 Prozent der Fläche einnehmen. Text: "WARNING, THIS DEVICE EMITS ELECTROMAGNETIC RADIATION, EXPOSURE TO WHICH MAY CAUSE BRAIN CANCER. USERS, ESPECIALLY CHILDREN AND PREGNANT WOMEN, SHOULD KEEP THIS DEVICE AWAY FROM THE HEAD AND BODY." Der Gesundheitsausschuss empfiehlt im März 2010 die Ablehnung des Entwurfs, das Parlament von Maine folgt dieser Empfehlung noch im gleichen Monat.

Juni 2010, San Franzisko, USA: Die Stadt San Franzisko erlässt eine Verordnung, dass in der Stadt und ihrem Landkreis nur noch Handys verkauft werden dürfen, wenn deren SAR-Wert für den Käufer ersichtlich ist (San Francisco's cell phone right-to-know ordinance). Händler sind z.B. verpflichtet, für die in Schaufenstern ausgestellten Handys mit Schildchen den SAR-Wert jedes Geräts zu benennen, einer grundsätzliche Erklärung des SAR-Werts bereit zu halten und den Käufer darauf hinzuweisen, dass er vom Händler mehr Aufklärung über den SAR-Wert erfragen kann. Im Oktober 2011 tritt die Verordnung in Kraft. Die Mobilfunkbranche klagt dagegen und bekommt Recht. Am 7. Mai 2013 zieht die Stadt San Franzisko ihre Verordnung zurück.

März 2012, Israel: Zwei Abgeordnete der Knesset reichen im israelischen Parlament den Gesetzesentwurf für einen Warnaufkleber ein, den alle in Israel verkauften Handys tragen sollen. Text: "Warning - the Health Ministry cautions that heavy use and carrying the device next to the body may increase the risk of cancer, especially among children." Aktueller Stand: unbekannt.

Januar 2014, Hawaii, USA: Vier Senatoren des US-Inselstaates Hawaii reichen im Senat die Gesetzesvorlage für eine Warnung ein, die nicht entfernbar auf der Rückseite aller Handys angebracht sein soll, die in Hawaii über den Ladentisch gehen. Der Warnhinweis soll mindestens 30 Prozent der Rückseite einnehmen und in fetter Schrift sagen: "To reduce exposure to radiation that may be hazardous to your health, please follow the enclosed safety guidelines." Aktueller Stand: Nach der ersten Lesung wurde der Entwurf an drei Ausschüsse weiter geleitet. Zwei davon haben dem Entwurf mit Änderungen jedoch ohne Gegenstimmen bereits zugestimmt. Am 13. Februar passierte der revidierte Entwurf in zweiter Lesung den Senat. Gegenwärtig befasst sich der dritte Ausschuss (Commerce and Consumer Protection) mit dem Papier.

Juli 2014, Berkeley, USA: Zwei Stadträte der US-Kleinstadt Berkeley beantragen eine Verordnung, die für Händler im Stadtgebiet auf allen Handy-Verkaufsverpackungen folgenden Text vorschreibt: "The World Health Organization has classified wireless transmissions from cell phones as 'possibly carcinogenic,' based on an increased risk for brain cancer. Refer to the instructions in the phone or your user manual for the manufacturer's recommended distance to keep the phone from the body during use." Aktueller Stand: Der eingereichte Entwurf der Verordnung soll erstmals am 8. September 2014 im Stadtrat diskutiert werden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Chronik, Ausland, Warnaufkleber, Fernsehteam


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