Geschäftstüchtige Elektrosensible: auf Codewort "Rabatt" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 11.01.2012, 23:31 (vor 3096 Tagen) @ Kuddel

Ulli's selbsterklärte Mission ist auch, daß möglichst jeder ein solches Gerät haben sollte. Daher veröffentlicht er Video's auf Youtube, wo gezeigt wird, wie die Geräte zu benutzen sind und er bietet auf seiner HP Sammelbestellungen mit Rabatten an.

Nee, oder?

Doch!

Schon im September 2009 schrieb er, der Uli ...

"Wo gibt es das Messgerät, das ich bei Vorträgen und in den Fernsehbeiträgen benutze, und wie heißt es?
Der Name des Gerätes ist „E-Smog Spion“ und die Profiversion hat den Namen „Profi Spion“. Ich habe beide Geräte im Einsatz und bin sehr zufrieden damit. Zu bekommen sind diese bei der Firma Endotronic in 88260 Argenbühl unter der Telefonnummer 07566/465. Mein Wunsch ist es, dass möglichst viele lernen die Strahlung zu messen und für die Mitmenschen hörbar und damit begreifbar zu machen. Von dem her habe ich das Projekt „Strahlendetektive“ ins Leben gerufen. Damit möglichst viele Geräte in Umlauf kommen, habe ich einen Rabatt ausgehandelt. Wer dieses Stichwort bei der Bestellung angibt, bekommt daher einen Sonderpreis.
"

Kommentar: Die rührselige Geschichte von Ulis "Wunsch" glaube ich ihm nicht. Das Codewort "Strahlendetektive" hat mMn eine ganz andere Funktion, als die behauptete. Vielleicht höre ich ja auch schon das Gras wachsen, aber nachdem, was ich schon alles mit listigen Mobilfunkgegnern erlebt habe, könnte es auch so sein:

Freundliche Variante
1) Uli vereinbart mit der Firma E. ein Stichwort, an dem der Bestelleingang der Firma E. erkennt, dass der Kunde von Uli geschickt wurde.
2) Ein Kunde nennt bei seiner Bestellung das Uli-Stichwort.
3) Firma E. räumt dem Kunden einen kleinen Rabatt auf den Listenpreis ein.
4) Firma E. überweist Provision auf Ulis Konto.

Unfreundliche Variante
1) Uli vereinbart mit der Firma E. ein Stichwort, an dem der Bestelleingang der Firma E. erkennt, dass der Kunde von Uli geschickt wurde.
2) Ein Kunde nennt bei seiner Bestellung das Uli-Stichwort.
3) Firma E. weiß, dass bei Nennung des Stichworts der Verkaufspreis um den einzuräumenden Rabatt erhöht werden soll, der Kunde zahlt trotz Rabatt den Listenpreis,
4) Firma E. überweist dickere Provision auf Ulis Konto.

Und das schönste ist: Niemand kann unserem Uli an die Karre fahren. Denn er nennt weder beim Rabatt noch beim Preis konkrete Werte. "Sonderpreis" muss nicht zwangsläufig billiger, sondern kann auch teurer sein. Da merkt man, er war halt mal Händler, der Uli. Auch wenn er mit seinem Laden, entgegen der verbreiteten Mythen vom erfolgreichen Unternehmer, in Wahrheit bös' Schiffbruch erlitten hat.

Unser Uli ist aber nicht der einzig, der vom edlen Wunsch beseelt ist, dass möglichst viele lernen sollen "die Strahlung zu messen und für die Mitmenschen hörbar und damit begreifbar zu machen". Auch der schwer elektrosensible Hartmut H., im Oktober 2007 Gründer des Hersbrucker Vereins "Bürger gegen Elektrosmog", kam zufällig ebenfalls mit der Firma E. auf die Idee, ein Codewort für Kunden zu vereinbaren.

Und so stand denn schon 2007 auf seiner Webseite zu lesen:

"Es wird Ihnen 2% Ermässigung eingeräumt, wenn Sie als
Codewort "Hersbruck-Esmog" Ihrer Bestellung beifügen!"

Auch Hartmut H.s Empfehlung galt dem "E-Smog Spion" (und dem rd. 840 Euro teurem HF Digitmeter II). Im Gegensatz zu unserem Uli hat er immerhin jedoch die Listenpreise der Kisten genannt, so dass bei ihm die unfreundliche Variante des Provisionsmodells nicht angewendet werden kann.

Da der E-Smog Spion aus meiner Sicht kein Messgerät ist, sondern ein hoffnungslos veralteter HF-Detektor mit umständlicher Bedienung, ist davon auszugehen, dass die beiden "Stichwortgeber" an Provisionszahlungen nicht reich wurden.

Das aber ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass mMn Selbstlosigkeit vorgetäuscht wird, wo in Wahrheit Eigennutz herrscht. Getreu dem Motto "auch Kleinvieh macht Mist" könnten aus mehreren derartigen "Projekten", wie es Uli schönfärbend nennt, durchaus erkleckliche Sümmchen resultieren. Bei Uli habe ich den Verdacht, dass genau dies zutrifft, denn seine Nähe zur Firma E. ist nicht die einzige zu einem kommerziellen E-Smog-Nutznießer, er hat in der Vergangenheit auch anderweitig seine Fühler nach Einkommensquellen ausgestreckt.

Nur, wie soll man einem Extrem-EHS Glauben schenken, wenn er die möglichst große Verbreitung des "E-Smog Spions" - hergestellt in einem baden-württembergischen Dorf - als seinen Wunsch ausgibt, er tatsächlich aber heimlich Provision einschiebt und mit einem nicht enden wollenden Strom herzzerreißender Alarmmeldungen über angebliche Schrecken des Elektrosmogs den Ertrag seiner Provisionen selbst nach oben treiben kann?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Esmog-Spion, Mythen, Weiner, Trick, HF-Detektor, Kommerz, Endotronic, Messgeräte


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