Psychiatrische Begleiterkrankungen (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 09.06.2010, 13:30 (vor 3358 Tagen) @ H. Lamarr

Für die Anhänger der beliebten Psychiatrisierungstheorie nachfolgend eine Kiste scharfe Munition, geborgen aus den Resultaten der sogenannten Mainzer Studie und nachzulesen hier (klick mich, ich bin ein Link) in voller Länge.

Elektrosensible Personen behaupten häufig von sich, sie seien besonders hoch mit Chemikalien belastet, hätten geringere Entgiftungskapazitäten und hätten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung mehr und ausgeprägtere Allergien. Diese Eigenschaften seien an der Elektrosensibilität beteiligt. Daher wurde im Rahmen eines weiteren Forschungsvorhabens dieser mögliche Zusammenhang an 130 elektrosensiblen Personen und 101 Kontrollpersonen näher untersucht („Untersuchung elektrosensibler Personen im Hinblick auf Begleitfaktoren bzw.
-erkrankungen, wie z. B. Allergien und erhöhte Belastung mit bzw. Empfindlichkeit gegenüber Schwermetallen und Chemikalien"). Zusätzlich wurden weitere medizinisch relevante Daten erhoben. Das eingesetzte Instrumentarium 39 umfasste Fragebögen u. a. zu den Beschwerden, zur medizinischen Historie, zur Chemikalien-Sensibilität, zu verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen, zur Schlafqualität und zu verschiedenen biologisch/medizinischen Tests. In den biologisch / medizinischen Tests wurden verschiedene Laborwerte im Blut, die Herzratenvariabilität, verschiedene Parameter im Zusammenhang mit der Entgiftungskapazität der Leber und der immunologischen Kapazität und mehrere Schwermetalle im Blut bestimmt.

Dabei zeigte sich, dass ein Teil der elektrosensiblen Personen von psychiatrischen Begleiterkrankungen betroffen war, wobei aber gravierende, akute psychiatrische Erkrankungen bei der Rekrutierung der Probanden ausgeschlossen wurden. Die Depressivität war bei den Elektrosensiblen höher, die gesundheitsbezogene Lebensqualität geringer als bei den Kontrollpersonen, während sich bei der allgemeinen Lebenszufriedenheit keine signifikanten Unterschiede zeigten. Besonders auffallend war das signifikant deutlich höhere Vorkommen von somatoformen Störungen bei den elektrosensiblen Personen im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Die betroffenen Personen geben an, an körperlichen Symptomen zu leiden, für die keine bzw. keine adäquate körperliche Ursache gefunden werden kann. Am häufigsten trat mit 38 % die somatoforme autonome Funktionsstörung auf. Die Symptome werden hierbei so geschildert, als beruhten sie auf der körperlichen Krankheit eines Organsystems, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert wird, also z. B. des Herz-Kreislauf- oder des Magen-Darm-Systems.

Interessant finde ich, dass auch die Herzratenvariabilität untersucht wurde, also genau einer der Parameter, die auch Lebrecht von Klitzing in seine Wiesenthaler EHS-Zertifizierung mit einbezieht. Da lohnt es sich, die Werte der in Mainz getesteten EHS einmal näher anzusehen. Dass sie im Abstract nicht erwähnt werden, verheißt allerdings nichts Gutes.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Herzratenvariabilität, MCS, Kausalzusammenhang, HRV, Depressivität, EHS-Probanden, Klinische Umweltmedizin, Schwermetall-Belastung, Somatoforme Störung, Psyche


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