2. Stellungnahme von Dr. Jochen Kuhn (Allgemein)

Gast, Donnerstag, 22.03.2007, 23:50 (vor 5729 Tagen) @ Kuddel

Sehr geehrter Herr Schall,

selbstverständlich ist es uns ein großes Anliegen, Anfragen zu unseren Arbeiten ausführlich zu erläutern, um Missverständnissen vorzubeugen. Leider muss ich feststellen, dass meine Erläuterungen in Ihrem Forum teils missverständlich aufgefasst bzw. exzerpiert wurden.

Deshalb möchte ich versuchen, die Punkte in aller Kürze nochmals klar herauszustellen:

a) Die Wärmeentwicklung ist bei den von uns verwendeten DECT-Basisstationen vernachlässigbar klein!!! Punktuell wurde eine maximale Temperaturerhöhung im Bereich des Netzgerätesteckeranschlusses an der Unterseite der Basisstation von 0,8 °C - 1 °C gemessen. Über die Oberfläche der gesamten Basisstation gesehen, konnte keine Temp.-Erhöhung nachgewiesen werden (dies ist sicherlich von Gerät zu Gerät verschieden, wobei mir der im Forum genannte Wert sehr hoch erscheint; ich nehme an, dass es sich auch hier um einen punktuellen Wert handelt, da das Gerät ansonsten einen 30%igen Energieverlust allein durch Wärmestrahlung aufweisen würde).Neben der geringen Wärmeentwicklung der DECT-Station an sich kommt hinzu, dass die Basisstation auf dem nach unten geöffneten Boden des Bienenkastens (Drahtgitter) positioniert ist, sodass sogar die punktuell auf der unteren Seite der Station nachgewiesene max. Temp.-Erhöhung durch Konvektion abgeführt wird (aber selbst ohne Konvektion wäre die Einwirkung durch abgestrahlte Wärme vernachlässigbar).

b) Chemische Ausdünstungen von neuen elektrischen Geräten sind unbestritten. Deshalb sind die DECT-Geräte auch erst Monate nach Erwerb in die Kästen eingebracht worden. Nichts desto trotz nehmen wir diesen Hinweis gerne auf und bringen bei einer weiteren Folgeuntersuchung z.B. auch in die Kontrollvölker jeweils eine nicht angeschlossene DECT-Station ein.

c) Die Intensität der akustischen Geräusche wären - sofern sie überhaupt auftreten würden - infolge meiner Hinweise vom 19.03. ebenso vernachlässigbar.

d) Zu Auswirkungen niederfrequenter magnetischer Felder auf Bienen gibt es Untersuchungen, die keinen derartigen Einfluss nachweisen konnten, wohl aber Einwirkungen niederfrequenter elektrischer Felder (hier nicht brisant, da geringe Spannung). Ansonsten würde die magnetische Flussdichte bei der genannten Stromstärke von 0,5 A (die als oberste Grenze angesehen werden dürfte; unsere Angaben belaufen sich auf 0,15-0,25 A) in ca. 5 cm Entfernung von der Basisstation max. 1 Mikrotesla (bei unseren Geräten max. 0,2-0,5 Mikrotesla) betragen (relativ kleiner Wert; nimmt linear ab mit zunehmendem Abstand von der Basisstation).

e) Das Steckernetzteil befindet sich außerhalb hinter dem Bienenkasten in ca. 2 m Entfernung (wie am 19.03. bereits erwähnt).

f) Den Hinweis mit der externen Antenne habe ich ja bereits in meinen Anmerkungen vom 19.03. dankenswert aufgenommen, sofern technisch machbar.

Ansonsten noch eine allgemeine Bemerkung: Wir sind grundsätzlich für jeden Hinweis sehr dankbar und daran interessiert, unser Design sukzessive zu verfeinern. Deshalb sehen wir die Diskussion in Foren als grundsätzlich sehr konstruktiv an. Dies setzt aber voraus, in der Diskussion alle genannten Argumente zu berücksichtigen und nicht einzelne aus dem Zusammenhang gerissen zu diskutieren, da dies die Erläuterungen verfälscht und falsche Schlüsse zulässt (wie in den Forumsbeiträgen vom 20.03. zu erkennen). Wenn die Forumsbeiträge also ernst genommen werden sollen, wäre eine solche gegenseitige Vorgehensweise wünschenswert und erforderlich.

Ich hoffe, ich konnte klar stellen, dass nahezu alle genannten Ko-Faktoren entweder ausgeschlossen oder berücksichtigt wurden. Sollten vereinzelt Nachfragen dazu bestehen, kann ich anbieten, direkt mit mir in Kontakt zu treten, da ich Ihr Forum leider nur sporadisch besuchen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Kuhn


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