Standortbestimmung (I) ▼ (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 09.12.2006, 14:45 (vor 5344 Tagen) @ Schmetterling

Was, spatenpauli, würden Sie, wären Sie an der Stelle von Frau Dr. Waldmann-Selsam, besser machen?

Ich würde darauf achten glaubwürdig zu bleiben und versuchen, Kritik an meiner Arbeit dahingehend zu nutzen, es besser zu machen.

Es gibt kein pysikalisches Modell, nur Menschen mit diffusen, schweren Beschwerden, die verschwinden, wenn der Ort gewechselt wird...(Ich kenne zufällig jemanden, der in der Nähe von Schlüchtern wohnt. Er fragte mich sinngemäß: "Kannst Du Dir vorstellen, dass es da Leute gibt, die woanders schlafen, weil sie zu Hause nicht mehr schlafen können?")

So jemanden gibt es, wie Sie sicher wissen, auch hier in München-Allach. Die Dame ist sehr resolut, überhaupt kein Weichei und leidet dennoch. Unter Funkfeldern - sagt sie. Mein Problem mit ihr: Trotz starker Medienpräsenz (erschütternde Leidensberichte) hat sich die Dame bislang keinem wissenschaftlichen Provokationstest auf ES unterzogen, sie besteht darauf, dass ihr geglaubt wird. Das habe ich Anfangs blauäugig getan, heute kann ich es nicht mehr. Unter anderem deshalb nicht, weil die Dame inzwischen auch den sagenhaften Brummton hören will. Das alles wäre nun nicht der Rede wert, wenn sie wie die inzwischen leider verstorbene Frau Glessinger, die eine wirklich "echte" ES gewesen sein soll, konstruktiv an der Klärung der Phänomene mitarbeiten würde. Das aber passiert nicht.

DAS sieht Herr Hahn so. Aber kann er das auch beweisen?

Nein, das sieht nicht nur Herr Hahn so, sondern inzwischen auch ich. Das hat etwas mit kritischer Sichtweise zu tun, die Ihnen, weil Sie selbst eine Betroffene sind, vielleicht versperrt ist. Ich bin nicht betroffen und ich bin Kritiker, aber nicht um den Preis, gegen meine Überzeugung zu arbeiten. Und dies müsste ich, wenn ich die Verlautbarungen der Fundi/Panik-Fraktion kritiklos weiter verbreiten würde. Meine Versuche der sanften Gegensteuerung haben sich weitgehend als untauglich erwiesen (auch hier im Forum), kein Fundi hat sich dafür interessiert. Deshalb werde ich jetzt ungeduldiger und versuche deutlich zu machen: auf dem ausgelatschen Trampelpfad durchs Jammertal kommen wir nicht vorwärts, wir brauchen neue Ansätze und Ziele.

Beweisen lässt sich die Hahn-Hypothese vielleicht nicht. Aber wozu auch? Gesunder Menschenverstand sollte einem sagen, dass diese Hypothese auf den einen oder anderen Zuhörer einer Veranstaltung jederzeit zutreffen kann. Sie fordern hier ebenso ungerechtfertigt einen Beweis, wie wir Kritiker uns gerechtfertigt dagegen wehren, dass erst der Beweis für krankmachenden Mobilfunk erbracht werden muss, bevor etwas geschieht. Sehen Sie den Widerspruch in Ihrem Denken? Warum zum Kuckuck wollen Sie die Hahn-Hypothese nur nicht wahr haben (caro, sagen Sie doch auch mal was dazu!): Frau Waldmann-Selsam gewinnt doch nur an Glaubwürdigkeit, wenn sie in ihren Vorträge deutlich darauf hinweist, dass für unerklärliche Krankheiten möglicherweise auch andere Ursachen in Frage kommen. Dies wäre nur ehrlich.

Nicht dann, wenn Sie selbst betroffen sein sollte. Denn dann weiß sie, wie ES ist!

Jammern bringt uns nicht weiter ;-)

Spatenpauli, können Sie mir sagen, warum es keine ordentlichen Untersuchungen dazu gibt?

Da fragen Sie den Falschen, ich befinde nicht darüber, sondern das BfS in Gestalt von Dr. Weiss. Aber ich könnte mir folgendes als Beweggrund vorstellen: Mobilfunkkritiker werden wegen ihrer zuweilen abenteuerlichen Argumentation nicht ernst genommen, obwohl dies nach außen hin so dargestellt wird. Wenn Spinner Forderungen stellen, ist man nett, zuvorkommend - und wimmelt ab. Weniger Versponnenenes (z. B. Naila-Studie) wird untersucht und mehr oder weniger gut widerlegt, unmittelbarer Handlungsdruck resultiert daraus jedenfalls nicht. Wenn Sie sich anschauen, was in Berlin jetzt mit dem öffentlichen Rauchverbot gelaufen ist - dann können Sie sich vielleicht ausmalen, was in den Köpfen der Politiker vorgeht, wenn Frau Waldmann-Selsam ihr dramatisches Szenario vermuteter Gefahren durch Mobilfunk-Basisstationen ausbreitet: Nichts. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass ES in vielen Fällen als psychisch anfällige Menschen identifiziert wurden. Zuletzt war dies wieder bei der Anhörung im Bayerischen Landtag zu hören: Die ES kennen dieses Argument ja gut, sie ziehen sich deshalb gerne beleidigt zurück und wollen nicht in die Psycho-Ecke abgeschoben werden. Kann ich verstehen. Aber bringt uns diese Verweigerung der Lösung einen Mikrometer näher? Nein, sicher nicht. Also warum dann nicht eine Offensive: Sollen doch alle ES zum Psychiater gehen und ihre Gemütsverfassung testen lassen! Es müsste doch ein Fest sein, den Vorwurf man sei psycho mit einem Attest kontern zu können, man sei es eben nicht. Päng, damit wäre das Argument erst mal vom Tisch. Aber was machen die ES viel lieber? Jammern! Und das legt wiederum den Rückschluss nahe, dass sie den Gang zum Psychiater ungern antreten, weil sie spüren, dass im Innern möglicherweise doch etwas verrückt worden ist. Na und! Selbst in diesem ungünstigen Fall wäre der Gang sinnvoll, weil dann geholfen werden könnte, die Dinge wieder zurecht zu rücken (vielleicht sagt unsere Psychologin Caro auch dazu mal was). Leider passiert weder das eine, noch das andere, und deshalb erstarren wir in Stagnation. Wenn sich doch wenigstens einzelne (glaubhafte) ES mal aus dem vorgekauten Argumetationsgeflecht, das in diese Stagnation führt, lösen könnten ...

Untersuchung zur Widerlegungen ihrer Behauptungen...nur Diffamierungen, Angriffe; nichts, was Hand und Fuß hat

Wie zuvor gesagt: Vielleicht wird mangels Substanz der Behauptungen gar nicht weiter in die Tiefe gegangen. Und wenn es dann unter PR-Druck doch mal gemacht wird, wie etwa die Messung des LfU in Oberammergau, dann können Behauptungen (z. B. 10-Hz-ELF-Wellen) nicht bestätigt werden. Von amtlicher Seite habe ich auch noch nie eine Diffamierung oder einen Angriff auf Waldmann-Selsam erlebt, im Gegenteil: Dr. Weiss vom BfS sagt: "Wir müssen alle ernst nehmen."

Noch zur Info, falls Sie's nicht ohnehin wissen: Die Uni Mainz (Maria Blettner) hat derzeit eine epidemiologische Untersuchung der Anrainer von Mobilfunk-Basisstationen in der Mache. Nächstes Jahr, glaub' ich, sollen die Resultate vorliegen. Aber weil die Blettner mal SSK-Vorsitzende war, werden Sie - Vorsicht Unterstellung - das Ergebnis möglicherweise schon jetzt in die Tonne treten.

Was ich mir darunter vorstelle, hatte ich schon geschrieben.

Weiß ich nimmer, bitte legen Sie einen Link zur Auffrischung.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=9544

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Psychiater, ES, Behauptung, Diffamierung, Verweigerung, Blettner, Weiss, Glessinger


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