Petition gegen W-LAN in Flugzeugen (Allgemein)

Gast, Sonntag, 23.07.2006, 16:48 (vor 4890 Tagen)

Dr. Schmidt, Wolfratshausen, hat beim Deutschen Bundestag eine Petition gegen W-LAN in Flugzeugen in die Wege geleitet. Sobald die Petition online steht, beginnt die 6-wöchige Mitunterzeichnungsfrist. Welche Argumente Dr. Schmidt gegen W-LAN in Flugzeugen vorbringt, ist einstweilen seinem unten angefügten Brief ans Luftfahrtbundesamt zu entnehmen.

Dr.-Ing. Hans Schmidt
Gebhardtstr. 2d
82515 Wolfratshausen ..........................................................WOR, den 23.07.06


An die Leitung des Luftfahrtbundesamtes

38020 Braunschweig

Per Fax: 0531/2355-750


Betr: WLAN in Flugzeugen mit 9000 Mikrowatt/m² in Kopfhöhe für Elektrosensible gefährlich

Sehr geehrte Damen und Herren,

ca. 5 % Deutsche bezeichnen sich selbst als elektrosensibel, und viele wissen es nicht, dass sie elektrosensibel sind; es sind also insgesamt wohl mehr als 5 Millionen Bundesbürger, die unter Elektrosmog leiden. Ich gehöre dazu, und mein Körper reagiert schon bei Hochfrequenz-Strahlungsmittelwerten von deutlich unter 1 Mikrowatt/m² mit Druck auf Kopf, Ohren und Herz. So bemerke ich DECT-Telefonsysteme im Raum lange bevor ich sie sehe. Wenn ich mit dem Oberkörper auf weniger als 1 Meter an die Basisstation solcher Systeme herangehe, bekomme ich starke Herzrhythmusstörungen und stechendes Ohrenweh; wenn ich zufällig mit den Nieren herangehe, ist mir stundenlang extrem übel. Nach dem Ökotest Magazin 2/2004 liegt die Strahlung (Mittelwert!) von diesen Schnurlostelefonen dann bei ca. 8-12000 Mikrowatt/m². DECT und WLAN sind sehr ähnliche Verfahren, die beide mit gepulster Hochfrequenz arbeiten.

Nachdem ich aus der Presse erfahren habe, dass die Lufthansa WLAN auf Langstreckenflügen einsetzen will, wurde ich aktiv und versuchte die Höhe der zu erwartenden Strahlung zu erfahren. Nach mehr als einjährigem hartnäckigen Insistieren zunächst über die Lufthansa, die mir bestätigte, dass sie die Daten habe, aber sie mir nicht weitergeben will, dann unter Hinweis auf das Umweltinformationsgesetz an die Aufsichtsbehörde, das Bundeswirtschaftsministerium. Schließlich erhielt ich von einem Sachbearbeiter des Ministeriums die Aussage, dass in Kopfhöhe nur 0.009 W/m² zu erwarten sei.
Dieser Wert entspricht aber 9000 Mikrowatt/m² und ist damit aus leidvoller Erfahrung für mich nur sehr kurzzeitig ohne massive Schädigungen auszuhalten. Ich muss befürchten, dass ich nach einem Flug mit WLAN frühinvalide bin.

Da ich als verantwortlicher Ingenieur oft ins Ausland muss, bin ich auf das Flugzeug als Transportmittel angewiesen. Ich habe deshalb vorsorglich bei meiner Firma veranlasst, dass die Fluggesellschaft vor Buchung von Flügen schriftlich bestätigt, dass WLAN auf diesem Flug nicht möglich ist. Meine Perspektive ist für die Zukunft aber denkbar schlecht, wenn die meisten Flugzeuge mit WLAN ausgerüstet sind.

Wegen der Schädlichkeit der DECT-Telefonsysteme verweise ich ausdrücklich auf die vielen Ärzteappelle (beispielhaft Freiburger Appell 10/2002 und Zusatzerklärung 10/2003, Bamberger Appell 2004, Coburger Appell 2005, Hofer Appell 2005, Pfarrkirchner Appell 2005 und Stockacher Appell 2005), die dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als zuständiger Bundesbehörde vorliegen, und die unisono fordern: "Überarbeitung des DECT-Standards für Schnurlos-Telefone mit dem Ziel, die Strahlungsintensität zu reduzieren und auf die tatsächliche Nutzungszeit zu begrenzen sowie die biologisch kritische Pulsung zu vermeiden." Außerdem verweise ich auf die vielen ärztlichen Stellungnahmen der Bamberger Ärzteinitiative (liegen ebenfalls dem BfS vor), die ein schon seit 1932 bekanntes Krankheitsbild, das "Mikrowellensyndrom" im nahen Umkreis von Mobilfunksendern und DECT-Telefonen bei Dauerbelastungen unterhalb von 10 Mikrowatt/m² gefunden haben, mit hochgerechnet mehreren Zehntausend Kranken in Deutschland.

Es kann doch einer Demokratie nicht anstehen, dass ein so großer Anteil der Gesellschaft gesundheitlich beeinträchtigt wird (GG Art. 2 Abs. 2, Recht auf körperliche Unversehrtheit) bzw. auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit (G Art. 2 Abs. 1) verzichten muss, um gesund zu bleiben!

Ich bitte deshalb eindringlich darum, die Genehmigung für WLAN in Flugzeugen zurückzustellen, bis sichergestellt ist, dass das verwendete System auch für Risikogruppen wie die ca. 5 Millionen Elektrosensiblen in Deutschland keine Gefährdung und, mehr noch, keine Beeinträchtigung des Wohlbefindens (WHO-Definition für Gesundheit) darstellt.

Ich bedanke mich schon im Voraus für eine positive Reaktion und baldige Antwort und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Tags:
Schmidt, W-LAN, Petition, Wolfratshausen, Erfolglos


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