Diagnose-Funk: Stuttgarter Visagisten schmeicheln Prof. Frank (Forschung)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 24.01.2021, 16:49 (vor 247 Tagen) @ H. Lamarr

Von science.ORF.at hätte ich mir schon etwas mehr erwartet als nur eine meinungsfreie Nacherzählung auf österreichisch.

Von Diagnose-Funk ist hingegen genau das zu erwarten, was der Anti-Mobilfunk-Verein auf dieser Seite seines Webauftritts gewohnheitsmäßig auch tut: Schmücken von Frank mit der Pfauenfeder eines "renommierten" Epidemiologen und die devote Nacherzählung dessen, was der Kanadier auf englisch serviert hat. Diagnose-Funks hartnäckiger Drang zum "Wichtigmachen" von Banalem ist auch daran erkennbar, dass bei den Stuttgartern die britische Boulevardzeitung Daily Mail zu einem "englischen Leitmedium" wird. Oder dran, dass der Verein im Titel seiner Meldung behauptet, Frank fordere ein 5G-Moratorium. Da gingen den Stuttgartern wieder einmal die Blumento-Pferde durch, denn Frank fordert überhaupt kein 5G-Moratorium, er begrüßt lediglich ein solches, gefordert von anderer Seite. So sehr sich die Bläh-Boys von Diagnose-Funk mühen, Frank als Lichtfigur der interplanetaren Epidemiologie zu inszenieren, so verkniffen sind die Boys bei allem, was diesem Zerrbild abträglich sein könnte. So erfährt ein Diagnose-Funk-Leser nichts über Franks eigenwillige Interpretation des Abstandsgesetzes oder darüber, dass der 71-Jährige bereits halb im Ruhestand ist.

Fast schon wieder komisch ist mMn folgende Passage aus der Diagnose-Funk-Hofberichterstattung zugunsten Franks Essay:

[...] Der vernichtendste Beweis, der von Hardell angeführt wird, ist eine Tabelle mit der Kreuzbestellungen (gegenseitige personelle Verflechtungen, d:f) von sechs Mitgliedern der WHO-Monographiegruppe, über fünf große internationale Beratungsgremien zu gesundheitlichen Auswirkungen von nicht-ionisierender Strahlung. [...]

Mit komisch meine ich nicht die sprachlichen Schlingereien der Übersetzung, sondern den Umstand, dass ausgerechnet Diagnose-Funk diese Passage aus Franks Essay für zitierfähig hält. Anscheinend deshalb, weil Hardell bei sechs Autoren einer "WHO-Monographiegruppe" (dort Tabelle 1) einen Interessenkonflikt ausgemacht haben will. Wegen eigener Interessenkonflikte ist der Verein freilich der Letzte, der sich über echte oder vermeintliche Interessenkonflikte anderer mokieren darf. Wer einen Baubiologen im Vorstand duldet, muss sich diesen Vorwurf gefallen lassen.

Mit "WHO-Monographiegruppe" ist das Autorenteam des 2014 vorgelegten ersten Entwurfs der neuen EMF-Bewertung (Monographie) durch die WHO gemeint. Ursprünglich sollte die finale Monographie 2015 erscheinen, doch dann kam dem Vernehmen nach der Ebola-Ausbruch in Afrika dazwischen und die WHO hatte anderes zu tun. Wenn jetzt nicht Corona den Terminplan abermals kippt, soll das Papier 2022 erscheinen. Mehr über die Geburtswehen der Monographie und die tatsächliche Anzahl ihrer Autoren gibt es hier zu lesen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Strategie, Falschmeldung, Glaubwürdigkeit, Ruhestand, Boulevard, 5G-Moratorium, Blähboy, Interessenkonflikte


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