Finale: Funk-Wasserzähler-Petition von Dr. Astrid Witmer (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 17.12.2019, 20:07 (vor 648 Tagen) @ KlaKla

Und so ganz nebenbei, kommt Dr. Astrid Witmer auch noch an Adressen.

Am 25. April 2019 entgegnete das "Team Lebenswertes Dießen" mutmaßlich auf die Unterstellung von Teilnehmer "KlaKla" empört:

Nachdem sich offenbar die üblich verdächtigen „Trolle“ der Mobilfunkindustrie gemeldet haben, stellen wir klar, dass der Datenschutz in dieser Petition strikt eingehalten wird. Jeder Online Unterzeichner kann öffentlich und auch nicht öffentlich unterschrieben. Bei letzterem wird der Name nicht online angezeigt. Die Mailadresse, sowie die vollständige Anschrift bekommt der Petent nicht zu sehen. Die Daten werden nur für diese Petition verwendet. Frau Dr. Witmer hält weder Vorträge, noch ist sie an Geschäften interessiert, geschweige beteiligt. Dr. Witmer ist eine unabhängige Wissenschaftlerin.

Quelle: https://www.openpetition.de/petition/blog/smart-city-diessen-stoppen/5

Kommentar: Die Petition, die sich explizit auf Dießen bezieht, fand bis zum Schlusstag (21. Oktober 2019) 3'510 Unterstützer, davon sind jedoch lediglich 374 aus der Gemeinde Dießen (11'116 Einwohner), die übrigen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus dem benachbarten Ausland. Die Petition wird daher von nur 3,36 Prozent der unmittelbar Betroffenen unterstützt, kein besonders eindrucksvolles Ergebnis. Das sah anscheinend auch das "Team" so und reichte bei der Gemeinde Dießen nicht nur die 374 relevanten Unterschriften ein, sondern auch die 3136 irrelevanten. Wie hier zu erfahren ist, ließ sich die Gemeinde davon jedoch nicht blenden.

Merkwürdig ist, dass die Petition mit dem Schlusstag 21. Oktober 2019 eine erheblich längere Laufzeit hatte, als ursprünglich angekündigt. Gemäß Startposting sollte sie nur bis 21. Juni 2019 dauern. Wahrscheinlicher Grund der Verlängerung: Am 21. Juni hatte die Petition nur bescheidene 818 Unterstützer aus ganz Deutschland. In den Nutzungsbedingungen von Open Petition steht, der Petent habe das Recht, sich eine Zeichnungsfrist zwischen einer Woche und einem Jahr zu setzen, von einer Verlängerung der Zeichnungsfrist, z.B. bei schwacher Mitzeichnung, ist dort nicht die Rede.

Die Petition schleppte sich im Zeitraum vom 22. März 2019 bis 18. Juli (118 Tage) mit 843 Unterstützern zunächst mühsam dahin, in den folgenden 25 Tagen bis 12. August schwoll sie dann aber auf 3310 Unterstützer an (Grafik unten). Offensichtlich wurde am 18. Juli eine wirksame PR-Maßnahme zugunsten der Petition gestartet. Welche das war ist aus den Petitionsstatistiken nicht abzuleiten, der Verein "Weiße Zone Rhön" kann jedenfalls nicht der Promotor (mit rd. 3000 E-Mail-Adressen im Verteiler) gewesen sein, er trug mit nur 1 Prozent zu den Unterstützern bei (für die Sekte AZK würden die 3000 aber passen). Ein anderer Anti-Mobilfunk-Verein taucht als Quelle der Unterstützer gar nicht erst auf, 15 Prozent kamen durch Unterschriftenbögen zustande, 14 Prozent durch E-Mail-Stimulation. Auffällig ist der hohe Anteil von 67 Prozent Unterstützer, von denen unbekannt ist, wie sie auf die Petition gestoßen sind.

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Was die Entgegnung der Petenten anbelangt, habe ich folgendes gefunden, was die Darstellung des "Teams" präzisiert. Unter Datenschutz heißt es bei Open Petition u.a.:

Petenten und Petitionsempfänger sehen von allen Unterstützerdaten, also auch von nicht öffentlichen Unterschriften den Namen, das Alter (nur in Österreich), die Postleitzahl, den Ort und eine auf 4 Zeichen verkürzte Straße und Hausnummer und ggf. den abgegebenen Kommentar.

Und in den Nutzungsbedingungen von Open Petition (geprüfter Stand: Juni 2019) heißt es unter "Rechten und Pflichten" des Petenten:

3.4 Der Petent verpflichtet sich, während der Zeichnungsfrist eingegangene Online- und Papierunterschriften zu sichten und offensichtlich ungültige Unterschriften zu löschen.

3.12 Unterschriftenlisten und Sammelbögen dürfen vom Petenten, außer an den Petitionsempfänger, an niemanden sonst weitergeleitet werden.

3.13 Nach Beendigung der Informationsarbeit ist der Petent verpflichtet, alle ihm zur Verfügung gestellten Unterschriftendaten digital oder gedruckt zu vernichten.

Die Prüfung der unbelegten Behauptung "Dr. Witmer ist eine unabhängige Wissenschaftlerin" hat bei Google 0 Treffer mit Relevanz ergeben, bei Google-Scholar 1 Treffer. Ob der Treffer relevant ist, oder eine zufällige Namensgleichheit vorliegt, kann ich nicht beurteilen. Sollte der Treffer gelten, dürfte Frau Witmer über 70 Jahre alt und somit seit geraumer Zeit im Ruhestand sein. Als Rentenempfängerin wäre die Zoologin dann allerdings tatsächlich finanziell "unabhängig" :-).

[Admin: Posing um Grafik und kleine Textzusätze ergänzt am 17.12.2019, 22:45]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Rentner, Petition, Ruhestand, Unterstützer, Diessen, Witmer, Unterschriften


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