Gutbier in Münsing: Elektrosmog-Alarm garantiert (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.06.2019, 16:57 (vor 216 Tagen) @ Sarah Ross

natürlich setzen wir uns dafür ein, dass nirgends die Sendemasten direkt in die Wohnorte gesetzt werden. Vor allem wenn es um Kindergärten und Schulen geht, sollte ein Mindestabstand gewart werden.

Damit machen Sie deutlich, Frau Ross, dass Sie die Grundlagen der Mobilfunkdebatte nicht kennen. Nicht weiter schlimm, als Heilpraktikerin, die ganz zwanglos im www ihre Handynummer nennt, müssen Sie von Mobilfunk auch nichts verstehen. Nur, wenn man auf einem Fachgebiet Laie ist, dann sollte man auf dieser Bühne sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst sein und den Ball gaaanz flach halten. Googeln macht aus Laien keine Experten, nur Scheinexperten. Üben Sie sich deshalb so gut es geht in Demut und überlassen Sie die komplexe Beurteilung, ob von Mobilfunk Gesundheitsrisiken ausgehen Leuten, die sich die dazu erforderlichen Kompetenzen mühsam an Universitäten und Hochschulen erworben haben. Weil Sie das alles aber mutmaßlich gar nicht hören wollen, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass nach weit überwiegendem wissenschaftlichen Kenntnisstand von Mobilfunkmasten kein Gesundheitsrisiko ausgeht. Nur ganz wenige wissenschaftliche Außenseiter und viele selbsternannte Experten behaupten das Gegenteil, nicht selten aus dubiosen Motiven heraus, die auf materiellen oder immateriellen Profit abzielen. Wer kritisch hinsieht kann die schwarzen Schafe ziemlich leicht erkennen.

Wenn überhaupt, geht von Smartphones ein gesundheitliches Risiko aus, weil diese körpernah betrieben werden. Mit Ihrer unsinnigen Forderung (keine Sendemasten in Wohngebiete) erhöhen Sie für ausnahmslos alle in Wohngebieten dieses Risiko, auch für Kinder. Ein konkretes Beispiel mit Messwerten, wie schädlich Ihre Forderung ist, können Sie hier einsehen.

Haben Sie schon mal etwas vom "Downtilt" einer Mobilfunkantenne gehört? In München haben wir übrigens weit mehr als 6000 solcher Antennen, selbstverständlich auch in Wohngebieten. Der Downtilt ist der Neigungswinkel einer Antenne. Dieser bewirkt, dass die Funkleistung nicht nutzlos in den Himmel geblasen wird, sondern – vergleichbar einem Autoscheinwerfer – Richtung Erdboden gelenkt wird, also dorthin, wo die Funkversorgung gebraucht wird. Ein Sendemast auf dem Dach eines Kindergartens oder einer Schule hat den Vorteil, die Kinder befinden sich mehrheitlich im Funkschatten der Antennen. Wie ich Sie einschätze, hätten Sie einen Sendemasten aber lieber 300 oder 400 Meter weiter weg. Das ist optisch gut, die Kinder geraten dann aber wegen des Downtilts in den leistungsstarken Hauptstrahl des Sendemasten. Auch diese Forderung wäre daher eher schädlich als nützlich. Wo genau der Hauptstrahl auf den Boden auftrifft lässt sich nur sagen, wenn man den Neigungswinkel und die Montagehöhe der Antennen am Masten kennt. Mit 5G im 3,6-GHz-Band wird sich auch dies an vielen Orten ändern, denn dann werden "adaptive Antennen" nicht mehr statisch ausgerichtet sein, sondern die Hauptstrahlen werden einem Handynutzer automatisch nachgeführt. Heißt: Unbeteiligte geraten dann nur noch kurzzeitig in einen Hauptstrahl. Das müsste Ihnen eigentlich gefallen.

D.h. wir fordern ein Mobilfunkkonzept, dass die Gemeinde zusammen mit Experten erstellt.

Soso, Sie fordern also ein Mobilfunkkonzept. Damit sind Sie reichlich spät dran. Andere Gemeinden schaffen ihre Mobilfunkkonzepte inzwischen schon wieder ab, weil sie verstanden haben, dass diese Konzepte überflüssig, teuer und finanziell ein Fass ohne Boden sind. München z.B. hat 2003 ein solches Konzept beschlossen, nur um es 2017 wieder abzuschaffen. Weitere Beispiele für untergegangene Mobilfunkkonzepte finden Sie hier im Forum. Die einzigen, die von solchen Konzepten (finanziell) profitieren, sind die "unabhängigen" privaten Standortplaner, die ohne Hilfe der Mobilfunkbetreiber nicht einmal einen Fahnenmasten planen könnten.

Was uns sehr freut: die Gemeinde sieht es genauso wie wir

Wenn es wirklich so ist, haben Sie einen schwachen Gemeinderat, der sich leicht unter Druck setzen lässt und sinnleeren Forderungen von Wutbürgern nachgibt. Jede Gemeinde kann sich in Sachfragen des Mobilfunks von echten Experten kundig beraten lassen, z.B. vom BfS oder vom LfU. Dann wäre der Spuk schnell vorbei, es sei denn, der eine oder andere Rat fürchtet um seine Wiederwahl.

Falls Du noch weitere Fragen hast, heute abend um 20h findet im Gemeindesaal Münsing eine Infoveranstaltung statt mit dem Titel: "Verantworlicher Umgang mit Mobilfunk" Referent ist Dipl. Ing. Jörn Gutbier.

Danke, nein, ich bin Ingenieur der Nachrichtentechnik, Herr Gutbier ist Architekt und nebenberuflich "Baubiologe", der Mann ist ein selbsternannter Experte in Mobilfunk-Sachfragen und hat mir nichts zu bieten. Wer ist denn auf die glorreiche Idee gekommen, ausgerechnet Gutbier einzuladen? Ist Ihnen denn nicht klar, dass er einem unlösbaren Interessenkonflikt unterliegt? Er wird Ihre unbegründeten Ängste bestärken und als schlauer Det (Mainzelmännchen) auftreten, der allerlei belastende Studien kennt. Schwer beeindruckte Laien staunen, Insider winken nur müde ab. Denn es ist schrecklich trivial: Je besser Gutbier subjektiv empfundene Ängste seiner Zuhörer schürt, er tritt stets vor Laien auf, desto erfolgreicher laufen die Geschäfte der Baubiologen. Gutbier einzuladen ist daher ein Zeichen von besonderer ..., denn es ist von vornherein klar, was er vortragen wird. Wahrscheinlich wurde er aber gerade deswegen eingeladen, um Wasser auf die eigenen Mühlen zu bekommen. Mit Gutbier können Sie sicher sein, nicht den tatsächlichen Stand des Wissens zu bekommen, sondern fein säuberlich herausdestilliert Alarmierendes. Hören Sie genau zu, was er Ihnen über die große US-amerikanische NTP-Studie auftischen wird, und dann kommen Sie – wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind –, wieder hier reingeschneit und berichten möglichst wortgetreu. Ich bin zuversichtlich, Sie werden staunen.

Hintergrund
Jörn Gutbier im IZgMF-Forum

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Interessenkonflikt, Instant-Experte, Druck, Wohngebiet, Gutbier, Alarm, NTP-Studie


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