Hans-U. Jakob verschätzte sich um 1,62 Mrd. CHF (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 08.02.2019, 13:04 (vor 900 Tagen) @ H. Lamarr

Jakob berichtigt selbstsicher:

220Millionen sind das Mindestgebot für 1 Frequenblock. Versteigert werden jedoch 7 Blöcke, wovon sich nur einer für 5G eignet. Nämlich das Band ab 3.4GHz und höher. Der Bund erhofft sich nicht 220Millionen, sondern 2 Milliarden.

Doch diese Richtigstellung ist keine, sie ist in allen Belangen falsch. Wie den Ausschreibungsunterlagen (Anhang II - Auktionsregeln) der ComCom unschwer zu entnehmen ist, kommen nicht sieben Frequenzblöcke zur Versteigerung, sondern 43 (Anzahl Lose) in sieben Loskategorien. Das Mindestgebot für einen Frequenzblock liegt je nach Frequenzband zwischen 1,68 Mio. CHF und 16,8 Mio. CHF. Multipliziert man nun fein säuberlich in den sieben Loskategorien die Anzahl der Lose mit dem jeweiligen Mindestgebot, ergibt dies den von Santina Russo völlig richtig auf 220 Mio. CHF bezifferten Mindesterlös.

Jakobs Spekulation, der Bund wolle lieber 2 Mrd. CHF (besser noch mehr!) für alle 43 Frequenzblöcke erlösen, ist unstreitig, tut aber nichts zur Sache. Wenn man bedenkt, dass die UMTS-Lizenzen die schweizer Netzbetreiber umgerechnet nur 18 Euro pro Einwohner gekostet haben und bei 2 Mrd. CHF Erlös für die 5G-Lizenzen die Betreiber jetzt rd. 282 Euro pro Einwohner hinblättern sollen, dann halte ich die Spekulation für reichlich überzogen. Schließlich müssen die Netzbetreiber des Alpenstaates auch wegen der strengen Anlagegrenzwerte im Vergleich zu Deutschland doppelt so viele Mobilfunkstandorte pro Quadratkilometer Landfläche errichten. Diesen erheblichen Kostennachteil werden sie mit moderaten Lizenzgeboten erträglicher gestalten wollen.

Wie die ComCom heute mitteilt, erlöste der Bund für die verkäuflich gewesenen 5G-Lizenzen 380 Mio. CHF. Dies entspricht rund 42 Euro pro Einwohner der Schweiz.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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