Schlafstudie der TU Graz (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 24.02.2006, 20:35 (vor 6068 Tagen) @ Raylauncher

http://steiermark.orf.at/stories/91444/

Das Ergebnis ist enttäuschend, da hatte ich mir mehr von versprochen. Allein der Hinweis, dass die Personen, die sich für den Versuch gemeldet hatten deutlich elektrosensibler sind als die Allgemeinbevölkerung, stimmt nachdenklich. Bleibt zu hoffen, dass die Studie öffentlich zugänglich gemacht wird, damit möglicherweise interessante Details nicht unter den Tisch fallen, Details wie etwa die folgenden:

Auszug aus der ORF-Meldung: 500 Menschen, die geglaubt hatten, wegen Elektrosmog an Schlafstörungen zu leiden, wollten an der Studie teilnehmen - 29 von ihnen wurden eineinhalb Jahre lang getestet; nämlich jene, die am nächsten bei Handymasten wohnen.

Da könnte man glauben, hier wurden 29 Personen über 1 1/2 Jahre hinweg beobachtet. Das aber stimmt nicht. Die Probanden wurden jeweils nur über 3 Wochen hinweg beobachtet wobei in mindestens zwölf Nächten gemessen wurde. Die 1 1/2 Jahre sind also die Dauer der gesamten Untersuchung.

Die Scheinabschirmung war kein so großes Geheimnis. Auf einem FGF-Workshop vor ca. 1 Jahr wurde Leitgeb diesbezüglich kritisiert, die Probanden könnten die Scheinabschirmung leicht mit einem Mini-Elektrosmogmesser entlarven.

Wir wohnen auch sehr dicht (ca. 12 m ) und noch dazu im Dachgeschoss neben einem UMTS/GSM-Masten. Gerade weil wir so dicht dran sind, geht die Hauptkeule der Strahlung über uns hinweg und wir haben nur schwache Werte (z. B. 10 µW/qm im Wohnzimmer). Allein die Nähe zu einem Masten sagt NICHTS über die tatsächlich herrschende Feldbelastung aus. Unser Nachbar auf der anderen Straßenseite ist viel weiter weg, dürfte aber ein mehrfaches von dem abkriegen, was wir haben.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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