Zürich: Erstes Mietwohnhaus für Superallergiker (Elektrosensibilität)

AnKa, Sonntag, 20.04.2014, 08:04 (vor 2782 Tagen) @ H. Lamarr

Nutznießer der MCS-Phobie ist wie bei der EHS-Phobie in erster Linie die sogenannte Baubiologie.

Mir bekannt ist eine Person, die von sich glaubt, eine MCS-Betroffene im Vollbild zu sein. Zum Beispiel trägt diese Person in bestimmten Umgebungen eine Staubfiltermaske, und leidet an zahllosen Überempfindlichkeiten, die sich praktisch überall und zu jeder Zeit einstellen können. So ist zum Beispiel das Betreten eines Baumarktes nicht möglich. Selbstverständlich wird auch immer die Bitte an die Menschen im selben Raum geäußert, das Handy abzustellen.

Auffallend ist, dass die Person Hilfe ausschliesslich dort sucht, wo der Glaube an die angebliche Allempfindlichkeit anerkannt wird. Heilpraktiker, Baubiologen und eine homöopathisch arbeitende Arztpraxis sind die ständigen Anlaufpunkte.

Es sind wohl diese Dienstleister, die ihren Patienten bzw. Klienten die angebliche Krankheit überhaupt erst einreden.

Beim Patienten verstärkt sich dann u.U. tatsächlich ein Symptombild: er lebt als "MCS-Betroffener" Tag für Tag in Angst und Schrecken vor seiner unmittelbaren Umwelt. Die Wohnung wird ihm zum gefährlichen, ihn und seine Familie gefährdenden Ort erklärt. Solche Menschen werden für Freunde, Bekannte, Familienmitglieder zunehmend wunderlich. In nicht wenigen Fällen dürfte das zu einer schleichend sich fortentwickelnden sozialen und menschlichen Isolierung führen.

Die Entscheidung, dann in ein "Mietwohnhaus für Superallergiker" zu ziehen, ist vermutlich der Versuch, der durchaus empfundenen sozialen Isolation, die allerdings nicht im Vorhandensein von "Umweltgiften", sondern in der eigenen Erstarrung in Angst, in Angst vor dem Leben, begründet ist, irgendwie zu entgehen.

Es wird jedoch solchen Menschen langfristig nicht helfen, unter Gleichgesinnte zu ziehen, die genauso wunderlich sind wie sie selbst. Eine derartige Flucht vor der Realität ist vergleichbar mit dem Rückzug in eine Sekte, die sich vor der Welt abschotten will.

In der Mobilfunkszene sollte vor einigen Jahren ein Pendant zur sogenannten "MCS-Erkrankung" als "Mobilfunksyndrom" in die Köpfe argloser Bürger gepflanzt werden. Nutzniesser und Geschäftemacher des gezielt vorgenommenen Erzeugens von Angst bei arglosen Mitmenschen in der Variante "Mobilfunk-ist-schädlich" sind wohl die gleichen wie im Falle der "MCS".

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Tags:
Esoterik, MCS, Homöopathie, Umweltgifte, Krankheitsgewinn, Heilpraktiker


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