Diagnose-Funk verbreitet Junk-Science aus der Ukraine (Forschung)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 16.04.2014, 23:08 (vor 2717 Tagen) @ H. Lamarr

Alles in allem stellt sich mir die Frage, inwieweit z.B. Big T. über dieses sogar für Laien wie mich als unwissenschaftlich identifizierbare Editorial hoch erfreut und dankbar bereit ist, die angedeutete Geldnot ein wenig zu lindern.

Dem einen oder anderen mag dieser Verdacht übertrieben vorkommen. Und er wäre es auch aus meiner Sicht, wäre dieses unsägliche Editorial (die Postings oben geben Auskunft, was daran so schlecht ist) nicht auffällig protegiert worden. Der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk pumpt den kleinen Luftballon aus der Ukraine zu einem Fesselballon auf, ob dass man sich erstaunt die Augen reibt:

Pressemitteilung: Überproduktion von Freien Radikalen durch Mobilfunkstrahlung oxidiert Zellen
Brennpunkt: Mobilfunkstrahlung schädigt Zellen durch Oxidationsprozesse (PDF, 8 Seiten).

Der Anti-Mobilfunk-Verein versucht mit aller Kraft, das Editorial aus der Ukraine in den Elektrosmog-Desinformationsmarkt der D-A-CH-Länder zu drücken.

Aus meiner bekannten Sicht ist Diagnose-Funk nicht eine Verbraucherschutzorganisation, wie sich der Verein selbst gerne sieht, sondern ein verdecktes Marketinginstrument der Branchen, die mit Angst vor Elektrosmog ihre Pfründe mehren. Wenn also bei diesem im Grunde wissenschaftlich völlig bedeutungslosen Editorial ein bisschen nachgeholfen wurde, dann macht dies nur dann Sinn, wenn die Angstbotschaft nicht vor sich hindämmert, sondern von einem Mitspieler groß herausgebracht wird. Dass die Zielgruppe dann plötzlich nicht mehr Wissenschaftler sind, sondern die bereite Öffentlichkeit, ist kein Manko, im Gegenteil, diese Zielgruppe war schließlich von Anfang an im Visier.

Die Puzzleteile passen nahtlos zusammen, obwohl, das darf man nicht vergessen, kein Beweis für die beschriebene Manipulation beizubringen ist.

Als seinerzeit die "Reflex"-Studie über die Menschheit kam, war es nicht anders: Nach einer kurzen Vorstellung der Studie unter Wissenschaftlern anlässlich der BEMS-Tagung auf Hawaii wurden zur "Information" der breiten Öffentlichkeit sämtliche Register gezogen, die man ziehen kann, um eine Nachricht fest ins Bewusstsein eines Volkes zu injizieren. Die Anstrengungen von Diagnose-Funk zeigen mMn genau das gleiche Muster, nur auf deutlich niedrigerem finanziellen Niveau.

Das Kernproblem von Diagnose-Funk ist, dass die Medien den Verein links liegen lassen und seine Liebeserklärungen nicht erwidern. Damit reduziert sich die Außenwirkung dramatisch, nämlich auf die Szene der Mobilfunkgegner, die jedoch, weil ohnehin gewuppt, nicht das Ziel sein kann. Gemäß Google-News blieb die Pressemitteilung von Diagnose-Funk von den Medien gänzlich unerhört und auch sonst ist das Echo auf den in Stuttgart gestarteten Fesselballon sehr überschaubar, Momentan gibt es nur sechs echte Treffer, davon führen drei auf Seiten von Diagnose-Funk, einer zu einer DF nahe stehenden Seite (mowo), einer zum IZgMF und einer zu der kommerziellen Seite elektrosmog.com.

Für Diagnose-Funk eigentlich ein peinlich schlechtes Ergebnis. Dennoch werden in Stuttgart wahrscheinlich nicht allzuviele Tränen vergossen, denn für den Verein ist der Weg das Ziel. Heißt: Diagnose-Funk hat keine panzerbrechende Munition und versucht daher mit Erosion das zu erreichen, wofür der Verein mMn da ist: Zweifel säen, ob das mit dem Elektrosmog wirklich ungefährlich ist. Mehr ist zur Umsetzung der Geschäftsmodelle, die auf Angst vor Elektrosmog beruhen, gar nicht nötig. Wer mit dieser Strategie (Zweifel wecken) zuvor sehr große Erfolge hatte, ist bekannt, man kann es hier im Forum nachlesen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Ziel, freie Radikale, Pressemitteilung, Junk-Science, Yakymenko, Bedeutungslos, Hawaii, Diangnose-Funk, Laienöffentlichkeit


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