Welche Pseudoexperten beraten die Grünen in EMF-Fragen? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.06.2013, 01:02 (vor 2380 Tagen) @ H. Lamarr

Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich über eine Bundesratsinitiative für eine deutliche Absenkung der Grenzwerte für hoch- und niederfrequente Strahlung einzusetzen.

Da es keine Aufsenkung gibt, ist "Absenkung" eine Tautologie und niederfrequente Strahlung ist physikalischer Reibekäse. Vielleicht mögen die Grünen den Begriff "Felder" anstelle von "Strahlung" nicht, erinnert sie unerquicklich an Genmais-Felder.

[...] Neben diesen Hochfrequenz-Anwendungen tragen auch niederfrequente elektrische und magnetische Wellen zur Belastung durch Elektrosmog bei.

War das nicht eben noch Strahlung? Jetzt sind es plötzlich Wellen. Nur, welche Eigenschaften mögen magnetische Wellen haben? Bleiben die an Eisen haften?

Quellen sind hier beispielsweise Hochspannungsleitungen, Stromleitungen im Haushalt und am Arbeitsplatz oder Transformatoren, so auch die von Haushaltsgeräten.

Ihr habt die Schrittmotörchen in Quarz-Armbanduhren vergessen. Da fließt Strom, also strahlen die daraus resultierenden mit 1 Hz gepulsten Magnetwellen direkt auf ungeschützte Handgelenke ein. Eine Dauerbelastung 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen pro Jahr - bis die Knopfzelle leer ist.

Zu den möglichen gesundheitlichen Gefährdungen durch Elektrosmog gibt es unterschiedliche Einschätzungen und Aussagen.

Wieso jetzt auf einmal "möglicherweise"? Oben war noch eindeutig von "Belastung" die Rede, ganz ohne den Weichmacher "möglicherweise".

Zahlreiche Ärzte machen auf Belege bzw. ernst zu nehmende Hinweise für die Bedenklichkeit von elektromagnetischen Feldern (EMF) aufmerksam.

Schon mal was von den beiden Studien gehört, die Ärzten ziemlich vernichtende Defizite im Kenntnisstand über Funkfelder und deren biologische Wirkungen bescheinigt haben? Zahlreich sind nur die Ärzte, die irgendwelche vorformulierten Appelle gegen Elektrosmog abnicken, schadet ja nix, dagegen zu sein, man hört und liest ja soviel in den Boulevardmedien ...

Auch nach den Ergebnissen aktueller Forschungsvorhaben kann keine Entwarnung gegeben werden.

Ach!

So sind auch nach den Arbeiten im Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm die Klärung von Langzeitrisiken von Handynutzung und die Frage, ob und in welchem Umfang Kinder stärker als Erwachsene durch hochfrequente elektromagnetische Felder exponiert und damit belastet sind, offen.

Ooooch, ich dachte jetzt kommt was Aktuelles. Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm, bitteschön, hatte vor fünf Jahren seine Abschlusskundgebung! Und von der (entwarnenden) Cefalo-Kinderkrebsstudie scheint Ihr 2011 rein gar nichts mitbekommen zu haben. Nachsitzen bitte.

Bislang sind die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung so festgelegt, dass eine Erwärmung des Körpers von mehr als einem Grad nicht erreicht wird.

Wir sind also wieder zur Strahlung zurückgekehrt. Na gut. Der Satz oben zeigt aber wieder einmal nachdrücklich: Ihr habt wirklich keine Ahnung, lasst euch jeden Mist aufschwatzen. Wovon Ihr da redet ist mal wieder nur die halbe Miete, nämlich die maximale Immissionswirkung einer Ganzkörperbefeldung. Teilkörper kennt Ihr nicht, solltet Ihr aber, wenn man Euch ernst nehmen soll.

Ob diese Grenzwerte ausreichend sind oder nicht, war auch Gegenstand heftigster Diskussion in einer Expertenanhörung der Grünen Fraktion am 5. Juli 2012 zu diesem Thema.

Das ist gelogen. Ich war dort, es gab keinerlei Diskussion, was bei einer Anhörung auch so gewollt ist.

Die Auffassungen zwischen den Vertretern von Strahlenschutzkommission und Bundesamt für Strahlenschutz auf der einen Seite und den Experten der Mobilfunkgegner auf der anderen Seite waren sehr gegensätzlich.

Die Mobilfunkgegner hatten mMn nur einen einzigen Experten dort: Dr. Virnich. Der weiß, wovon er redet, doch hat er als Baubiologe einen unauflösbaren Interessenkonflikt. Die drei anderen "Experten" der Mobilfunkgegner sind mMn nur Pseudoexperten. Die Einladung der Experten bei dieser Anhörung geschah durch die Parteien. Das heißt: die Kandidaten müssen keinerlei Qualifikation im Fach haben, es genügt völlig, wenn sie zuvor zusammengegoogelte Phrasen ohne viel Stottern vortragen können.

Wenig vertrauensbildend ist allerdings die Weigerung der Industrie, strahlungsärmere Endgeräte entsprechend zu kennzeichnen.

Ach Gottchen, lasst doch dem "Blauen Engel" in Berlin wenigstens noch das Recht, "umweltfreundlich weil strahlungsarm" zu etikettieren.

Zusätzliche Brisanz bringt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ...

Nein, keine zusätzliche Brisanz, nur die Sichtung und Wertung des publizierten Forschungsstandes durch rund 30 ausgesuchte Wissenschaftler während eines Arbeitstreffens in Lyon. Prof. Lerchl sagt: Wäre er mit dabei gewesen, wäre - frei nach dem Klassiker "Die zwölf Geschworenen" - möglicherweise ein anderes Ergebnis herausgekommen.

... deren International Agency for Research on Cancer (IARC) im Mai 2011 die Nutzung „von Mobiltelefonen möglicherweise als krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B), bezogen auf ein erhöhtes Risiko für ein Gliom, einer bösartigen Form von Hirntumor", eingestuft hat.

Genau! Und was heißt das, sollte die IARC Recht behalten? Das heißt, dass dann pro 100'000 Bundesbürger nicht sechs an einem Gliom erkranken, sondern acht. Gibt es für Euch wirklich keine dringenderen Risiken, die es wert wären, eine Initiative im Bundesrat loszutreten?

Die Formulierung „möglicherweise" ist ein Kompromiss.

Nein, wer hat Euch nur diesen Bären aufgebunden! Die Formulierung ist Satzbestandteil des offiziellen 5-stufigen Eingruppierungsschemas der IARC.

An der Untersuchung des IARC haben 31 Wissenschaftler aus 14 Ländern mitgewirkt. Schwedische und israelische Wissenschaftler werden deutlicher: Sie gehen von einem 2 bis 5 fachen Krebsrisiko für Vieltelefonierer aus. „Viel telefonieren" ist definiert als eine halbe Stunde täglich!

Was Ihr alles wisst! Eure "schwedischen Wissenschaftler" sind genau 1 Wissenschaftler, nämlich Lennart Hardell. Der war in Lyon beim IARC-Arbeitstreffen mit dabei. "Israelische Wissenschaftler" waren in Lyon nicht mit dabei. Mein Bäcker ist übrigens nicht der Meinung, Handys könnten Krebs bewirken, ein Metzger aus Bruchköbel dagegen glaubt schon daran.

Angesichts der Unsicherheit über mögliche gesundheitliche Belastungen durch elektromagnetische Felder ...

Ausgewiesene Experten sind nicht unsicher. Nur Ihr seid es, weil ihr auf Leute hört, die mit der Angst vor Funkwellen gute Geschäfte machen und deshalb diese Angst am liebsten schon an Grundschulen als Pflichtfach verbreiten würden.

... und angesichts des weiteren Forschungsbedarfs ...

Einige von Arbeitslosigkeit bedrohte EMF-Wissenschaftler küssen Euch dafür die Füße.

... muss der Staat im Sinn eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes dafür Sorge tragen, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst wenig EMF ausgesetzt sind (Vorsorgeprinzip).

Ihr kapiert es einfach nicht, oder? Schaut Euch doch mal die Grenzwertausschöpfungen in der EMF-Datenbank der BNetzA an und vielleicht ausnahmsweise sogar mal die SAR-Tabellen für Handys - und dann zieht Euren peinlichen Antrag bitte zerknirscht zurück und feuert Eure unqualifizierten Berater. Denn es ist bodenlos.

Da die 26. Bundesimmissionsschutzverordnung, die die elektromagnetischen Felder regelt, derzeit überarbeitet wird, sollten entsprechende Vorsorgewerte bei der Neufassung eingeführt werden.

Hallo, schon vergessen, dass die Grünen im Bundestag noch nicht einmal ihren vorbereiteten Entschließungsantrag zur Novellierung der 26. BImSchV bei der entscheidenden Abstimmung am 14.03.2013 im Bundestag einreichten? Bei der Abstimmung sind die Grünen unterlegen. Wäre mMn schön, wenn das auch mal in Bayern zur Kenntnis genommen wird.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Die Grünen, Grenzwerte, Hardell, Amateur, Gehilfe, Kundgebung, BNetzA, Pseudoexperten, Cefalo-Studie, Weichmacher


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