HPA-Report 2012: Kann denn Aktienbesitz Sünde sein? (Allgemein)

Doris @, Dienstag, 01.05.2012, 12:33 (vor 3293 Tagen) @ H. Lamarr

Wie vertrauenswürdig ist Dr. Anthony Swerdlow? Nein, im Vorstand der Baubiologen ist er nicht, aber ...

"A.J.S. holds shares in the telecom companies Cable and Wireless Worldwide and Cable and Wireless Communications. A.J.S.’s wife holds shares in the BT group, a global telecommunications services company"

Sie machen die Vertrauenswürdigkeit von Dr. Anthony Swerdlow daran fest, dass er und seine Frau Aktien von Telcos halten?

vorab zur Information zu den Unternehmen, bei denen die Swerdlows Aktien haben.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/fuer-eine-milliarde-pfund-vodafone-uebernimmt-cable-und-wireless/6542880.html

http://en.wikipedia.org/wiki/BT_Group

Wenn Sie sich meinen obigen Satz anschauen, dann sehen Sie dahinter ein Fragezeichen.:-( Ich habe mich, nachdem ich in den letzten Tagen einiges zu dem möglichen Interessenkonflikt von Dr. Swerdlow gelesen habe, mich dazu entschieden in diesem Forum hier diese Frage zu stellen. Allerdings hält sich meine Hoffnung doch auch in Grenzen dazu unterschiedliche Meinungen zu hören.

Sie haben die Überschrift richtig gewählt. Kann Aktienbesitz Sünde sein? Ist die Entscheidung/Wertung in einer noch nicht abgeklärten Sache von jemand, der Geld in solchen Unternehmen hat, ob ehrlich zugegeben oder nicht, glaubwürdig/zuverlässig oder nicht? Dazu muss es doch Meinungen geben, die gibt es doch auch, wenn es sich um Verbandelungen zu Baubiologen usw. handelt.

Die Kontroverse in der EMF Diskussion ist nicht ob da was geheimgehalten wird. Solche Diskussionen werden nur in der Elektrosmog-Szene geführt und die ist relativ unbedeutend. Diskussionen gibt es nicht über die Quanität der Forschung sondern über die Qualität. Und deshalb ist die Sache noch nicht entschieden und die Argumentation unterschiedlich. Von daher fallen auch die Gremienbewertungen unterschiedlich aus.

zumal das "Geheimnis" aller Voraussicht nach von den Swerdlows selbst preis gegeben wurde. Das wiederum finde ich ehrlich und unbedenklich.

Ja, es wurde von den Swerdlows selbst preisgegeben und es ist ehrlich. Aber trotzdem steht für mich noch die Frage, ob es unbedenklich ist.

Wissen wir denn, welche Aktien Dr. Adlkofer hält, welche Herr Dinger, Herr Zwerenz oder Dr. Richter? Nein, wir wissen es nicht und sie werden es uns wahrscheinlich auch nicht verraten.

Sie vergleichen Leute die lediglich in der Elektrosmogszene was zu melden haben mit Leuten die einen ganz anderen Einfluss und ein wesentlich wichtigere Bedeutung haben.
Und dennoch meine ich, dass Sie bei den einen kritischer sind als bei den anderen. Wären Sie ganz ehrlich noch offen für Ergebnisse, die aus der Adlkofer Ecke kommen auch mit dem Wissen über seine Tabak Vergangenheit?

Die Frage der Sicherheit der Handys wird unter anerkannten Wissenschaftlern/Gremien geführt und nicht zwischen solchen Leuten, die Sie oben anführen und einflussreichen Gremien.

Aufgefallen ist mir aber dennoch was. Die Studien Diem et al (2005) und Schwarz et al (2008) sind mit aufgelistet und bewertet, wie wenn nichts gewesen wäre. Dr. Lerchls Bemühungen wurden mit keinem Wort erwähnt, bzw. es wurde nur in einem Nebensatz erwähnt (There was some scientific concern about the validity of these data...) Die Entkräftigung der Diem Resultate wurde durch die Nicht Reproduzierbarkeit von Speit et al bewertet.

Auch mir ist was aufgefallen: Die im März 2012 zurückgezogenen Salama-Studien sind im HPA-Report berücksichtigt. Die Retraktion konnten die Briten nicht vorhersehen, Salamas weitgehend funktionslose Expositionsapparatur hätte aber auch so als schwerwiegender Fehler erkannt werden können. Wurde sie aber nicht. Wieso sieht Lerchl so etwas, er ist Biologe, kein Kommunikationselektroniker.

Immerhin wurde in dem Bericht die Kritik von Lerchl und Bornkessel zu den o.g. Studien erwähnt und das obwohl die Sache noch ganz neu ist. Warum wurde der abgeschlossenen REFLEX Kritik durch Dr. Lerchl, die schon länger zurückliegt keine größere Bedeutung beigemessen? Das ist es, was mich an dem ganzen Bericht stört. Ich sehe darin eine Pflichterfüllung eine Sache, zu der die Autoren eine abgeschlossene Meinung haben auf den neuesten Stand zu bringen.
Dr. Lerchl wird zwar nachgesagt, dass er nur in Studien, die Effekte findet die Fehler sucht, aber auf jeden Fall deckt er methodische Schwächen auf. Und die soll und muss es ja dann auch in Studien geben, die keine Effekte findet. Ein Beispiel ist z.B. auch die Arendash Studie (Handys schützen vor Alzheimer), die ja auch von Dr. Lerchl kritisiert wurde. Schlechte Studien werden nicht aussortiert, sondern fließen mit ein in die Bewertung, da stelle ich mir dann die Frage warum überhaupt Geld investiert wird bzw. müsste es neue Ansätze geben um die Sache in Schwung bzw. zum Abschluss zu bringen.

Eigenartig finde ich, niemand interessiert sich augenscheinlich dafür, wie es mit der 2B-Wertung für Handys nun weitergehen wird.

Richtig das spricht für meine Meinung der Trägheit, die diese Sache so an sich hat.
Auf was wartet man, ob's gut geht oder nicht.

Steht die auch noch 2100 in der Liste so drin oder wird es jemals eine Prüfung geben, ob denn die Wertung aus dem Jahr 2011 die richtige war? Der Kaffee trägt sein 2B-Kainsmal nun schon lange 21 Jahre und nichts deutet darauf hin, dass er es irgendwann einmal wieder los sein wird oder er z.B. in 2A aufrückt.

Nein, wird es nicht. Ich habe kürzlich irgendwo an bedeutender Stelle gelesen, (ich weiß nicht mehr wo), was es mit der Eingruppierung auf sich hat. Die Eingruppierungen bleiben bestehen, die können höher bewertet, wenn sich eine Schädlichkeit herausstellt, aber eine erneute Prüfung ob die frühere Eingruppierung gerechtfertigt ist oder nicht gibt es nicht.

Die Idee der IARC-Monographs ist sicherlich gut, meiner unmaßgeblichen Meinung nach fehlt aber so etwas wie die kraftvolle Weiterverfolgung einer gefundenen Spur.

Richtig und wer könnte daran was ändern? Es fehlt ja offensichtlich die Motivation von anerkannten und einflussreichen Leuten/Wissenschaftlern, die Sache wirklich zu bewegen. Und da stellt sich mir die Frage, warum das so ist.
Und da geht es nicht um einen Zwerenz, Dinger, Adlkofer und all die "Größen" im süddeutschen Raum. Die interessieren ganz ehrlich so wenig wie der Dreck unter den Fingernägeln. Die eigentlichen Diskussionen finden auf ganz anderer Ebene statt.

Aber ich bin sicher, die Zeit und der damit verbundene wissenschaftliche Fortschritt, aber auch der damit einhergehende "Personalwechsel" wird die Frage einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung klären.


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