EHS-Ghettos und -Reservate sind unerwünscht (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 09.05.2011, 14:35 (vor 3133 Tagen)

[Strang abgetrennt am 08.08.2013, Absprung hier]

Beim Test von Herrn Zwerenz scheint mir das Problem, dass die meisten Betroffenen gerade keinen solchen Ort ohne Belastung haben, denn wenn sie einen solchen hätten, wäre deren Lage schon bedeutetend weniger schlimm.

Einspruch, "Fee"!

Vor ungefähr zwei Jahren hat Gerrit Krause aus NRW eine Umfrage unter überzeugten EHS durchgeführt, in der sinngemäß ausgelotet werden sollte, wie groß die Bereitschaft der Betroffenen ist, einen Ortswechsel hinzunehmen, nur um strahlungsarm leben zu können. Krause arbeitet mit Herrn Lisseck zusammen, der in der Region dort lebende überzeugte EHS in etwa so betreut, wie dies früher Frau Stöcker hierzulande mit ihrem Münchener Verein machte.

Ich habe damals von Herrn Krause leider keine konkrete Antworten auf meine Frage bekommen, wie denn nun diese Umfrage ausgegangen ist. Aus dem Gedächtnis heraus meine ich aber sagen zu können, dass es eben nicht so ist, wie Sie es darstellen, dass nämlich überzeugte EHS eine überwältigende Bereitschaft an den Tag legen, Haus und Herd aufzugeben, nur um in irgendein strahlungsarmes "Kaff" zu ziehen. Dies ist nur eine der Legenden, die liebevoll gepflegt werden, z.B. mit Bildern von überzeugten EHS, die irgendwo in einem Wohnwagen leben. Das sind aber immer nur die gleichen und so wenige, dass jede beliebige andere "Spinnerei" mehr Gefolgsleute vorweisen kann. Ich halte diesen Ruf nach Lebensraum für überzeugte EHS inzwischen nur noch für einen PR-Gag.

Aus meiner Sicht machen Sie mit der öffentlichkeitswirksamen Lebensraum-Idee für überzeugte EHS einen grundsätzlichen Fehler, womit ich nicht einmal die fehlende Teilnahmebereitschaft überzeugter EHS an solchen Ghettos meine. Ich meine, Sie machen den zweiten Schritt vor dem ersten. Solange Sie sich damit begnügen, Ihre EHS nur zu behaupten statt zu objektivieren, werden Sie Ihre Situation nicht nachhaltig verändern. Unter objektivieren verstehe ich auch die Option, dass Sie nach einer solchen Objektivierung keine überzeugte EHS mehr sind und ein normales Leben mit Ihrer Familie führen können.

Überlegen Sie mal! Sie selber sind Vorstandsmitglied bei Gigaherz: Was hat dieser Verein (gilt auch für andere) denn in all den Jahren wirklich Substanzielles geleistet, um das Anliegen überzeugter EHS auf positive Weise in die Öffentlichkeit zu bringen? Ohne Sie persönlich tadeln zu wollen lautet meine Antwort: Nichts. Außer aggressivem Gerede und sinnloser Effekthascherei ist nichts passiert. Was soll dieser Irrsinn, gegen fett Kohle (fast 7000 Fr.) ein Anti-Handy-Lied komponieren zu lassen, zugleich aber keinen Finger zu rühren, um das Kernproblem aller überzeugten EHS, die Objektivierung, auch nur ansatzweise anzugehen?

Was soll der Quatsch mit den Gigaherz-Kongressen, die den Referenten die Kunden geradezu in die Arme treiben, überzeugten EHS aber nicht die Bohne nutzen? Das ist nur Scheinaktivität, ein Totalversagen auf ganzer Linie und jeder Außenstehende merkt das recht schnell, wenn bei euch nur so getan wird, als habe die Objektivierung bereits zu Bismarcks Zeiten stattgefunden. Deshalb wollten auch nur weniger als 0,5 Prozent der wahlberechtigten Schweizer eure Petition mit unterzeichnen. Ihr habt ein kapitales Glaubwürdigkeitsproblem, das keiner von euch anfassen mag. Mit "euch" meine ich die, die ich früher als "echte" EHS sah, nicht die Trittbrettfahrer, Vereinsheinis, Website-Schreihälse, Szenedocs und was da sonst noch so kreucht und fleucht, denn die interessiert die Objektivierung von EHS einen feuchten Dreck, die sind mMn nur auf Ihren Gewinn aus - und bei denen ist es kein Krankheitsgewinn, sondern alle Formen gewöhnlicher Nutznießerei bis hin zum befriedigten Geltungsdrang.

Dass überzeugte EHS den entscheidenden ersten Schritt vehement ablehnen habe ich erlebt und kann ich auch nachvollziehen. Ohne diesen ersten Schritt aber wird sich mMn nichts wirklich bewegen, sondern nur das Herumeiern endlos fortgesetzt. Ich kenne keinen einzigen Filmbeitrag, in dem strahlungsarm abseits zivilisatorischer Errungenschaften lebende überzeugte EHS so etwas wie Zufriedenheit und "so, jetzt habe ich's geschafft" vermitteln. Es wird unisono weiter geklagt über die Lebensumstände, fast wie zuhause. Dominiert nicht mehr der E-Smog als Störer rückt beispielsweise das Chemieklo an seine Stelle.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Legende, Schutzzonen, Trittbrettfahrer, Objektivieren, Scheitern, Ortswechsel, Reservate, Lisseck


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