Interphone-Ergebnisse JETZT BEKANNT (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Montag, 17.05.2010, 08:26 (vor 4640 Tagen) @ Alexander Lerchl

Die Ergebnisse der INTERPHONE-Studie sind jetzt bekannt geworden:

Link: http://www.presseportal.ch/de/text/story.htx?nr=100603625&firmaid=100019774
Volltext der Pressemitteilung des MMF (Mobile Manufacturers Forum):
16.05.2010 | 13:06 Uhr

Brüssel (ots) - Das International Journal of Epidemiology veröffentlichte heute die kombinierte Analyse der bevölkerungsbasierten multi-nationalen Fall-Kontrolle-Studie über Gliome und Meningiome, die häufigsten Gehirntumore. Dies ist die erste Studie einer Reihe von kombinierten Datenanalysen über Kopf und Nackentumore, die als Teil des international koordinierten INTERPHONE-Projekts veröffentlicht werden.

Die Autoren zogen folgende Schlussfolgerung(1):

Insgesamt wurde keine durch den Gebrauch von Mobiltelefonen verursachte Zunahme des Risikos beobachtet, an einem Gliom oder Meningiom zu erkranken. Es gab Hinweise eines vergrößerten Risikos von Gliomen auf den höchsten Expositionsniveaus, aber statistische Verzerrungen und andere Fehler erlauben keine kausale Interpretation.
Die möglichen Effekte eines langfristigen intensiven Gebrauchs von Mobiltelefonen verlangen weitere Untersuchung.
In der die Studie begleitenden Presseinformation sagte Dr. Christopher Wild, Direktor der Internationalen Agentur für die Forschung über Krebs (International Agency for Research on Cancer, IARC): "Ein erhöhtes Risiko, an Hirntumoren zu erkranken, wird durch die INTERPHONE-Daten nicht nachgewiesen. Die Beobachtungen in der Kategorie der höchsten kumulativen Anruf-Zeit und die sich ändernden Verhaltensmuster bei der Nutzung von Mobliltelefonen seit der durch INTERPHONE untersuchten Periode, besonders bei jungen Menschen, deuten an, dass Mobiltelefongebrauch und Hirntumor-Risiko es verdienen, weiter untersucht zu werden."

(1) Das Originalzitat ist in englischer Sprache verfasst. Sollten sich im Vergleich mit der übersetzten Version Unterschiede ergeben, gilt die englische Fassung als verbindlich.

Michael Milligan, Generalsekretär des Mobile Manufacturers Forums (MMF), sagte über die Studie: "Das INTERPHONE-Projekt ist die größte Studie ihrer Art, die jemals in diesem Bereich unternommen wurde und bedeutet eine weitere klare Bestätigung hinsichtlich der Sicherheit von Mobiltelefonen. Die Gesamtanalyse stimmt mit Ergebnissen früherer Studien und dem beachtlichen Umfang der Forschung überein, die kein erhöhtes Gesundheitsrisiko aus dem Gebrauch von Mobiltelefonen ableiten."

Er setzte fort: "Das Fehlen von erhöhten Gesundheitsrisiken umfasst auch den langfristigen Mobiltelefongebrauch von mehr als 10 Jahren. Die Autoren machen klar, dass die Datenlage bezüglich der selbstberichteten Schätzung der Nutzung in der Vergangenheit für die eindeutige Interpretation eines möglichen Risikos wegen möglicher Fehler oder statistischer Verzerrungen ungenügend waren. Zum Beispiel wird in der Studie festgehalten, dass Menschen mit einem Gehirntumor ihren zurückliegenden Mobiltelefongebrauch erwiesenermaßen überschätzten, und dass eine Verzerrung der Rücklaufquoten der Fragebögen wahrscheinlicher wird, wenn an der Studie teilnehmende Personen wahrnehmen, dass - wie in den Medien umfangreich berichtet worden ist - Mobiltelefongebrauch mit Gehirntumoren in Verbindung gebracht wird."

"Mobiltelefonnutzer können sich auch durch den Umstand versichert sehen, dass es gestützt auf Lebenszeitstudien an Tieren bereits einen beachtlichen Umfang von wissenschaftlichen Beweisen bezüglich des langfristigen Gebrauchs von Mobiltelefonen gibt, die keinen Zusammenhang zwischen Gesundheitseinflüssen und langfristiger Exposition gegenüber Funkfrequenzen gefunden haben", fügte Michael Milligan hinzu.

Die INTERPHONE-Ergebnisse müssen jetzt von unabhängigen Gesundheitsbehörden wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Expertengruppen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die menschliche Gesundheit bewertet werden.

(Fortsetzung folgt)

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
Interphone, Gehirntumor, Gliom


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