Kommentar eines Fahrgastes (Allgemein)

Gast, Samstag, 01.03.2008, 09:11 (vor 5396 Tagen) @ Gast
bearbeitet von Gast, Samstag, 01.03.2008, 10:17

Interessantes Zitat von OB Ude:
Bei einem Handy-Anruf könnten Sie hingegen niemals blitzschnell herausfinden und mitteilen, wo sich der Zug gerade befindet und welche Maßnahmen zweckmäßig sind.

-Am 20.12. gab es den Überfall in der Haltestelle Arabellapark, über den schon zur Genüge berichtet wurde. Dies war Wasser auf die Mühlen für einen Verein in München, der seit Jahren keine Gelegenheit ausließ, Handyempfang in der U-Bahn zu fordern. Dieser Verein hat daraufhin eine Pressekampagne gestartet, worauf MVG-Chef König in den Zeitungen antwortete, dass Handyempfang nur ein subjektives falsches Sicherheitsgefühl generiere, und die Mehrheit der Kunden dagegen sei. Zudem sei die U-Bahn ja "sicher" (wer's glaubt), die in die Schlagzeilen geratenen Vorfälle seien Einzelfälle (wirklich?).

Quelle: AZ vom 29.12.2007 (Hinweis: Der Link führt auf die Homepage des besagten Vereins).

Interessant sind folgende Zitate von MVG-Chef Herbert König:

Die Handy-Nutzung in der U-Bahn sei derzeit nicht möglich, weil sich bisher bei allen Fahrgast-Befragungen die Mehrheit dagegen ausgesprochen habe.

Die MVG-Leitstelle ist am besten in der Lage, die nächsten Hilfskräfte loszuschicken (...) deshalb ist es wichtig, dass der Notruf dort hin gelangt.


Und zuletzt, man will ja kunden orientiert sein:
Im ersten Halbjahr 2008 wird erneut eine Handy-Befragung durchgeführt.

-Am 11. Januar 2008 gaben die Medien sehr unkritisch bekannt, dass man nun entschieden hätte, die Tunnels der U-Bahn mit Mobilfunkempfang auszurüsten. Mobilfunkempfang würde die subjektive Sicherheit verbessern. Komischerweise - und sehr bezeichnend für die plötzliche Kehrtwende - werden vorerst nur die für die Mobilfunkbetreiber lukrativen Strecken in der City, zur Messestadt und zur Allianz-Arena damit ausgerüstet (ja, hier kann man auch mit Roaming-Gebühren von Ausländischen Besuchern Geld machen...). Hier sind die Züge aber auch in den Rand Stunden stets gut besetzt, und von Übergriffen hat man in der Presse nie etwas gelesen. Der Rest des Netzes, insbesondere die abends sehr schwach besetzten Außenstrecken in die "Problem Viertel" Neuperlach, Hasenbergl, OEZ und Arabellapark, bleiben erstmals außen vor.

Ein seltsamer Widerspruch: MVG-Chef König hat also mit den Mobilfunkbetreibern "Sondierungsgespräche" geführt, und kann keine 2 Wochen, nachdem er sich noch vehement gegen die Mobilfunkversorgung ausgesprochen und eine erneute Umfrage angekündigt hat, bereits ziemlich konkret mitteilen, wie es weitergeht.

Interessiert niemanden die Antwort, was konkret zum Meinungsumschwung Herbert Königs geführt hat, der somit die Wunsche der Mehrheit seiner Kunden respektlos mit den Füssen tritt? Ist es wirklich nur die "Empfehlung" der Polizei? Sollte man hier nicht untersuchen, ob König während dieser "Sondierungsgespräche" vielleicht sogar Schmiergelder von den Mobilfunkbetreibern entgegen genommen haben könnte?

Quellen: Süddeutsche Zeitung & merkur online

Dass die Benutzung von Handys ein falsches Sicherheitsgefühl verursacht, lernt man schon in der Fahrschule - man soll auf der Autobahn nach Möglichkeit ja auch von den festen Notrufsäulen Gebrauch machen.

Ein krasses Beispiel, wie verhängnisvoll eine eben solche Kommunikation spanne werden kann, zeigt der dramatische Ausgang eines sehr ähnlichen Falles von letzter Woche in der S-Bahn in Basel (Schweiz). Genau so könnte sich ein solcher Fall in München abspielen, wenn die Polizei, die den Anruf entgegen nimmt, und die Leitstelle nicht korrekt miteinander kommunizieren (Siehe Kasten: SBB-Vorwurf). Momentan sind in München sogar mit den vorhandenen Notrufeinrichtungen die Voraussetzungen geschaffen, dass so etwas nicht passieren kann. Will man das mit dem Handyempfang über den Haufen werfen?

Seltsamerweise spricht auch Herbert König die gleiche Sprache, nachdem er aber die Ausrüstung der Tunnels bekannt gegeben hat (Süddeutsche vom 12.1.2008, siehe oben):

Die bisherigen Bedenken der MVG, darauf legt König großen Wert, blieben jedoch bestehen und würden auch von den Sicherheitskräften geteilt: Wer einen Notruf per Handy verschickt, vergeudet oftmals kostbare Zeit, weil er den genauen Aufenthaltsort nicht nennen kann oder aber weil die Polizei erst bei der U-Bahnleitstelle nachfragen muss, wo sich die nächste Streife der U-Bahn-Wache befindet.

Am 21. Februar 2008 wurde in der Süddeutschen Zeitung ein halbseitiges Inserat geschaltet, in der die MVG neben der eigenen Selbstbeweihräucherung in Sachen Sicherheit in etwa den gleichen Wortlaut wiedergibt, der in einer Pressemitteilung vom 29. Januar 2008 ebenfalls vorkommt.

Eine Ausrüstung der U-Bahnanlagen durch die Handy-Betreiber unterblieb bisher, weil die deutliche Mehrheit der Fahrgäste dies nicht wollte. Neu war jetzt, dass nunmehr die Polizei erstmals die Handy-Nutzung in der U-Bahn gewünscht hat, weil sie hierin inzwischen auch für ihre eigenen Zwecke Vorteile sieht. Hierauf haben wir sofort die Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern aufgenommen.

Weiter, Fazit und meine persönliche Reaktion auf die Vorkommnisse.

Tags:
Roaming-Gebühr


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