Ein Blick in die Anti-5G-Szene (Allgemein)

e=mc2, Donnerstag, 12.11.2020, 22:09 (vor 384 Tagen)

Erhellende Beiträge von higgs zu 5G:
1. Mit der Corona-Pandemie haben die Mythen um den Mobilfunkstandard 5G nochmals zugelegt. Auch in der Schweiz. Ein Blick in die Anti-5G-Szene – und auf ihr Abrutschen in dubiose Milieus.

2. Ein Kommentar: Profiteure, Betroffene und politische Akteure taugen nicht als Faktenermittler

3. Der neue Mobilfunkstandard 5G – ein Faktencheck.


Und hier die Ergebnisse einer neuen Befragung was Frau und Herr Schweizer von 5G halten.

Tags:
Verschwörung, Baubiologe, Geschäftsmodell, Desinformation, Verschwörungstheorien, Architekt, Luzern, Heilpraktiker, Faktencheck, Favre, Pranger, Scharlatane, Wüthrich, Frequencia, Meier, Kla.TV, Schutz vor Strahlung, QAnon, Stoppt-5G, Pfluger

Ein Blick in die Anti-5G-Szene

H. Lamarr @, München, Freitag, 13.11.2020, 23:47 (vor 383 Tagen) @ e=mc2

Erhellende Beiträge von higgs zu 5G

Stimmt, ausgesprochen lesenswert/sehenswert. Da werden exklusive Informationen zu den Themen Mobilfunk, Anti-Mobilfunk-Szene und Placebo-Effekt geboten, wie ich sie zuvor nirgendwo anders gefunden habe.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Ein Blick in die Anti-5G-Szene

e=mc2, Sonntag, 15.11.2020, 11:10 (vor 382 Tagen) @ e=mc2

Und hier die Ergebnisse einer neuen Befragung was Frau und Herr Schweizer von 5G halten.

Und wenn 71% der Bevölkerung glaubt, dass elektromagnetische Felder von Mobilfunkstrahlung zu Gesundheitsproblemen führt, fragt die Tagesschau eine Uhrmacherin. Die muss es ja wissen. :no:

Kompetenzgefälle im EMF-Zirkus spült Uhrmacherin nach oben

H. Lamarr @, München, Sonntag, 15.11.2020, 13:03 (vor 382 Tagen) @ e=mc2

Und wenn 71% der Bevölkerung glaubt, dass elektromagnetische Felder von Mobilfunkstrahlung zu Gesundheitsproblemen führt, fragt die Tagesschau eine Uhrmacherin. Die muss es ja wissen. :no:

Dieses auf den ersten Blick unverständliche Phänomen beobachte ich seit vielen Jahren. Inzwischen meine ich, eine plausible Erklärung dafür gefunden zu haben: Zum Handwerkszeug seriöser Journalisten gehört es, nicht nur eine Stimme zu Gehör zu bringen, sondern im Interesse der Ausgewogenheit auch der Gegenstimme Raum zu geben, damit sich Leser/Zuschauer ein eigenes Urteil bilden können. So weit so gut.

Üblicherweise beruht diese Idee der pluralistischen Meinungsbildung darauf, dass gleichwertige Stimmen zu Wort kommen, also z.B. Bürger vs. Bürger oder Wissenschaftler vs. Wissenschaftler. So lange dies gegeben ist, ist das auch in Ordnung. In der Mobilfunkdebatte aber funktioniert diese Idee nahezu nie, es kommt zu einem steilen Kompetenzgefälle der vorgetragenen Stimmen, in aller Regel Wissenschaftler (Entwarnung) vs. Laien (Alarm). Warum ist das so? Weil Journalisten keine ernst zu nehmenden Wissenschaftler vom Fach finden, welche den alarmistischen Standpunkt vertreten. Auch bei der Coronakrise ist dies so. Notgedrungen sind Journalisten deshalb gezwungen auf Personen der zweite, dritten, vierten ... Wahl zurückzugreifen, um überhaupt eine Gegenstimme präsentieren zu können. Neben Laien (Uhrmacherin, Architekt, Drucker, Lehrer, Zahnarzt, Heilpraktiker, Mathematikprofessor, Molkereifachwirt ...) holen die Schreibkräfte daher besonders gerne verrentete Wissenschaftler (Hecht, Pall, Richter, Kühling, Buchner, Adlkofer, Warnke ...) aus der Versenkung oder irgendwelche Mediziner, die von EMF so viel verstehen wie meine Oma und dennoch genau wissen wollen, Funkwellen seien schädlich. Der Drang der "Journaille", Personen mit Doktor- oder besser Professorentitel vors Mikrofon zu bekommen, ist deren Autorität in Sachfragen geschuldet, wobei eine abseitige Fachrichtung der Autoritäten leider kein Hindernis darstellt (siehe Schopenhauer, Kunstgriff 30).

Qualifiziertes Personal führender Medien kennt die geschilderte Problematik und lässt deshalb die Finger von solchen verzerrenden Gegenüberstellungen von Standpunkten – nicht immer, aber immer öfter :-). In Richtung Lokalblätter spielt für Journalisten die Problematik des Kompetenzgefälles gewöhnlich eine untergeordnete Rolle, diese Medien versuchen zu überleben, indem sie Krawallmacher aus der Nachbarschaft der Leser präsentieren.

Anerkannte Wissenschaftler vom Fach könnten das Spielchen der Medien stören, indem sie sich bei Verdacht auf Kompetenzgefälle als Quelle a) pauschal verweigern (mir sind solche Fälle in Deutschland bekannt) oder besser b) bei Presseanfragen zur Bedingung machen, dass ihnen im geplanten Artikel kein Laie (Uhrmacherin, Ex-Elektriker, IT-Lehrlingsausbilder, emeritierter Professor ...), sondern eine gleichwertige Stimme entgegengehalten wird. Da Journalisten dies nicht leisten können, könnte ein Wissenschaftler ersatzweise zur Bedingung machen, dass der Artikel diesen Sachverhalt, dass eben keine gleichwertige Stimme aufzufinden war und somit ein Laie/Mediziner/selbsternannter Experte zu Wort kommt, explizit genannt wird, um den Lesern die korrekte Interpretation des Artikels zu erleichtern.

Hintergrund
Wissenschaftsjournalismus: Umgang mit abseitigen Ansichten
Umgang mit abseitigen wissenschaftlichen Ansichten im US-Rechtssystem


Admin: In einer früheren Version dieses Postings stand irrtümlich, gegen die Diskussionspartner Wissenschaftler vs. Laien sei nichts einzuwenden. Ich habe das auf Wissenschaftler vs. Wissenschaftler berichtigt.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Kompetenzgefälle, Journalismus, Wissenschaftsjournalismus

Kompetenzgefälle im EMF-Zirkus spült Uhrmacherin nach oben

e=mc2, Sonntag, 15.11.2020, 16:39 (vor 382 Tagen) @ H. Lamarr

Zum Handwerkszeug seriöser Journalisten gehört es, nicht nur eine Stimme zu Gehör zu bringen, sondern im Interesse der Ausgewogenheit auch der Gegenstimme Raum zu geben, damit sich Leser/Zuschauer ein eigenes Urteil bilden können. So weit so gut.

Das haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht. Gegen Meinungspluralismus spricht ja gar nichts. Aber in einem Nachrichtenmagazin würden auch ein paar Fakten nicht schaden. Warum nicht explizit zitieren was die Schweizer Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung zu diesem Thema gesagt hat?
Die Arbeitsgruppe stellt fest, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen unterhalb der Immissionsgrenzwerte der NISV bisher Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen wurden,...

EMF-Reduktionsfaktor: Die Schweiz sitzt auf einem Pulverfass

H. Lamarr @, München, Montag, 16.11.2020, 10:24 (vor 381 Tagen) @ e=mc2

Zum Handwerkszeug seriöser Journalisten gehört es, nicht nur eine Stimme zu Gehör zu bringen, sondern im Interesse der Ausgewogenheit auch der Gegenstimme Raum zu geben, damit sich Leser/Zuschauer ein eigenes Urteil bilden können. So weit so gut.

[...] Aber in einem Nachrichtenmagazin würden auch ein paar Fakten nicht schaden. Warum nicht explizit zitieren was die Schweizer Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung zu diesem Thema gesagt hat?
Die Arbeitsgruppe stellt fest, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen unterhalb der Immissionsgrenzwerte der NISV bisher Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen wurden,...

Das SRF berichtet in seiner Sendung über die für 5G günstige Meinungsumfrage einer Pro-5G-Lobbyorganisation und präsentiert als Gegenmeinung notgedrungen die kindlich wirkende Uhrmacherin. Aus SRF-Sicht wurde der Job damit hinreichend pluralistisch erledigt, aus meiner und Ihrer Sicht nicht, denn eine Uhrmacherin kann zwar zu EMF-Risiken eine laienhafte Meinung haben und sogar die gängige "Volksmeinung" vertreten, wissenschaftlich qualifiziert begründen kann sie diese jedoch nicht. Ein treffendes Vorbild für so eine unqualifizierte Volksmeinung, die ganze Nationen spalten kann, erlebten wir in den 1970er Jahren in Deutschland anlässlich des irrationalen Gezerres um die staatlich verordnete Gurtpflicht für Autofahrer. Damals setzte sich der Staat gegen die Volksmeinung durch, manchmal müssen Menschen eben zu ihrem Glück gezwungen werden.

Hätte das SRF die von Ihnen zitierte Passage aus dem Bericht der Arbeitsgruppe mit eingewoben, wäre aus meiner Sicht auch nicht viel gewonnen gewesen, denn in voller Länge sagt die Arbeitsgruppe:

[...]Die Arbeitsgruppe stellt fest, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen unterhalb der Immissionsgrenzwerte der NISV bisher Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen wurden, während gleichzeitig aus Wissenschaft und Praxis unterschiedlich gut abgestützte Beobachtungen für Effekte unterhalb der Immissionsgrenzwerte vorliegen. [...]

Das ist eine typische Ja-Aber-Feststellung, welche Zweifel an der Unbedenklichkeit der Immissionsgrenzwerte nicht ausräumt.

Doch wenn ich mich nicht irre, sind auch in der Schweiz die Würfel zugunsten von 5G längst gefallen, ohne dass die Bevölkerung und die Medien diesbezügliche Signale des Staates wahrgenommen haben. Das endlose Theater um die Anlagegrenzwerte lenkt auch Schweizer Mobilfunkgegner erfolgreich ab, denn tatsächlich spielt die Musik woanders, nämlich bei dem angekündigten Reduktionsfaktor für die Sendeleistung, wenn diese in adaptive Antennen eingespeist wird. Guckt man sich an, was der Bundesrat und die Behörden dazu schon seit 2019 haben verlauten lassen, steht klipp und klar fest, dieser Reduktionsfaktor, dessen Wert die damit befassten Ämter derzeit intern ausdiskutieren, wird demnächst mit der Vollzugshilfe für die Kantone die Bewilligung von 5G-Baugesuchen wieder in Gang setzen – und in den Kreisen der Gegner für einen Aufschrei der Empörung sorgen. Dabei muss man nur lesen, was bereits amtlich dokumentiert ist, um zu dieser Einschätzung zu kommen. Ich bastle momentan an einem Beitrag mit Belegen dazu, die Angelegenheit lässt sich aber nicht ganz so einfach in Worte packen. Dies bedeutet: Sobald die Schweizer Regierung die Katze aus dem Sack lässt, werden sich die Populisten der Anti-Mobilfunk-Szene auf den Bühnen versammeln und laut die irreführende Vereinfachung propagieren, der Bundesrat habe sein Wort gebrochen und die Anlagegrenzwerte über die Hintertür gelockert. Faktisch ist das zwar gelogen, wer zu bequem ist, sich mit dem Sachverhalt vertraut zu machen, und das sind mMn viele, wird auf die Hetzer jedoch hereinfallen. Wollen wir wetten? Die Schweiz sitzt auf einem Pulverfass, die Lunte brennt und ist nur noch kurz! Doch die Schweiz wird den Knall schadlos überstehen, so wie die Deutschen inzwischen seit Jahrzehnten ohne Murren den Sicherheitsgurt anlegen, bevor sie den Zündschlüssel ihres Autos drehen ...

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Ein Faktor mit vielen Bezeichnungen

H. Lamarr @, München, Montag, 16.11.2020, 11:45 (vor 381 Tagen) @ H. Lamarr

Das endlose Theater um die Anlagegrenzwerte lenkt auch Schweizer Mobilfunkgegner erfolgreich ab, denn tatsächlich spielt die Musik woanders, nämlich bei dem angekündigten Reduktionsfaktor für die Sendeleistung, wenn diese in adaptive Antennen eingespeist wird.

Der Reduktionsfaktor hat verwirrend viele Namen. Manche nennen ihn Korrekturfaktor, für 5G-Rebekka ist es der Erleichterungsfaktor und das Metas – ganz Behörde – benutzt den ungeheuerlichen Begriff keulenstatistischer Faktor. Wie sollen Ex-Elektriker, Ex-Lehrer oder Bäckereifachverkäuferinnen da durchblicken?

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Reduktionsfaktor

Ein Faktor mit vielen Bezeichnungen

KlaKla, Montag, 16.11.2020, 17:33 (vor 381 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Montag, 16.11.2020, 18:03

Der Reduktionsfaktor hat verwirrend viele Namen. Manche nennen ihn Korrekturfaktor, für 5G-Rebekka ist es der Erleicherungsfaktor und das Metas – ganz Behörde – benutzt den ungeheuerlichen Begriff keulenstatistischer Faktor. Wie sollen Ex-Elektriker, Ex-Lehrer oder Bäckereifachverkäuferinnen da durchblicken?

Gar nicht, die sollen sich um den Sauerteig kümmern, um die Kinder damit diese trotz Coronakriese den nötigen Lernstoff vermittelt bekommen und der Ex-Elektriker soll Rosen züchten. Heißt, Schuster bleib bei deinen Leisten. :wink:

--
Meine Meinungsäußerung

EMF-Reduktionsfaktor: Die Schweiz sitzt auf einem Pulverfass

e=mc2, Montag, 16.11.2020, 21:48 (vor 381 Tagen) @ H. Lamarr

[...]Die Arbeitsgruppe stellt fest, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen unterhalb der Immissionsgrenzwerte der NISV bisher Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen wurden, während gleichzeitig aus Wissenschaft und Praxis unterschiedlich gut abgestützte Beobachtungen für Effekte unterhalb der Immissionsgrenzwerte vorliegen. [...]

Da haben Sie mich ja fast erwischt, und es sieht so aus als ob ich einen Teil des Zitats unterschlagen wollte. Ich sage fast, weil ich mich explizit auf Gesundheitsprobleme durch Mobilfunk bezogen habe und die Sache nicht unnötig langmachen wollte.
Im Zusammenhang mit Gesundheitsproblemen ist der zweite Teil des Zitats (die „Ja-Aber-Feststellung“) von untergeordneter Bedeutung. Der Bericht listet zwar tatsächlich noch weitere Effekte auf wie zum Beispiel ausreichende Evidenz für Hirnströme. Es wird aber auch gesagt, dass bisher nicht nachgewiesen ist, dass damit Gesundheitsauswirkungen verbunden sind. Ähnliche Effekte auf die Hirnströme kann man durch alltäglich Faktoren wie Bewegung, Kaffee oder konsumierte Medieninhalte nachweisen. Aus dem Vorhandensein von solchen biologischen Effekten kann man nicht auf Gesundheitsgefährdung schließen. Nur weil Infrarotstrahlung im Zellexperiment oxidativen Stress erzeugt, stellt man ja bei diesem Wetter auch nicht die Heizung ab. Damit entspricht die Meinung von 71% der Bevölkerung, dass elektromagnetische Felder von Mobilfunkstrahlung zu Gesundheitsproblemen führt, nicht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand. Aber klar, zu 100% kann die Wissenschaft das auch nicht ausschließen und die beobachteten Effekte auf Hirnströme könnten ein Indiz dafür sein. Einfach damit ich auch noch ein „Ja-Aber“ anbringen kann.

Spitzfindigkeiten: Fallgruben der Mobilfunkdebatte

H. Lamarr @, München, Dienstag, 17.11.2020, 00:15 (vor 380 Tagen) @ e=mc2

[...]Die Arbeitsgruppe stellt fest, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen unterhalb der Immissionsgrenzwerte der NISV bisher Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen wurden, während gleichzeitig aus Wissenschaft und Praxis unterschiedlich gut abgestützte Beobachtungen für Effekte unterhalb der Immissionsgrenzwerte vorliegen. [...]

Da haben Sie mich ja fast erwischt, und es sieht so aus als ob ich einen Teil des Zitats unterschlagen wollte. Ich sage fast, weil ich mich explizit auf Gesundheitsprobleme durch Mobilfunk bezogen habe und die Sache nicht unnötig langmachen wollte.

Touché!

Im Zusammenhang mit Gesundheitsproblemen ist der zweite Teil des Zitats (die „Ja-Aber-Feststellung“) von untergeordneter Bedeutung. Der Bericht listet zwar tatsächlich noch weitere Effekte auf wie zum Beispiel ausreichende Evidenz für Hirnströme. Es wird aber auch gesagt, dass bisher nicht nachgewiesen ist, dass damit Gesundheitsauswirkungen verbunden sind. Ähnliche Effekte auf die Hirnströme kann man durch alltäglich Faktoren wie Bewegung, Kaffee oder konsumierte Medieninhalte nachweisen. Aus dem Vorhandensein von solchen biologischen Effekten kann man nicht auf Gesundheitsgefährdung schließen. Nur weil Infrarotstrahlung im Zellexperiment oxidativen Stress erzeugt, stellt man ja bei diesem Wetter auch nicht die Heizung ab. Damit entspricht die Meinung von 71% der Bevölkerung, dass elektromagnetische Felder von Mobilfunkstrahlung zu Gesundheitsproblemen führt, nicht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand. Aber klar, zu 100% kann die Wissenschaft das auch nicht ausschließen und die beobachteten Effekte auf Hirnströme könnten ein Indiz dafür sein.

Ich versuche mal zusammenzufassen:

Unterhalb der Immissionsgrenzwerte (Icnirp) wurde ein zweifelsfreier Kausalzusammenhang zwischen EMF-Exposition und Gesundheitsauswirkungen bislang nicht gefunden, wohl aber wurden allerlei Beobachtungen gemacht, deren gesundheitliche Auswirkungen noch unklar sind, diese könnten negative, positive oder gar keine gesundheitlichen Folgen haben.

Erst beim Schreiben dieser wenigen Zeilen ist mir klar geworden, wie schwierig der Sachverhalt in Kurzform zu formulieren ist, ähnlich wie ein Vertragstext. Mindestens fünf Entwürfe musste ich verwerfen, weil sie entweder inhaltlich unzutreffend waren oder unerwünschte Auslegungen des Textes zuließen :no:. In einem Interview würde ich mich wohl um Kopf und Kragen reden :yes:.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

EMF-Reduktionsfaktor: Gigaherz-Jakob hat angebissen!

H. Lamarr @, München, Freitag, 27.11.2020, 22:10 (vor 369 Tagen) @ H. Lamarr

Doch wenn ich mich nicht irre, sind auch in der Schweiz die Würfel zugunsten von 5G längst gefallen, ohne dass die Bevölkerung und die Medien diesbezügliche Signale des Staates wahrgenommen haben. Das endlose Theater um die Anlagegrenzwerte lenkt auch Schweizer Mobilfunkgegner erfolgreich ab, denn tatsächlich spielt die Musik woanders, nämlich bei dem angekündigten Reduktionsfaktor für die Sendeleistung, wenn diese in adaptive Antennen eingespeist wird.
[...]
Sobald die Schweizer Regierung die Katze aus dem Sack lässt, werden sich die Populisten der Anti-Mobilfunk-Szene auf den Bühnen versammeln und laut die irreführende Vereinfachung propagieren, der Bundesrat habe sein Wort gebrochen und die Anlagegrenzwerte über die Hintertür gelockert.

Gigaherz-Präsident Jakob hat den Köder "Reduktionsfaktor" erwartungsgemäß geschluckt und am 24. November 2020 die Schweizer Winter-Festspiele um diesen Faktor plakativ eröffnet:

5G: Achtung Hurrikan im Anmarsch auf die Schweiz

Beim Überfliegen seines Beitrags ist mir Substanzielles nicht aufgefallen, wohl aber ein Irrtum am Textende. Dort behauptet Jakob:

Die bisher einzige Art, wie 5G gemessen werden muss, hat uns die französische Aufsichtsbehörde ANFR vorgemacht. Näheres darüber ist hier nachzulesen. https://www.gigaherz.ch/5g-alarmierende-resultate-erster-testmessungen/

Was er da schreibt ist gleich in mehrfacher Hinsicht falsch:

1. In Frankreich gibt es noch kein 5G im Regelbetrieb. Die Funknetzagentur ANFR nutzte diesen Umstand, um während 5G-Messungen die Richtungssteuerung der Beams smarter 5G-Antennen außer Betrieb zu setzen, so dass Messungen ähnlich unkompliziert wie bei allen älteren Mobilfunksystemen möglich waren. Sobald 5G im Regelbetrieb ist, lässt sich eine Blockade der Richtungssteuerung nicht mehr durchführen, denn dies könnte unbeabsichtigt zu einer unzulässig hohen Immission im Nahbereich einer smarten Antenne führen, weil die Mittelung hoher und niedriger Emission wegen der fehlenden Bewegung entfällt.

2. Auf die groben Fehler in Jakobs verlinktem Beitrag haben wir bereits im Mai 2020 hingewiesen. Wie üblich, war Jakob nur mal wieder nicht imstande, eine angebotene technische Information der ANFR richtig zu verwerten.

3. Wenn Jakob die ANFR über den grünen Klee als Maß der Dinge in Sachen 5G-Exposition lobt, dann muss er auch diese Information der ANFR anerkennen, will er sich nicht lächerlich machen. Da aber kann er nicht, denn die ANFR stützt Jakobs 5G-Alarmismus mit der beschrieben Simulation für dicht besiedeltes Gebiet in keiner Weise, sondern rechnet sogar vor, dass ohne 5G die Immission um fast 70 Prozent zunehmen würde. Ich bin gespannt, wie er aus dieser Zwickmühle entkommen will. Nein, stimmt nicht, ich bin nicht gespannt, denn wie ich Jakob kenne, wird er die unbequeme ANFR komplett ausblenden und seine Scheinwerfer auf die (vermeintlich) bequeme ANFR ausrichten.

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

EMF-Reduktionsfaktor: Gigaherz-Jakob hat angebissen!

e=mc2, Samstag, 28.11.2020, 06:18 (vor 369 Tagen) @ H. Lamarr

Ich bin gespannt, wie er aus dieser Zwickmühle entkommen will. Nein, stimmt nicht, ich bin nicht gespannt, denn wie ich Jakob kenne, wird er die unbequeme ANFR komplett ausblenden und seine Scheinwerfer auf die (vermeintlich) bequeme ANFR ausrichten.

Ich sehe worauf Sie hinauswollen. Jakob die adaptive Antenne. :rotfl:

EMF-Reduktionsfaktor: Gigaherz-Jakob hat angebissen!

Gustav, Samstag, 28.11.2020, 23:17 (vor 368 Tagen) @ H. Lamarr

Gigaherz-Präsident Jakob hat den Köder "Reduktionsfaktor" erwartungsgemäß geschluckt und am 24. November 2020 die Schweizer Winter-Festspiele um diesen Faktor plakativ eröffnet:

5G: Achtung Hurrikan im Anmarsch auf die Schweiz

Manchmal verstehe ich Jakob wirklich nicht. Wenn man früher argumentiert hat, "jeder kann selber entscheiden ob er/sie ein Handy hat und sich freiwillig der Strahlung aussetzt" kam sofort das Gegenargument: "Der Steuerungskanal sendet dauerhaft 24 Stunden täglich, dem kann man sich nicht entziehen."

Heute mit 5G sind die Steuerungskanäle zeitlich und örtlich auf ein Minimum reduziert aber es ist den Mobilfunkgegnern auch nicht Recht.

Man muss sich das mal auf der Zuge zergehen lassen, Jakob regt sich auf weil die Strahlung seiner Meinung nach zu gering ist. Dabei hat er doch jahrelang genau dafür gekämpft!

Schönes Wochenende

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum