Paris könnte Schweizer Immissionshochstapler stoppen (Technik)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 20.04.2021, 22:59 (vor 587 Tagen) @ H. Lamarr

Wenn Paris tatsächlich erst seit 19. März 2021 mit ersten 5G-Antennen im 3,5-GHz-Band versorgt wird, ist dies in der Grafik oben nicht erkennbar. Dafür sehe ich zwei mögliche Gründe:

► Die Immission durch adaptive 5G-Antennen erhöht den Immissionspegel bei weitem nicht so stark, wie uns selbsternannte Experten und Besserwisser weis machen wollen.
► Die hier betrachtete Messsonde im Zentrum von Paris (5 Rue de Berri, 8th Arrondissement of Paris, 75008 Paris) erfasst bis heute noch keine der am Starttag in Paris zugelassenen weit mehr als 1000 3,5-GHz-5G-Antennen.

Nicht zu vergessen ist: In Paris gilt seit 2017 der Vorsorgewert 5 V/m (indoor, gemittelt über 24 Stunden).

Für Anti-Mobilfunk-Hetzer in der Schweiz könnten die Pariser Messsonden zu einem Problem werden. Denn von den gegenwärtig zehn in der französischen Hauptstadt installierten Messsonden sind sieben in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs Gare de Lyon installiert (Bild).

Am Bahnhof Gare de Lyon lauern sieben Messsonden auf 5G-Funksignale.
[image]
Bild: ANFR

Aus nahe liegenden Gründen ist eben dort auch mit einer bevorzugten Versorgung mit adaptiven 5G-Antennen zu rechnen. Wenn sich nun herausstellen sollte, dass die sieben Messsonden nach dem 19. März 2021 keine sprunghafte Zunahme der (über 6 Minuten gemittelten) Immissionen registriert haben, dann bringt dieser erste greifbare Langzeitbeleg für reale Immissionen im Wirkungsbereich von adaptiven 5G-Antennen die Immissionshochstapler der Mobilfunkgegner, die von einem bis zu 1000-fachem Immissionsanstieg fabulierten, wahrscheinlich arg ins Trudeln.

Zur Abwehr dieser harten Fakten werden sie sich mutmaßlich auf die Immissionsspitzen adaptiver Antennen stürzen, die aber a) Laien nicht so einfach zu vermitteln sind, b) Hochstapler deshalb zu mehr oder weniger dämliche Anschauungsbeispiele zwingt (z.B. Ohrfeige vs. Streicheln) und c) einige Hochstapler selbst vor große Rätsel stellt. Die Grafiken aus Paris sind hingegen für jeden selbsterklärend: 5G kam, strahlte und die Messsonden blieben dennoch äußerst gelassen.

Um sich nicht zu blamieren müsste vor so einem Angriff auf Immissionshochstapler natürlich gewährleistet sein, dass sich um den besagten Hauptbahnhof herum etliche 3,5-GHz-5G-Standorte befinden, deren Signale von den Messsonden empfangbar sind. Dies sollte mit der französischen Senderkarte gelingen, macht aber viel Arbeit. Ich selbst werde Schweizer Immissionshochstaplern nicht an den Karren fahren, meine Prioritäten liegen gegenwärtig ganz woanders.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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