Immissionszuwachs durch 5G: Langzeitbeobachtung (Technik)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 20.04.2021, 21:39 (vor 587 Tagen) @ H. Lamarr

Die Messdaten aller Messsonden können auf dieser Website nach Auswahl der gewünschten Stadt abgerufen werden. Der folgende Screenshot zeigt die Messdaten für den Zeitraum vom 11. März bis zum 18. März 2021 für Marseille. Zusätzlich zu der Grafik werden (im Bild nicht sichtbar) numerisch die minimal gemessene Feldstärke genannt (1,05 V/m), die mittlere (1,47 V/m) und die maximale (2,06 V/m).

Immissionsdaten einer Messsonde in Marseille. Tagsüber ist die Immission etwa doppelt so hoch wie in den Nachtstunden.
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Die Standardeinstellung für die Grafik ist der Zeitraum von 1 Woche. Damit aber sind keine langfristigen Trends zu erkennen, die z.B. auf einem langsamen Anstieg der Immission beruhen. Die Anzeige kann aber mehr, auch wenn dies auf Anhieb nicht ersichtlich ist.

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Die beiden oben im Bild gelb markierten Datumsfelder sind nämlich Eingabefelder, man kann dort auch rückwirkend das Datum ändern. Allerdings nicht beliebig, denn über mehr als fünf Monate hinweg lassen sich Immissionen derzeit nicht betrachten. Erkennbar ist dies an den unten im Bild gelb markierten Eckwerten, die mit dem oben erkennbaren von mir eingetragenen Wunschzeitraum nicht viel zu tun haben.

Wer hinter der Begrenzung des Zeitfensters auf maximal fünf Monate einen bösen Trick der ANFR vermutet, mit dem aufschlussreiche Langzeitbeobachtungen verhindert werden sollen, liegt mutmaßlich falsch. Denn die tatsächliche Erklärung, warum die Grafik nicht bis 1. September 2020 zurück reicht ist banal: Die Messsonde, deren Messwerte hier abgebildet werden, wurde erst am 13. November 2020 in Paris in Betrieb genommen. Dies erfährt man im Original links neben der Grafik. Leider ist ein Direkt-Link zum Original technisch nicht möglich. Ob die Begrenzung des sichtbaren Zeitfensters auf maximal fünf Monate tatsächlich gegeben ist, lässt sich heute am 20. April 2021 noch nicht verbindlich sagen, weil die Abszisse nicht taggenau anzeigt. In ein paar Tagen sollte diese Unsicherheit beseitigt sein, wenn sich dann mehr als fünf Monate abbilden lassen. Da die Immissionsanzeige mMn nur über lange Zeiträume hinweg sinnvoll (aussagekräftig) ist, gehe ich davon aus, dass die momentan gegebene Begrenzung ein Artefakt ist, welches der Inbetriebnahme der Sonde am 13. November 2020 geschuldet ist.

Wenn Paris tatsächlich erst seit 19. März 2021 mit ersten 5G-Antennen im 3,5-GHz-Band versorgt wird, ist dies in der Grafik oben nicht erkennbar. Dafür sehe ich zwei mögliche Gründe:

► Die Immission durch adaptive 5G-Antennen erhöht den Immissionspegel bei weitem nicht so stark, wie uns selbsternannte Experten und Besserwisser weis machen wollen.
► Die hier betrachtete Messsonde im Zentrum von Paris (5 Rue de Berri, 8th Arrondissement of Paris, 75008 Paris) erfasst bis heute noch keine der am Starttag in Paris zugelassenen weit mehr als 1000 3,5-GHz-5G-Antennen.

Nicht zu vergessen ist: In Paris gilt seit 2017 der Vorsorgewert 5 V/m (indoor, gemittelt über 24 Stunden).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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