Finale (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 13.05.2006, 21:14 (vor 5277 Tagen) @ helmut

Jetzt nicht zurückrudern, Helmut! Im Verlauf dieser Diskussion hier haben Sie klipp & klar gezeigt, dass die Messaktion in NRW eben nicht dazu geeignet ist, vernünftige Auskünfte über die Funkfeldbelastung von Anwohnern im Nahbereich von Mobilfunkantennen zu geben. Ihren diesbezüglichen Ausführen stimme ich voll zu.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich es jedoch nicht als cleveren Schachzug des IZMF, die frappierend niedrigen Messwerte der NRW-Aktion den Leuten im Lande als Beruhigungspille zu verpassen. In NRW gibt es sicherlich nicht weniger Betroffene als in anderen Bundesländern, die von "ihren" Sendemasten zig Milliwatt an Leistungsflussdichte abbekommen, nur weil sie das Pech haben, in einem Hauptstrahl der Anlage zu leben oder zu arbeiten. Das IZMF aber ignoriert diesen Umstand und flötet stattdessen fröhlich: "Die Höhe der Mobilfunkfelder in Nordrhein-Westfalen ist minimal. Der gesetzlich zulässige Rahmen wird nur zu einem Bruchteil erreicht." Nicht die Höhe der Mobilfunkfelder sind hier minimal, sondern die Skrupel des IZMF, den Bürgern wider besseren Wissens pauschal Minimalbelastungen zu attestieren.

Und dann diese Scheinheiligkeit: "Mit der Mess- und Veranstaltungsreihe will das IZMF das Wissen über Mobilfunk erweitern und den Menschen die Möglichkeit bieten, sich über die konkrete Situation in ihrer Umgebung zu informieren." Da bleibt einem doch die Spucke weg! Die erweitern kein Wissen, die stecken es in den Häcksler.

Wir Bürger wollen keine Messaktionen, bei denen zum x-ten mal herauskommt, dass die Grenzwerte kilometerweit unterschritten werden. Denn alle bisher bekannt gewordenen amtlichen und halbamtlichen Messaktionen messen nicht dort, wo wirklich hohe Funkfeldbelastungen vorkommen, also im Hauptstrahl einer Antenne in der Nähe des Masten. Wenn es Politik & Betreiber ehrlich meinen, dann würden sie mit ihren Messaktionen nach Maximalbelastungen suchen. Okay, das wäre unbequem, weil dann nicht mehr dicht übern Erdboden gemessen werden könnte, sondern die Ausrüstung in die Obergeschosse geschleppt werden müssten - aber dafür käme endlich mal was brauchbares bei diesen Messreihen heraus. Brauchbar für die Bürger, der sich ein unverzerrtes Bild davon machen möchte, was schlimmstenfalls passieren kann. Was bestenfalls passiert, haben die diversen Messreihen ja nun schon hinlänglich belegt, diese Erkenntnisse müssen nun wirklich nicht weiter auf breiter Front verfestigt werden. Wenn es stimmt, was Prof. Bernhardt kürzlich sagte, lassen sich zukünftige Funkdienste sogar rechnerisch in all dies einbeziehen mit einer Verdopplung der gegenwärtigen Funkfeldbelastung.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
, Messwerte, Funkfeldbelastung


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