Wunder gibt es immer wieder: NRW % Salzburg (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 08.05.2006, 15:59 (vor 5282 Tagen) @ Franz

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Ob die Salzburger Vorsorgewerte nun aufgehoben, stillgelegt, ignoriert, eingeschläfert oder einfach nur missachtet worden sind, ist mittlerweile eher ein akademischer Streit. Interessanter finde ich da im Schreiben von Dr. Bernhard schon die Passage, dass diese Vorsorgewerte laut Messungen größtenteils sowieso nicht eingehalten wurden. Das bedeutet, dass bei den meisten Messungen Werte über 1 mW/qm gemessen wurden.

Was daran so bemerkenswert ist? Nun, normalerweise übertreffen sich Politik und Betreiber gerne gegenseitig darin, durch möglichst drastisch dokumentierte Grenzwertunterschreitungen den Bürgern mit dem Holzhammer klar zu machen: alles meilenweit im grünen Bereich, kein Grund zur Sorge. Da können die Werte dann gar nicht klein genug sein, z. B. höchstens 0,036 % Grenzwertausschöpfung (bezogen auf Leistungsflussdichte) in NRW.

Geht es aber darum, dem Salzburger Vorsorgewert eins auszuwischen, wird von Dr. Bernhard kurzerhand der Spieß umgedreht und damit argumentiert, dass dieser Vorsorgewert unrealistisch niedrig angesetzt ist und deshalb - ganz klar - von realen Messwerten größtenteils überschritten wird. Auf den GSM 900-Grenzwert von rd. 4,5 W/qm bezogen bedeutet der 1-mW/qm-Vorsorgewert jedoch eine Grenzwertausschöpfung von 0,22 % - das ist 6-mal mehr als in NRW! Das bemerkt nur keiner, weil durch den Trick mit der relativen Werteangabe in Prozent Ausschöpfung vom Grenzwert die absoluten Werte in trübes Wasser getaucht werden und nicht mehr so genau erkennen lassen, was eigentlich Sache ist. Was ich sagen will: Einerseits wird der Salzburger Vorsorgewert als unrealistisch niedrig platt gemacht, andererseits werden der NRW-Bevölkerung 6-mal niedrigere Werte freudestrahlend als die Höchstwerte in ihrem Bundesland präsentiert. Das passt nicht zusammen, ist nicht plausibel und weckt kein Vertrauen!

Politiker müssen eben wendig sein und sich den dynamischen Anforderungen des Alltags möglichst verzögerungsfrei anpassen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Salzburger-Vorsorgewert


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