SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht... (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.01.2020, 13:33 (vor 2 Tagen) @ H. Lamarr

Mich erinnert das an ähnliche Begebenheiten, zum Beispiel mit dem Herrn Gutbier. Wenn ausgewiesene Fachleute mit Kritikern Tacheles reden sollen / wollen, erscheinen letztere oft nicht. Woran liegt das wohl?

Wenn das Kompetenzgefälle steil ist, gerät man leicht ins Rutschen und dann geht's ohne Halten steil bergab. Das wissen die Mädels und auch die Jungs der Szene nur zu gut. Es gibt mMn für die aber noch mindestens zwei weitere Gründe, solchen prekären Situationen aus dem Weg zu gehen, dafür isses mir jetzt aber zu spät.

Das Kompetenzgefälle ist aus meiner Sicht der Hauptgrund, um ausgewiesenen Fachleuten systematisch aus dem Weg zu gehen. Wer blamiert sich schon gerne vor Publikum. Dies erklärt auch, warum Vereine wie die sogenannte Kompetenzinitiative und Diagnose-Funk am liebsten von eigenen Kanzeln aus predigen (eigene Websites) jedoch keinerlei Online-Rückmeldungen zulassen (Kommentare, Diskussionsforum). Dies schützt vor kompetentem Widerspruch, der unqualifizierte Alarmmeldungen der Vereine auf deren eigenem Hoheitsgebiet entwerten könnte.

Zweiter Beweggrund fürs Kneifen: Referenten der Mobilfunkgegner können nahezu ausnahmslos davon ausgehen, bei ihren Auftritten vor Publikum ein Heimspiel zu haben. Dafür sorgen in aller Regel schon die vor Ort aktiven Helfer, die über Netzwerke die richtigen Gesinnungsgenossen mobilisieren. Auch völlig unqualifizierte Anti-Mobilfunk-Referenten können sich so Beifallsbekundungen des Publikums sicher sein, wogegen Argumentationsgegner mit deutlichen Missfallensbekundungen rechnen müssen. Weicht dieses wohlig warme Bad in einer Menge aufgebrachter Wutbürger der kalten Dusche einer nüchternen Sachstandsbefragung durch Politiker, sehen sich Anti-Mobilfunk-Referenten allein auf weiter Flur und geraten womöglich in Schnappatmung.

Dritter Beweggrund fürs Kneifen: Referenten der Mobilfunkgegner wissen, dass sie nur bei Laien punkten können. Sie treten deshalb nahezu ausnahmslos vor Laienpublikum auf. Ein Auftritt ohne Publikum (SPD-Veranstaltung) oder noch viel schlimmer – vor Fachpublikum, ist für einen Referenten aus der Szene daher unattraktiv bis angsteinflößend.

Vierter Beweggrund fürs Kneifen: Frau Wilke wäre eine Frau gegen zwei Männer gewesen. Geht gar nicht! Denn üblicherweise sind Anti-Mobilfunk-Referenten in der Überzahl oder schlimmstenfalls gleich stark vertreten wie ihre Widersacher, wobei dann das Publikum gewöhnlich "wie ein Mann" hinter ihnen steht und so faktisch doch wieder die Überzahl gewährleistet. Öffentliche Minderheitenauftritte von Mobilfunkgegnern sind mir nicht in Erinnerung.

Fazit: Frau Wilke befand sich in einer prekären Situation, in der es für sie nur den Ausweg gab, ihre Teilnahme an der Veranstaltung abzusagen. An ihrer Stelle hätte ich ebenso gehandelt. Sie hätte vor der SPD ohne Laienpublikum im Rücken in einem Auswärtsspiel auftreten müssen und sie wäre dort als einzige Frau auf zwei Männer als Kontrahenten gestoßen, die ihr auch fachlich weit überlegen gewesen wären. Unter diesen Umständen hatte Wilke gar keine andere Wahl, als den Termin zu schwänzen, sie hätte dort aller Voraussicht nach unter großem Stress einen denkbar schlechten Eindruck hinterlassen. Gleiches sehe ich, wären statt Frau Wilke die Herrn Hensinger oder Gutbier eingeladen gewesen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Kneifen, Diagnose-Funk, Kompetenzgefälle, Wilke


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