Wie Mobilfunkgegner mit Erwin Schliephake Ängste schüren (IV) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 10.09.2019, 00:19 (vor 329 Tagen) @ H. Lamarr

Diagnose-Funk
Diagnose-Funk bietet Schliephakes Artikel von 1932 im Volltext zum Download an und unterscheidet sich damit vorteilhaft von Uli Weiner, der anstelle des Volltextes nur das Textfragment anbietet, das sich mit Kurzwellenrundfunksendern beschäftigt. Doch der Anreißertext, den Diagnose-Funk dem Download-Link beistellt, hat es in sich (Quelle):

Dr. Schliephake berichtete über die deutliche Beeinflussung des Gesamtorganismus durch die freie Hertzsche Welle im Strahlungsfeld von starken Kurzwellensendern. Er beschrieb biologische Wirkungen, die sich nicht alleine durch die Wärmewirkung erklären lassen: starke Mattigkeit am Tag, dafür in der Nacht unruhiger Schlaf, zunächst ein eigenartig ziehendes Gefühl in der Stirn und Kopfhaut, dann Kopfschmerzen, die sich immer mehr steigern, bis zur Unerträglichkeit. Dazu Neigung zu depressiver Stimmung und Aufgeregtheit. Erste Indizien für die nichtthermischen Wirkungen elektromagnetischer Felder und das in der wissenschaftlichen Literatur beschriebene Rundfunk-/ Mikrowellensyndrom.

Die Diagnose-Funker starten fast richtig, bis drauf, dass sie durchtrieben weglassen, wer es denn war (ungeschütztes Wartungs-/Betriebspersonal), dessen Gesamtorganismus von den Funkwellen deutlich beeinflusst wurde. Damit verleitet Diagnose-Funk gewiss nicht ohne Absicht zu dem Trugschluss, Schliephake rede von der Bevölkerung. Wegen der Weglassen im ersten Satz beziehen Leser die folgende Auflistung von Symptomen mit Sicherheit irrtümlich auf die Bevölkerung. Der letzte Satz hat mit Schliephakes Arbeit nichts zu tun und ist blanker Unsinn aus der Giftküche von Diagnose-Funk. Warum? Weil z.B. versehentlich ungeschützte Wartungsarbeiter, die an den Antennen eines bis zu 20 kW starken Kurzwellenrundfunksenders herum hantierten mit hoher Wahrscheinlichkeit einer starken Immission ausgesetzt waren, die thermische Effekte (und vielleicht mehr) bewirkte. Schliephake schrieb dazu: "Durch Wärmewirkung allein lassen sich diese Erscheinungen nicht erklären." Von "nichtthermischen" Wirkungen redet er nicht, doch mutmaßlich ahnte er diese oberhalb der thermischen Wirkschwelle voraus. Ob die Feldstärken tatsächlich so groß waren, dass es zu nichtthermischen Kraftwirkungen auf die Zellen von Wartungsarbeitern kam, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Zurück zu Diagnose-Funk: Das Verständnis nichtthermischer Effekte durch diesen Verein ist strikt auf Alarm gebürstet und geht allein von Wirkungen unterhalb der thermischen Wirkschwelle (und der Grenzwerte) aus. Dass derartige Effekte bei ungeschütztem Senderpersonal, und nur davon redet Schliephake, nicht infrage kommen, bedarf wohl kaum weiterer Erklärungen. Kurios: Diagnose-Funk fällt in die Falle, die der Verein mit der durchtriebenen Weglassung im ersten Satz eigentlich für andere gebaut hat.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Desinformation, Schliephake, Kompetenzgefälle, Kurzwelle, Fehler im Kopf


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