Gigaherz-Jakob hält in der Schweiz das Monopol für EMF-Stuss (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 04.01.2019, 14:28 (vor 322 Tagen) @ Gustav

Ich glaube dem alten Aufschneider kein Wort, für mich erzählt Jakob die Story vom toten Hund. Sollte überhaupt jemand aufgekreuzt sein, waren es mutmaßlich Vereinsmitglieder, die er mit der Versprechung auf einen aufregenden Bingo-Nachmittag mit Küchli und koffeinfreiem Kaffee nach Schwarzenburg gelockt hat :-).

Im ersten Moment dachte ich dass sie da ein wenig übertreiben, bzw. Jakob ohne Angaben von Gründen eine Lüge unterstellen.

Stimmt, ich habe Jakob ohne Beleg eine Lüge unterstellt. Ich meine mir das erlauben zu dürfen, weil in gefühlt mindestens 100 Fällen jede stichhaltige Prüfung einer Jakob-Behauptung hier im Forum ergeben hat: er irrt, lügt, verdreht, versteht falsch, verrechnet sich, begreift nicht.

Unter https://www.frauenverein-schwarzenburg.ch/t%C3%A4tigkeiten/raumvermietung/ kann jeder das Raumangebot nachlesen:

  • Grösse: 121 m²
  • Platzangebot: 60 Personen(!) - 60 Stühle mit Leder-Sitzkissen
  • Geschirr für 50 Personen
  • 12 Tische, 160x80cm

Das passt mit der angeblichen Kapazität von 30 Personen nicht zusammen.

Doch, das passt schon zusammen. Das Platzangebot von 60 Personen gilt für die volle Theaterbestuhlung des Raums (ohne Tische). Mit Tischen fällt etwa die Hälfte der Bestuhlung weg, im Foto sind die überzähligen Stühle hinten rechts zu sehen. Die zwölf Tische ergeben passend zum Foto vier Reihen à drei Tische. Mit zwei Personen pro Tisch macht das insgesamt 24 Besucher, mit drei Personen pro Tisch 36 Besucher. Da einige Plätze leer sind, vorne z.B. wegen des Beamers, sind netto um die 30 Plätze durchaus realistisch.

Die Gretchenfrage ist aus meiner Sicht, was sind das für Leute, die sich von jemanden wie Jakob "informieren" lassen. Kein Mensch würde so etwas freiwillig tun, es sei denn, er hat einen Vorteil davon. Ich behaupte deshalb: Jakobs Publikum sind Profiteure der Angst vor Elektrosmog, die bei ihm Argumente zum pseudofachlichen Schüren dieser Angst auftanken wollen. Das ist schon vom Ansatz her verwerflich. Also sitzen dort Heilpraktiker, Baubiologen, Gesundheitsberater, Wünschelrutengänger, Erdstrahlensucher und mindestens ein "Elektrosensibler", der sich als selbsternannter Frühwarnmelder eine Kleinigkeit dazuverdienen möchte. Für meine These spricht, dass Jakob in der Schweiz das Monopol hat, pseudofachlichen Stuss über Elektrosmog zu verbreiten, es gibt schlicht keine seriösen Experten, die das tun, sie wären in ihrer Branche erledigt. Jakob hingegen hat schon lange nichts mehr zu verlieren. Wo also sonst, als zu ihm, sollen darbende Geschäftemacher hin, um aufzutanken?

[image]Bild: gigaherz.ch

Für rechtlich grenzwertig halte ich die Veröffentlichung des Fotos und der Videos von Jakobs erstem "Seminar" (2016), in denen etliche Besucher der Veranstaltung gut zu erkennen sind. Es ist anzunehmen, dass die Veröffentlichung ohne Einverständnis der Abgebildeten stattfindet. Die erkennbaren Personen aber sind stigmatisiert als hemmungslose Geschäftemacher, weil sie keine Skrupel haben, sich freiwillig der Indoktrination durch einen von der Fachwelt gemiedenen Querulanten auszuliefern. Wenn sich für Hilfesuchende jetzt irgendwo in der Schweiz eine Tür öffnet und einer der Köpfe sichtbar wird, die auf dem Foto oder in den Videos erkennbar sind, kann der Rat an die Kunden/Patienten aus meiner Sicht nur lauten:

Lauft! Lauf so schnell ihr könnt davon.

Auch für die kleine Schweiz sind 30 bis 40 an Desinformation über Elektrosmog interessierte Geschäftemacher eine kümmerliche Ausbeute. Mutmaßlich beträchtlichen Anteil an diesem schwachen Ergebnis hat dieser Strang des IZgMF-Forums, dessen momentan 334 Postings zusammengezählt auf mehr als 10 Mio. Klicks kommen. Die bizarren Unterstellungen des Gigaherz-Jakob sind damit der beliebteste Stang in diesem Forum :yes:.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Jakob, Desinformation, Unseriös, Schweiz, Geschäftemacher, Querulant, Dummbatz


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