Warum die Initiative von Beat Steiger mMn scheitern muss (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.09.2018, 14:36 (vor 931 Tagen) @ Gast

Überdeutlich sprach sich das Parlament für die Initiative von Beat Steiger aus.

Stimmt, 30 zu 0 Stimmen sind ein besorgniserregendes Signal, denn aus meiner Sicht sprechen (mindestens) drei gute Gründe gegen die Initiative von Herrn Steiger. Das Gemeindeparlament von Schlieren ist ein schönes Beispiel für die Weisheit: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Verdienst von Steiger ist es, dass er seinen Vorschlag ausgesprochen überzeugend vorgetragen hat. Doch das können auch die Verkaufskanonen, die auf Wochenmärkten Hausfrauen vermeintliche Wundermittel für die Küche anpreisen. Ich habe mir daher erlaubt, in der Limmattaler Zeitung, die Herrn Steiger in einem wohlgesonnenen Interview leider keinerlei kritische Fragen stellte, einen skeptischen Kommentar zu hinterlassen. Da ich nicht sicher bin, ob dieser freigeschaltet wird, gebe ich ihn auch hier zur Kenntnis:

Ich gratuliere Herrn Steiger, er hat das Gemeindeparlament mit seiner schön formulierten Idee nach allen Regeln der Kunst eingewickelt. Dabei ist die Initiative, die vom Gemeindeparlament übrigens nur "vorläufig" unterstützt wird, aus Sicht des IZgMF lediglich ein bürokratischer Akt ohne Wirkung. Warum? Weil die Anlagegrenzwerte, deren Einhaltung Herr Steiger regelmässig kontrolliert sehen will, lediglich VORSORGEWERTE sind. Sie liegen 10-mal tiefer als die in Europa üblichen Immissionsgrenzwerte. Und das heisst? Selbst wenn es im Fehlerfall theoretisch einmal befristet zu einer deutlichen Überschreitung der Vorsorgewerte kommen sollte, ist damit KEINE Gefährdung der Bevölkerung verbunden! Diese gäbe es erst bei einer erheblichen Überschreitung der Immissionsgrenzwerte. Wen dennoch weiter irrationale Ängste vor zuviel Elektrosmog plagen: Kein Problem, dann aber bitte sozialverträglich auf EIGENE Kosten Messungen zur Beruhigung der EIGENEN Nerven veranlassen.

Und warum ausgerechnet Schlieren, nicht aber Bern, Zürch oder Basel? Dafür gibt es keinen guten Grund. Deshalb hat der Bundesrat seit 2015 ein schweizweites EMF-Monitoringkonzept fix & fertig in den Schubladen, es müsste nur realisiert werden. Dieser Spass aber kostet auf zehn Jahre gerechnet rund 7 Mio. CHF. Geld das besser in sinnvolle Projekte investiert werden sollte. In Deutschland haben wir seit langem ein EMF-Monitoring. Doch dieses ist absolut unspektakulär, es zeigt lediglich, dass die Immissionsgrenzwerte, wo immer auch gemessen wurde, im Promille- oder 1-stelligen Prozentbereich ausgeschöpft werden. Mit 5G werden diese Werte voraussichtlich nicht steigen, sondern fallen (Stichwort: Netzverdichtung).

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum