SRF-Umfrage: Tapferes Schneiderlein vs. Industriekapitäne (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 27.05.2016, 13:15 (vor 1269 Tagen) @ H. Lamarr

Heute morgen war der Kommentar dann ohne Weiteres freigeschaltet. Und weil Mobilfunkgegner schlaflos sind, trudelten auch schon die unvermeidlichen Reaktionen ein, mal von einem "Pauli Spaten", mal unter meinem Klarnamen.

Herr Jakob (gigaherz.ch) ist von diesem Strang hier begeistert und schreibt unter anderem:

Besten Dank für die klaren Worte. Wir werden diese gerne in allen gegenwärtigen und kommenden Auseinandersetzungen mit der Mobilfunk- und Stromindustrie als Musterbeispiele für das Gedankengut heutiger Industriekapitäne verwenden. Das wirkt bestimmt.
Sehr schön, dass wir das nun schriftlich haben.

Kommentar: Wenn Herr Jakob sich als "wir" ausgibt, wird es meistens lustig. Und er enttäuscht "uns" nicht. Das tapfere Schneiderlein berichtet märchenhaft von "Auseinandersetzungen", die es weder gegeben hat noch geben wird, und es reiht mich unter "Industriekapitänen" ein, eine Ehre, die mir als kleiner selbständiger Technischer Redakteur denn doch ein bisschen unheimlich vorkommt. Bin ich doch bestenfalls Leichtmatrose.

Die Drohung des Herr Jakob zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Denn ich sehe den bald 80-Jährigen wieder mit seinem Schwert herumfuchteln, ohne dass auch nur Spuren der Drachen zu sehen sind, die er so hingebungsvoll glaubt, zu bekämpfen. Es ist die große Tragik im Leben des Ex-Elektrikers, seine Kampfansagen haben zu keiner Zeit auch nur einen einzigen Drachen aus der Höhle gelockt, große Tiere nehmen von dem klapprigen Schwertschwinger und seinem Geschrei seit Menschengedenken keinerlei Notiz. Die "Auseinandersetzungen" mit Großen und Mächtigen, die Herr Jakob sich so sehnlich wünscht, es hat sie nie gegeben. Und wenn doch einmal, wie bei Lerchl vs. Jakob, ergriff das Schneiderlein bereits die Flucht, bevor es überhaupt richtig losgehen konnte.

Lieber Herr Jakob, Sie können Ihr Schwert wieder einpacken. Niemand, der nicht muss, nimmt Sie ernst, am allerwenigsten die Mobilfunk- und Stromindustrie oder gar Industriekapitäne. Sie müssen vor sich schon mit Leichtmatrosen wie mich Vorlieb nehmen. Und, ja, dazu stehe ich, hinter Ihnen dürfen Sie sich einer handvoll unvermeidlicher Vollpfosten gewiss sein. Denn wer Ihnen folgt, Herr Jakob, der muss einer sein. Wäre es nicht so, jeder nähme auf der Stelle Reißaus, es sei denn, dringendes geschäftliches Interesse am Schüren von Ängsten gegenüber Elektrosmog hindert einen, dem Fluchtreflex unverzüglich zu folgen.

Achso, fast hätte ich es vergessen: Wenn Sie mich schon zitieren, dann drehen Sie mir dabei doch bitte nicht das Wort im Mund um. Minimales Textverständnis ist auch von Ihnen noch zu erwarten.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Narrenhaus, Querulant, Scheinriese, Elektriker, Hobby


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