Moerser Straße in Krefeld: Sicherheitsabstand ist okay (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 22.12.2015, 17:16 (vor 1444 Tagen) @ KlaKla

Krefeld, Moerser Straße: „Mobilfunkmast erfüllt Sicherheitsabstand nicht
Anwohner-Initiative hat Kontakt zur Bundesnetzagentur aufgenommen und fordert nun Akteneinsicht von der Stadt. Die lehnt das Ansinnen ab. ...
[...]
... Nach den Regelungen der Verordnung gelte für diesen Mobilfunkmast ein standortbezogener Sicherheitsabstand von 16,96 Metern. Eine selber beauftragte fachmännische Messung hat jedoch ein anderes Ergebnis erbracht. „Der Abstand beträgt insgesamt nur 16,88 Meter“, sagt Anwohner Jörg Linnig

Bei Mobilfunkgegnern setzt der Verstand aus, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber so krass, sich wegen schwindliger 8 Zentimeter so aufzuspielen, das haben noch nicht einmal wir geschafft. Die Sinnleere dieser Maßangaben sehe ich darin, dass Mobilfunkgegner gerne die geringstmöglichen Abstände messen, im konkreten Fall wahrscheinlich von einer Zimmerdecke oder von einer Wand aus zum Sendemasten - als ob die Bewohner der betroffenen Wohnung lebenslang zweidimensional an der Wand oder Decke klebten und es sich nicht zwischendurch einmal z.B. im Fernsehsessel gemütlich machten. Dass die Wutbürger vor Ort noch unerfahren sind, merkt man an der Maßangabe in Metern. Erfahrene Mobilfunkgegner hätten Mikrometer genommen, um eine dramatische Überschreitung des Sicherheitsabstandes um 80'000 Mikrometer melden zu können.

Es ist diese (unbegründete) Angst, die den Leuten den Verstand raubt und ganz sicher gibt es auch in der Moerser Straße einen oder zwei Anführer, die die übrigen Anwohner mit "Informationen" versorgen, damit die Angst möglichst schäumt.

Doch wer sich nur ein bisschen mit Standortbescheinigungen auskennt weiß, dort wird immer ein horizontaler und vertikaler Sicherheitsabstand genannt. Der Wert von 16,96 Metern ist mit Sicherheit der horizontale Sicherheitsabstand des Standorts. Der vertikale Sicherheitsabstand ist immer wesentlich kleiner als der horizontale. Schaut man sich den Standort auf dem Dach Moerser Straße 157 zu Krefeld in Google Earth an, fallen zwei Dinge auf: Der Standort ist nicht neu, bereits 2009 zeigt Google Earth dort einen Sendemasten und, was wichtiger ist, ringsum im Bereich von mindestens 40 Metern ist kein höheres Haus als das, auf dem der Sendemast steht. Das Foto in dem Artikel bestätigt diese Einschätzung.

Deshalb behaupte ich: Hier versucht jemand mit dem falschen Sicherheitsabstand, nämlich mit dem großen horizontalen, statt mit dem kleinen vertikalen, Angst zu schüren. Sollte dies zutreffen, muss der Betreiber nicht das geringste an der Anlage ändern und kann trotzdem in aller Seelenruhe der Klage der BI entgegen sehen. Ein Anwalt, der diese Klage führt, ohne im Vorfeld den Fehler in der Argumentation zu bemerken, will freilich erst einmal gefunden sein.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Standortbescheinigung, Bauausführung, BNetzA


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