Gewalttat im Landtag zu Stuttgart: Fünf gegen Zwei (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 10.05.2015, 13:34 (vor 3323 Tagen) @ KlaKla

Auf der privaten Website von Thomas Marwein ...

Wenn ich das Foto auf der Webseite von Herrn Marwein richtig interpretiere, finden alle Teilnehmer dieses sogenannten Fachgesprächs in einem VW-Bus Platz:

4 x Referent
2 x Abgeordneter
1 x Volker Schorpp

Sollte dies zutreffend sein, darauf deuten die ausgesprochen spärlichen öffentlichen Reaktion auf diese Veranstaltung hin, stellt sich die Frage: Wozu das Ganze? Wieso laden zwei Abgeordnete fünf Mobilfunkgegner dazu ein, über sie herzufallen? Und wieso wird diese Gehirnwäsche von beiden Seiten auch noch öffentlich gemacht? Gute Antworten darauf habe ich keine.

Dass die Erwartungen der Referenten nicht in Richtung VW-Bus gingen, sondern in Richtung Olympiastadion, zeigt der Titel, mit dem Ex-Verwaltungsrichter Budzinski seinen Vortrag überschrieben hat: "Anhörung vor Abgeordneten und Ministerien in Stuttgart". Die Ausführungen dieses begeisterten Mobilfunkgegners sind gewohnt dreist, er referierte auch in Stuttgart unbeirrt über Sachverhalte jenseits seiner Kompetenzgrenzen, z.B. über den Forschungsstand. Kein Molekularbiologe, kein Genetiker, kein Bioelektriker, kein Mitglied der Strahlenschutzkommission, sondern der Ex-Verwaltungsrichter Bernd I. Budzinski weiß es wieder einmal besser als alle echten EMF-Fachleute:

Da keine untere Schadschwelle bekannt ist, müssen Mobilfunkwellen, wo immer möglich und soweit technisch möglich, vermieden oder jedenfalls minimiert werden, in der Hoffnung, dass sie auf Minimalniveau und mit zeitweiligen Erholungspausen keine gesundheitliche Gefährdung mehr verursachen.

Wer schützt uns vor solchen unqualifizierten Aufklärern?

Warum propagiert der Jurist diese abwegige Parole, die er sich aus der Diskussion um die Schadwirkung radioaktiver Strahlung abgeschaut hat?

Er wird behaupten: Aus Sorge um den Fortbestand der Menschheit.

Ich behaupte Budzinski schürt gezielt unbegründete Ängste gegenüber EMF (... keine untere Schadschwelle bekannt), um die Geschäfte der Mobilfunkgegner zu fördern, die mit "unabhängiger Standortplanung" und mit "Vorsorgemodellen" ordentlich Kohle machen. Die drei bekanntesten Nutznießer dieser Ängste sind das EMF-Institut, Köln, das Umweltinstitut München und der Rechtsanwalt Frank Sommer.

Man muss sich von der Vorstellung lösen, es gäbe hunderte oder gar tausende Akteure in der Anti-Mobilfunk-Szene. Es sind meiner Einschätzung nach bundesweit weniger als 50, bevorzugt im Süden und Westen der Republik, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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