6500 Mobilfunk-Antennen - und kein Zuwachs bei Hirntumoren (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 17.04.2014, 19:57 (vor 2576 Tagen) @ H. Lamarr

Bislang habe ich über den Daumen gepeilt von 1000 Sendemasten in München gesprochen. Jetzt weiß ich es besser. Auf Anfrage teilte die für die Münchener Senderkarte zuständige Stelle der Landeshauptstadt mit, in München gäbe es gegenwärtig 1160 Standorte für Mobilfunk-Sendemasten (ein Mast oder mehrere) mit insgesamt 6535 Mobilfunk-Antennen (Stand: 17. April 2014).

Aus dem Krebsregister München habe ich mir mal die Daten für Hirntumoren geangelt. Die gibt es in diesen Tabellen ab 1998. Da man sich durch die Jahre hindurchhangeln muss, war ich so frei, nur die Männer in München auszuwerten. Und zwar die Neuerkrankungsrate (Inzidenzrate) für Tumoren des Gehirns und Nervensystems (C70-C72). Damit die demografische Verzerrung (zunehmend ältere Menschen) kompensiert wird und die Zahlen somit vergleichbar werden, habe ich die altersstandardisierte Inzidenzrate genommen. Dafür gibt es in den Tabellen drei Varianten: Inzidenzraten nach der Altersverteilung einer auf 100'000 Personen normierten Welt-, Europa- oder BRD-Standardpopulation. Ich habe mich für die BRD-Population entschieden, die steht in den Tabellen ganz rechts.

[image]
Quelle Zahlen: Tumorregister München (TRM) des Tumorzentrums München (TZM)

Die Grafik zeigt, dass sich die Inzidenzrate ziemlich konstant im Bereich von 10 Neuerkrankungen pro 100'000 Münchener bewegt, Tendenz leicht fallend, von dem Zacken im Jahr 2009 einmal abgesehen.

Dass der 1992 eingeführte Digitalfunk einen Zuwachs an Hirntumoren ausgelöst haben soll, wie zuweilen von organisierten Mobilfunkgegnern verbreitet, lässt sich in der Grafik in keiner Weise wiedererkennen. Das heißt: In München werden zwar 6535 Mobilfunkantennen und schätzungsweise 1,3 Mio. Handys betrieben, mehr Hirntumoren haben Münchener Männer dadurch jedoch nicht bekommen.

Einschränkend ist anzumerken, dass Hirntumoren eine lange Latenzzeit haben, so dass der Zeitraum 20 Jahre nach Start des GSM-Mobilfunks möglicherweise noch zu kurz ist, um einen Anstieg erkennen zu können. Andererseits hatte der Initiator der berühmt-berüchtigten Naila-Studie keinerlei Hemmungen, bereits nach 5 Jahren Mobilfunk-Einwirkung einen deutlichen Anstieg aller Krebserkrankungen zu propagieren. Berüchtigt ist diese Studie, weil sie von Fachleuten wegen ihrer geringen Qualität verworfen wurde, einige starrsinnige Mobilfunkgegner, besonders in der Schweiz, diese Arbeit jedoch noch immer in ihrem Bauchladen mit Alarmstudien führen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Hirntumor, Kausalzusammenhang, Latenzzeit, Inzidenzrate, Erkrankungsrate


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