Vorschlag für einen objektiven Elektrosensiblen-Detektor (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 21.08.2011, 21:43 (vor 3963 Tagen)

Weit über 1000 EHS wurden bislang weltweit darauf getestet, ob sie ihre unerwünschte Fähigkeit elektromagnetische Felder unangenehm zu spüren, auch im Blindversuch beweisen können. Sie konnten es nicht. Zumindest nicht mit statistischer Relevanz. Unter EHS hält sich jedoch hartnäckig das Gerücht, bei dem einen oder anderen EHS-Test hätten einzelne Probanden durchaus bemerkenswerte Resultate geleistet, die erst infolge der statistischen Verwässerung durch andere, nicht erfolgreiche Probanden, eingeebnet und bedeutungslos wurden. Solche beachtlichen Einzelfälle soll es beispielsweise bei der ETH-Studie (TNO-Replikation) in Zürich gegeben haben und bei der BAuA-Studie (Dr. Kaul) in Berlin.

Die Idee wäre nun, Einzelpersonen, die auffällige Ergebnisse erbracht haben, nach einer EHS-Studie nicht einfach "laufen" zu lassen, sondern mit ihren wichtigsten Eckdaten einer seriösen EHS-Probandendatenbank einzuverleiben. Diese Datenbank müsste erst noch aufgebaut werden. Um in die Datenbank aufgenommen zu werden, muss der Proband zustimmen, zugleich muss die Studie, bei der er auffiel, aber auch wissenschaftlichen Mindestanforderungen genügen.

Mit der Zeit sollte sich also eine wachsende Anzahl an NF- und HF-EHS ergeben, die in der Datenbank gespeichert sind, Prodanden aus älteren Studien könnten die Startbasis bilden.

Der Witz des Ganzen ist: Mit den "Premium"-Probanden ließe sich etwas Neues feststellen, wenn nämlich zu neuen EHS-Studien nicht immer nur neue Probanden geworben werden, sondern auch Premium-Probanden mitmachen dürften. Die Premium-Probanden würden auf diese Weise unter ganz unterschiedlichen Versuchsbedingungen mehrmals getestet, wobei ein NF-EHS selbstverständlich nicht in eine HF-Studie geraten sollte.

Ist an den Fähigkeiten der Premium-Probanden mehr dran, als nur eine erstaunliche Folge von Zufallsresultaten, müsste sich die Kette überzufällig guter Erkennungsraten bei diesen Personen fortsetzen, was mMn als indirekter aber eben doch objektiver Nachweis von EHS angesehen werden kann!

Die Idee der "Premium-Probanden" habe ich früher schon einmal hier im Forum angesprochen, sie dann aber nicht weiter verfolgt. Erst dieses Posting von Doris (Auswirkungen von Mobilfunk auf den Schlaf - Neuer Ansatz) setzte wieder einen Trigger. In der dort besprochenen Studie wurden Probanden nach längerer Pause erneut getestet (EEG nach EMF-Einwirkung). Dabei soll sich gezeigt haben, dass die im ersten Versuch auffälligen Probanden auch beim zweiten Versuch auffällig waren! So weit so gut. Nun ist mir aber ein Einwand von "Kuddel" in Erinnerung, der sich auf die Fehleranfälligkeit von EEGs bezog, die Elektroden am Kopf müssen mit winzigsten Signalen klar kommen. Dieser Umstand könnten aber auch den beobachteten Effekt erklären. Was ich sagen will ist, dass anatomische Besonderheiten der Probanden sich vielleicht aufs EEG auswirken, der "schwitzende Dicke" sozusagen bei gleich bleibender Messtechnik stets einen gleich bleibenden Offset im EEG gegenüber dem "fröstelnden Dünnen" aufweist. Wenn dies kein völliger Blödsinn ist, leidet die Aussagekraft der Studie unter dem Einwand.

Anders wäre es dagegen mit der Datenbank der Premium-Probanden: Die Personen würden im Laufe der Zeit sagen wir mal zehn völlig unterschiedlich konzipierte EHS-Studien "durchlaufen", die Auswirkung systematischer Fehler würde dadurch von Experiment zu Experiment kleiner.

Ist wieder einmal nur so eine Idee ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Vorschlag, TNO-Studie, EHS-Test, Detektor, Objektivierung, EHS-Probanden, ETH-Studie


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