Petition: Anerkennung von EHS als Behinderung und anderes (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 06.08.2011, 00:56 (vor 4133 Tagen) @ Doris

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Menschen durch ein genormtes Prüfverfahren den Status einer elektrosensiblen Person erlangen (Gesetzliche Grundlage).

Auch du meine Güte, wem fällt nur so eine Formulierung ein: "... den Status einer elektrosensiblen Person erlangen". Als ob dieser "Status" so erstrebenswert wäre. Die Betroffenen berichten doch regelmäßig davon, dass dieser "Status" in der Nähe von Spinner und ähnlich erstrebenswertem anzusiedeln ist.

Und was bitte ist das "genormte Prüfverfahren"? Das von Lebrecht von Klitzing? Nein, denn dem fehlt die wissenschaftliche und behördliche Anerkennung. Magda Havas? Nein danke! Dominique Belpomme? Gott bewahre, nein! Es gibt weit und breit kein halbwegs als seriös eingestuftes Prüfverfahren für EHS. Wie denn auch, die Wissenschaft hat bekanntlich bisher keinen einzigen EHS getestet, der seine Fähigkeit im Blindversuch statistisch signifikant unter Beweis stellen konnte. Unter diesen Voraussetzungen von einem "genormten Prüfverfahren" überhaupt zu reden halte ich für völlig realitätsentrückt. Aus meiner Sicht bahnt sich bei dieser Petition nur das Verlangen einen Weg, sich soziale Vorteile zu verschaffen. Das hat auch Uli W. schon längst probiert, auf dem Rechtsweg, durchgekommen ist er damit nicht. Gottseidank nicht. Denn wenn es sich herumspräche, dass allein schon das Behaupten einer ungewollten Fähigkeit ausreicht, um sich in die Frührente zu verabschieden, dann hätte die Bundesagentur für Arbeit wahrscheinlich schlagartig Millionen offene Stellen anzubieten. Mutig-frech finde ich, dass Uli W. es ohne einen einzigen überzeugenden Beweise in der Tasche, überhaupt vor Gericht probiert hat.

Nach drei Wochen hat die Petition 13 Unterzeichner, die alle erst die letzten beiden Tage unterzeichnet haben.

Und das bedeutet: Da ist irgendwo eine Rundmail mit Handlungsaufforderung angekommen. Und zwar Abseits der Trampelpfade, deren Benutzer wir alle kennen. Denn unter den inzwischen 16 Mitzeichnern ist keiner, der in der Szene öffentliche Aufmerksamkeit erlangt hätte.

Aber dafür bereits über 50 teils recht interessante Kommentare.

Das Missverhältnis zwischen Mitzeichnern und (kritischen) Kommentaren ist tatsächlich auffallend. Bei keiner "benachbarten Petition" ist dies so. Das bestätigt Ihre Einschätzung, dass über EHS zwar gerne diskutiert wird, daraus für die EHS jedoch keine positive Handlung resultiert.

...

... wäre es m.E. wichtiger gewesen, die Kritikerszene hätte Leute hervorgebracht, welche die Fülle des zur Verfügung stehenden offiziellen Materials für den Laien verständlich übersetzt angeboten hätte. Gut, verdienen könnte man daran wohl eher nichts, aber profilieren kann man sich mMn nach vielleicht doch mehr über Sachlichkeit und korrektem Engagement als über Verschwörungstheorien und Spinnereien.

Sie gehen noch immer davon aus, der Kritikerszene wäre am Wohl der Bevölkerung gelegen. Diese Sichtweise teile ich nicht (mehr). Aus meiner Sicht ist die Kritikerszene profitorientiert wie ein Schneeballsystem organisiert, einziger Unterschied zum normalen Geschäftsmodell: die untere Ebene (Bürgerinitiativen) ist sich nicht im Klaren darüber, dass sie unentgeltlich für die oberen Ebenen die Basisarbeit erledigen (Verbreiten oben vorfabrizierter EMF-Alarmmeldungen).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Schneeballsystem, Frührente, Missverhältnis


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