Freie Radikale für Esowatch (Forschung)

Doris @, Freitag, 02.04.2010, 23:59 (vor 4622 Tagen) @ Sektor3

Der versprochene Wirkmechanismus ist eine Nebelkerze, um den sich das BfS oder Esowatch kümmern sollte.

Na ja, ob das alles so einfach abgetan werden kann, wie Sie das schreiben...

Abschlußbericht für das Forschungsvorhaben Untersuchungen zu Wirkmechanismen an Zellen unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der Mobilfunktechnologie. C Funktionen
Forschungsnehmer: Institut für Zelltechnologie e.V. Rostock PD Dr. M. Simkó
Februar 2007

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Auszug aus "Genetische Schädigungen" Homepage RDW

.... Es filtert sich jedoch heraus, dass wenn genotoxische Effekte durch HF-Felder induziert werden können, diese in spezifischen Zelltypen aufzuspüren sind und vermutlich nicht in Zellen des peripheren Blutsystems. Weiterhin ergibt sich die Frage zu den Wirkmechanismen der eventuell auftretenden DNA-Schädigungen. Hierzu scheint als Ausgangsbasis für weitere Untersuchungen die Entstehung freier Radikale als ein möglicher Mechanismus zu liegen.

Die "Freie Radikal-Hypothese" basiert darauf, dass die Exposition von Zellen mit EMF die Bildung freier Radikale induziert. Dies wurde bereits von mehreren Autoren vorgeschlagen (Grundler et al. 1992, Lai and Singh 2004, Simkó and Mattsson 2004, Simkó 2004).

Für die freie Radikaltheorie durch RF-EMF-Einwirkung können zwei plausible Mechanismen diskutiert werden: Zum einen die erhöhte Produktion freier Radikale und damit zusammenhängend die Erhöhung möglicher DNA-Schädigungen, und zum anderen durch die Verminderung der Wirkung von Radikalfängern wie z.B. der Superoxid-Dismutase (SOD) oder Melatonin (Reiter 1994, 1995), die dann durch die Erhöhung der Bildung freier Radikale die genetische Schadensbildung vergrößert.

Die Untersuchungen an HL-60-Zellen (Reflex 2004) ergeben Hinweise auf die erhöhte Bildung von ROS (Fitzner et al. 2004) und deren Blockierung durch Vitamin C (Ascorbinsäure). Anstieg bzw. Abnahme von ROS korrelieren mit dem Ausmaß des genetischen Schadens. Auch Lai und Singh (2004) berichten darüber, dass die Verabreichung von Melatonin, N-tert-butyl-Phenylnitron, Trolox (ein Vitamin E-Analogon) sowie 7-Nitroindazol vor einer EMF-Exposition die Ausbildung von DNA-Brüchen blockiert. Bei allen Substanzen wie auch beim Vitamin C handelt es sich um bekannte Radikalfänger, was einen weiteren Hinweis auf die Beteiligung von freien Radikalen bei der Wirkung von EMF unterstützt. Welche der oben aufgeführten Mechanismen für RF-EMF letztendlich in Frage kommen könnten, müsste in weiteren Studien untersucht werden.

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Und ganz frisch aus dem neuen WIK-Newsletter 2/2010

Untersuchung zu reaktiven Sauerstoffverbindungen und Genschäden unter
900 MHz Feldeinfluss
In dieser Laborstudie an der Universität Catania (Italien) wurden Zellkulturen aus dem Rattenhirn (differenzierte
neokortikale Astroglia-Zellen nach 14 Tagen in Primärkultur) 5 bis 20 Minuten lang einem kontinuierlichen
oder mit 50 Hz sinusförmig modulierten 900 MHz-Feld ausgesetzt (elektrische Feldstärke am Objekt:
10 V/m). Nur bei der längsten Expositionsdauer und nur bei Anwendung der modulierten Felder wurde
gleichzeitig eine signifikante Zunahme reaktiver Sauerstoffverbindungen („reactive oxygen species“, ROS)
und fragmentierter Erbsubstanz (DNA) in den Zellen gemessen. Thermische Effekte schließen die Autoren
aufgrund ihrer gewählten Expositionsbedingungen als Ursache aus.
Allgemein werden ROS in den letzten Jahren bei Zelluntersuchungen immer häufiger als primäre Ursache
für DNA-Schäden durch Hochfrequenzfeldeinwirkungen genannt, wobei die tatsächliche Wirkungskette nicht
als zweifelsfrei aufgeklärt gelten kann. Außerdem stehen Untersuchungen zu DNA-Fragmentierung wegen
vieler grundsätzlicher Fehlermöglichkeiten bei Experten immer wieder in der methodischen Kritik.
Bibliografie: Campisi et al., Neurosci Lett. 2010 Feb 13.
(Studienabstract)
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Und zu Esowatch habe ich auch noch was zu sagen. Wie seriös sind denn die Angaben auf Esowatch? Da steht niemand für die Berichte ein. Sämtliche Beiträge zu den angeprangerten Mobilfunkkritikern stammen von ein und demselben unbekannten Autor. Für mich gilt mittlerweile. Solange ich nicht weiß, wer hinter Beiträgen, egal welcher Art steht, ist es nicht möglich zu seiner evtl. Motivation zu recherchieren. Das Internet ist ein Tummelplatz für Manipulationen und Verunglimpfungen jeglicher Art. Leider ist es so, dass das Thema Mobilfunkkritik ein Bereich ist, der Raum bietet für jeden Verschwörungstheoretiker, Spinner, Esoteriker und Hysteriker. Und genau diese Leute stehen deshalb auch am Pranger bei Esowatch und rücken die durchaus berechtigte Mobilfunkkritik leider in ein schräges Licht. Vielleicht ist dies auch beabsichtigt.

[Hinweis: Esowatch heißt jetzt PSIRAM.COM]

Tags:
Psiram, Nebelkerze, Verschwörungstheoretiker, HL60-Zellen, freie Radikale, Zellschäden


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