Eine Frage des Verhandlungsspielraums

H. Lamarr @, München, Freitag, 04.03.2005, 19:42 (vor 7048 Tagen) @ Karl A.

In der Regel entscheiden die politischen Vertreter der Bürger (z.B. ein Bürgermeister).

Das wird der Herr Pfarrer bestimmt nicht erlauben, wenn der Herr Bürgermeister über seinen Kirchturm bestimmen möchte. Aber letztlich ist das ja auch egal, wer hier NEIN sagt. Ein pauschales NEIN, das im Vorfeld - wenn noch kein Mast montiert ist - schon mal laut (weil opportun) propagiert wird, kann bei beiden ganz schön in die Hose gehen. Dann nämlich, wenn später eine neutrale Immissionsprognose genau diesen "verbotenen" Standort (z. B. Kirche oder irgendein anderes Gebäude) als den gesundheitsverträglichsten ausweist.

Aus Prestigegründen gibt's dann wohl kein Zurück mehr (man hat sich zuvor ja schon festgelegt) und der Mast kommt irgenwo anders hin - wo er, das kann man sich ja leicht vorstellen, noch viel mehr schadet. Das hat bisher nur deshalb keinen Volksaufstand verursacht, weil von der Standortverschiebung die Betroffenen nichts mitkriegen. Wenn die wüssten, würde sich der Fokus so manchen Protests nicht mehr nur allein gegen den Betreiber richten ...

Akzeptabel wäre ein kommunales/kirchliches pauschales NEIN m. M. nach erst dann, wenn sich kein Bürger mehr fände, der ersatzweise (zum optimalen Standort) sein Hausdach zur Verfügung stellt. Dann würden die Betreiber tatsächlich ins Gebirge gucken, aber leider widerstehen noch viel zuwenige der Versuchung, das Haushaltsgeld mühelos aufzubessern.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Volksaufstand, Kirchturm, Handlungsspielraum


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