Norbert Honisch (Allgemein)

Doris @, Mittwoch, 11.06.2008, 18:52 (vor 5347 Tagen) @ KlaKla

Hier noch ein Eisenreich, der Mobilfunkberater genannt wird. Seit 2002 wird in und um Überlingen Stunk gegen Funk gemacht. Dipl. Ing. Honisch erhielt 2005 den Zuschlag, für die Gemeinde die Erfassung des IstZustands der Mobilfunkbelastung zu machen. Empfohlen wurde er von der BI "Strahlungsarmes Überlingen und "Mobilfunk Nußdorf". Seit dem ist er der Mobilfunk-Berater der Gemeinde.

Ich habe von dem schon mal einen Vortrag gehört und der war wirklich gut. Herr Honisch ist/war (??) unter den Sendemastgegner umstritten. Er spricht/sprach (?) sich nicht immer so gegen die Masten aus, wie es manche gerne gewollt hätten. Die von ihm geplanten Standorte erwiesen sich für manche Kritiker im nachhinein als nicht besonders toll, da die Belastung doch höher war, als man diese gewollt hätte. Um Details habe ich mich da nicht so gekümmert, war damals noch nicht so fürchterlich pingelig wie heute. Allerdings handelt es sich um Kritiker, die 0,01 µW/m² in den Wohnräumen fordern. Herr Honisch eilte mal eine Zeitlang der Ruf voraus, er sei übergelaufen (damals wusste ich noch nicht, wie schnell man in diesen Verdacht gerät).

Verfügung. Falls die Strahlenbelastung einen gewissen Wert (Schwellenwert 1mW/m2) übersteigt, ist das Büro Honisch beauftragt, Vorschläge zur Minimierung der Strahlenbelastung zu erarbeiten. Diese können in technischen Veränderungen am möglichen Standort bestehen oder auch dahin gehen, anstelle dieses Standorts einen anderen zu verwirklichen.

Gut, das ist sein Job und den erfüllt er. Es gibt viele Berufe, wo man sich fragt, ob die Menschheit diese braucht. Er schreibt, er sei erfolgreich mit seiner Planung, ich denke, wenn dies nicht so wäre, würde die Stadt doch nicht auf ihn zurückgreifen. Sollen die planen und sich in Sicherheit wiegen. Für mich ist das alles ein Hohn in Anbetracht der eigenen Funkausstattung. Das ist doch ein Witz das Ganze.

Um auf der sicheren Seite zu sein, werden sog. Worst-case-szenarios berechnet, d.h. es wird als schlechtester (bzw. belastendster) Fall angenommen, dass alle Sendeanlagen gleichzeitig auf allen Kanälen mit voller Leistung senden.

Ja, ich kenne seine Gutachten. Das Problem ist, dass die nicht von allen verstanden werden. Selbst nicht von einem Kritiker, der stark elektrosensibel ist und wirklich schon Jahre mit dem Thema vertraut ist. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Leute das sehen, was sie sehen wollen und anderes ausblenden. Das Gutachten berechnete dieses Worst-case-Szenarion und der Mann ging mit diesem Wert als reale Belastung hausieren.

Tolles Geschäftsmodell fürs Büro Honisch dank Empfehlung der BI. Nur was haben die Bürger davon? Ich würde sagen nichts denn die Betreiber müssen die Empfehlungen Büro Honisch nicht umsetzen. Die Gemeinde kann aber sagen, wir nehmen die Sorgen und Ängste der Bürger wahr, wir handeln. Diese Beratung ist ein Fass ohne Boden und der Steuerzahler zahlts.

Ja schon, wie gesagt, ich halte diese Senderplanungen in Anbetracht der eigenen Funktechnik in den meisten Fällen für Augenwischerei. Aber dies so grundsätzlich zu verdammen, weil die Netzbetreiber sich nicht daran halten müssen, finde ich auch nicht in Ordnung. Einem Netzbetreiber ist die geringe Belastung der Anwohner wahrscheinlich am unwichtigsten.

Schade, dass dafür Steuermittel verwendet werden. Meiner Meinung wäre es sinnvoller die Bürger über ihr persönliches Verhalten bzgl. Handynutzung aufzuklären denn je intensiver das Handy genutzt wird, desto mehr Masten müssen errichtet werden.

Aber das macht Herr Honisch. Bei dem Vortrag, den ich gehört habe, behandelte er sehr eindrücklick und beinahe ausschließlich das Thema Handy. Er selber hat auch keines. Der Vortrag war gut, aber den hielt er auch im Auftrag der Stadt als Standortvermieter und der Hintergrund war, letztendlich den Standort vor der Schule zu "verharmlosen" nachdem die Eltern fast Amok liefen. Und da ist es doch einfach das Handy in den Vordergrund zu stellen. Ich denke, die bekommen halt auch einen Auftrag und sprechen über das, was gefordert wird.
Auch Dr. Warnke hielt mal einen sehr glühenden Vortrag über Sendemasten. Nach dem Vortrag nahm in ein Besucher beiseite und fragte, ob ein DECT im Haus dem Sendemast in den meisten Fällen überlegen sei. Dies bejahte er, aber sein Auftrag sei gewesen über Sendemasten zu referieren. Ich halte so eine Vorgehensweise nicht für korrekt. Aber wer bezahlt, bestimmt die Marschrichtung, so läuft es leider im Leben und dafür verkauft manch einer seine Seele.

Tags:
Referenten, Honisch, Standortvermieter, Baubiologische Messtechnik, Baubiologischer Richtwert


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